Nick Fancher Stress Kommunikation

Was PR-Profis stresst und was sie dagegen tun

Work Life - 21. Okt 20

Gleichzeitig mehrere Aufgaben mit hoher Priorität und unter Zeitdruck erledigen, permanent erreichbar sein, eine schlechte Führung oder auch unzuverlässige Kolleginnen und Kollegen – das sind die größten Stressfaktoren in der Kommunikationsbranche. Zu diesem Ergebnis kommt unsere aktuelle Umfrage, die wir gemeinsam mit dem Berliner Meinungsforschungs-Startup Civey durchgeführt haben. Teilgenommen haben 500 Fachkräfte aus Kommunikation, Marketing und Medien.
 

Multitasking ist ein Stressfaktor. Wenn zwei oder mehrere wichtige Aufgaben unter großem Zeitdruck erledigt werden müssen, ist das für drei Viertel (77 Prozent) der Befragten ein großes Thema. Glücklich schätzen können sich die immerhin 14 Prozent, die „selten“ oder „nie“ mehrere Dinge gleichzeitig tun müssen. Alles gleichzeitig funktioniert einfach nicht. Bei den weiblichen Kommunikationsprofis ist das übrigens noch deutlicher: Vier Fünftel (81 Prozent) empfinden es als stressig, unter großem Druck mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Bei den männlichen Kollegen sieht es nur wenig besser aus: 72 Prozent nehmen Multitasking als Stress wahr.

Müssen Sie ständig erreichbar sein?
  

Auch die permanente Erreichbarkeit setzt vielen zu: Über die Hälfte (51  Prozent) der Kommunikationsprofis antworteten mit „Ja“ oder „Eher ja“ – wobei hier deutlich mehr Männer (30 Prozent) mit „Ja“ antworteten als Frauen (19 Prozent).

Klar, auch die aktuelle Pandemie hinterlässt ihre Spuren in der persönlichen Arbeitsbelastung der PR-Profis. Ein starkes Drittel beantwortete die Frage nach Arbeitsbelastung in Zeiten von Corona mit „höher als üblich“ und „eher höher als üblich“ (36 Prozent). Aber: für die Mehrheit (64 Prozent) ist das Arbeitspensum gleich geblieben oder gar weniger geworden: 41 Prozent sagen, es ist alles beim Alten geblieben, und für 23 Prozent ist die Arbeitsbelastung geringer als üblich. Liegt es vielleicht daran, dass viele von uns mobil von zuhause arbeiten und dort vielleicht effizienter sind als im Büro? Oder durch den wegfallenden Weg zur Arbeit einfach weniger Stress mit ins Büro mitbringen?

Was löst den höchsten Stress bei der Arbeit aus?
  

Wo Menschen aufeinandertreffen, kann es Konflikte geben: Auf die Frage „Was löst bei Ihnen während der Arbeit den höchsten Stress aus?“ antworteten ein knappes Drittel (30 Prozent) der Befragten, dass unzuverlässige Teammitglieder ihnen den größten Stress bereiteten. Auch die schlechte Führung durch das Management (27 Prozent) und eine unklare Aufgabenstellung (27 Prozent) zeugen davon, dass der Mensch selbst als Stressfaktor augenscheinlich nicht zu unterschätzen ist. Hier müssen alle vielleicht mal kurz innehalten, fünfe gerade sein lassen oder einmal mehr zum Telefonhörer greifen. Da lässt sich sicher ganz viel Stress schon mal beiseite schaffen!

Das ist  übrigens ein schönes Ergebnis dieser Umfrage: Die Menschen achten in der Krise ganz besonders auf sich. So gaben nicht ganz zwei Drittel (62 Prozent) der befragten Kommunikatorinnen und Kommunikatoren an, dass sie seit Beginn der Krise „mehr als vorher“ oder „eher mehr als vorher“ auf sich selbst und ihre Gesundheit achten. Nur jeder Vierzehnte (7 Prozent) kümmert sich weniger als vor der Krise um sein Wohlbefinden und ein starkes Viertel hat alles so belassen, wie es vor der Krise schon war (28 Prozent).

Was hilft, den Stress abzubauen?
   

Und was machen PR-Profis, um dem Stress etwas entgegenzuhalten? Die meisten Befragten antworteten erwartungsgemäß, dass sie für den körperlichen Ausgleich mehr Sport machen und mehr noch auf soziale Kontakte achten. Die beliebteste Anti-Stress-Maßnahme ist „Sport und Bewegung“ (40 Prozent), dann folgt „Zeit mit der Familie und mit Freunden verbringen“ (37 Prozent), jeder Vierte (28 Prozent) findet, dass Hobbys oder allgemein Freizeitaktivitäten helfen, den Stress aus dem Office hinter sich zu lassen. 

Nicht nur in Corona-Zeiten ist es wichtig, das Smartphone mal wegzulegen. Für jeden Fünften (22 Prozent) ist es laut den Befragten generell hilfreich, das Wochenende oder den Feierabend einfach mal ohne das Handy zu verbringen. Deutlich seltener setzen die Kommunikationsprofis auf Meditation (16 Prozent) und – das ist vielleicht auch ein bisschen den Abstandsregeln geschuldet – verschwindende zwei Prozent der Befragten shoppen als Ausgleich. Bemerkenswert: 4 Prozent der Männer nutzen das Shoppen zum Abspannen, bei den Frauen ist es gerade mal ein Prozentchen. Süß, oder?

Hier gibt es die wichtigsten Umfrage-Ergebnisse zum Download.

Autorin: Nicola Wohlert

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