
Manche Antworten in dieser Reihe sind wohlwollend gegenüber der PR-Branche, manche pragmatisch – und manche sind eine Ansage. Jens Bergmann, stellvertretender Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins brand eins, gehört zur letzten Kategorie. Er hat einmal öffentlich bekundet, es wäre ein großes Glück, nie wieder eine Pressemitteilung zu bekommen. Dieser Wunsch ging nicht in Erfüllung. In unserer Reihe 'Wer liest eigentlich Pressemitteilungen?' spricht er darüber, was er von PR-Profis erwartet – und warum die Schrotschuss-Strategie bei brand eins garantiert nicht funktioniert.

Könnten Sie uns Ihren Arbeitsalltag in zwei, drei Sätzen beschreiben?
Bergmann: Ich konzipiere und produziere gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen das brand eins Magazin.
Wie recherchieren Sie neue Themen und welche Rolle spielen Pressemitteilungen dabei für Sie?
Bergmann: Wir nutzen vielfältige Quellen für unsere Recherchen. Pressemitteilungen spielen so gut wie keine Rolle, da wir als Monatsmagazin auf exklusive Stoffe angewiesen sind. Vor etlichen Jahren habe ich in einem Interview mit einem PR-Fachblatt gesagt, dass es für mich ein großes Glück wäre, nie wieder eine Pressemitteilung zu bekommen. Dieser Wunsch ging leider nicht in Erfüllung.
Wann landet PR-Material bei Ihnen direkt im Papierkorb – und was macht im Gegenzug gutes PR-Material für Sie aus?
Bergmann: Gute PR-Leute kennen unser Magazin und bieten exklusive Themen an, die in unser Beuteraster passen. Das kommt leider nur selten vor. Es überwiegt die Schrotschuss-Strategie: Mit ein und demselben Material auf möglichst viele Medien zielen.
Maßgeschneidert statt Gießkanne: Die richtigen Medienkontakte finden
Wer Journalistinnen und Journalisten wie Jens Bergmann erreichen will, muss ihre Themenschwerpunkte kennen – und sie gezielt ansprechen statt breit zu streuen. In unserem Medienverzeichnis zimpel lassen sich Medienkontakte nach Themenschwerpunkten, Medium und Reichweite filtern. So landet Ihr PR-Material dort, wo es wirklich passt.
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KI-Tools spielen in der Kommunikationsbranche mittlerweile eine zentrale Rolle, auch beim Verfassen von Texten oder beim Erstellen von Bild- und Videomaterial. Wie nehmen Sie diese Entwicklung wahr?
Bergmann: KI und die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen sind bei uns im Magazin regelmäßig Thema. Wir nutzen die Tools aber nicht zum Erstellen von Texten oder Bildern. Da sich KI sehr gut dazu eignet, die Produktion von Bullshit beziehungsweise AI-Slop zu automatisieren, werden wir derzeit damit überschüttet. Welche Chancen die Stimmen der Vernunft in diesem Meer von Unsinn haben, ist eine der großen Fragen, vor der wir stehen.
Weitere Interviews aus der Reihe 'Wer liest eigentlich Pressemitteilungen?' :
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