So geht Kommunikation 2022 Trends Ausblicke

So geht Kommunikation 2022: Trends und Ausblicke

Rück- und Ausblicke trenden bekanntlich zum Jahreswechsel. Wir springen auf diesen Zug auf – mit unserem ganz persönlichen Blick in die Glaskugel. Achtung: Beim ein oder anderen Trend ist Wunschdenken nicht ausgeschlossen. Hier kommen unsere 5 VICTs (Very Important Communication Trends) für 2022: TikTok goes Mainstream, Jeder wird Data Analyst und SEO-Profi, Cyberangriffe werden definitiv nicht mehr weggehen (leider!), Audio auch nicht (zum Glück!) - und Diversity sowieso nicht (erst recht zum Glück!). In diesem Sinne: Ein fulminantes Happy New Year, liebe Kommunikatorinnen und Kommunikatoren!

Social Media in 2022? Nicht ohne TikTok!

TikTok war 2020 die am häufigsten heruntergeladene App. Im Jahr 2022 könnte die ByteDance-Tochter weltweit 1,5 Milliarden User verzeichnen. So diese Prognose eintrifft, hätte TikTok Instagram, das nach eigenen Angaben rund 1 Milliarde aktive Accounts hat, überholt. Zwar hat Instagram mit seinen Reels fleißig neue Formate kopiert, aber TikTok hat einen entscheidenden Vorteil: Den Algorithmus (For You Feed), der sich extrem gut an die Bedürfnisse der Userinnen und User anpasst und deshalb zu längerer Verweildauer in der App führt.

Die Krux für Unternehmen wird es sein, auf TikTok passenden Content für ihre Zielgruppen zu kreieren. Warum Krux? Weil erfolgreicher Content auf TikTok komplett anders sein muss als hochglanzpolierte Werbung. Was heißt das konkret? Authentizität und „Realness“, Aktualität, Visual Storytelling, Face-to-Face – und alles gemixt mit ganz viel (bitte schrägem) Humor, Musik und Tanz. Ausprobieren und Interagieren ist die Devise, und Mut zum Fail! Also, ran an die Stiches und Duette, liebe Unternehmen!

Mehr zum Thema: 5 Tipps für mehr Reichweite auf TikTok
 

Tech-Skills auf breiter Front: Jeder und jede wird Data Analytics und SEO können (müssen)

Daten zu erfassen und auszuwerten wird 2022 Alltag für immer mehr Kommunikationsprofis, ebenso wie Content für SEO zu optimieren. Und zwar nicht nur für einige wenige Spezialisten oder Spezialistinnen innerhalb der Marketing- oder Kommunikationsabteilungen, sondern für alle, die digitalen Content produzieren. Warum? Weil jeglicher Content erstens nach seiner Performance bewertet werden kann, und zweitens, weil die Performance auch davon abhängt, wie er im Netz gefunden wird – was wiederum mit SEO zu tun hat. 

Deshalb sollten alle Content-Creators die Grundmechanismen dieser beiden Disziplinen nicht nur kennen, sondern auch anwenden können. Denn nur so können sie ihr Tun konkret messen und daraus konkrete To Dos ableiten. Dafür werden sicher an einigen Stellen noch Hierarchien abgebaut und Silos eingerissen werden müssen. Damit alle zu Data Analysten und SEO-Profis werden können! #datademocracy
 

Audio Next Level

2022 springen noch mehr Unternehmen auf den Audio-Boom-Trend auf. Gleichzeitig professionalisieren sich diejenigen weiter, die schon länger mit Audio-Content unterwegs sind. Podcasts werden für Suchmaschinen optimiert, eigener Audio-Content für Social produziert und mittels KI in andere Sprachen übersetzt und einer internationalen Zielgruppe zugänglich gemacht. Entsprechend professionalisiert sich der Audio-Advertising-Sektor, insbesondere beim Podcast. Immer beliebter werden hier Audio-Native-Ads, von den Hosts eingesprochene Werbung.

Wir werden aber auch Experimente mit Audio sehen: etwa Voice-Bots für die interne Kommunikation, Podcasts abseits von traditionellen Aufnahmeorten, etwa beim Spazieren (Walkcast) oder beim Kochen (Kochcast). Es wird mehr Live-Audio-Formate mit Interaktion und Hörer-Engagement geben. Und noch mehr Crossmedialität – Hello Blogcast und Videocast! 

In der Konsequenz wird Audio-Analytics immer wichtiger. Beim Medium Podcast etwa geht es nicht mehr nur um bloße Listens, sondern längst auch um andere KPIs wie Hördauer bzw. Absprungraten (Retention-Rate), Abos oder Downloads. Eine große Herausforderung wird sein, einen einheitlichen Analyse-Standard zu bekommen. Noch ist der eher unbefriedigend, da sich die Kennzahlen der verschiedenen Plattformen noch schlecht vergleichen lassen.

Kennt Ihr schon den news aktuell-Podcast?
 

Neue Krisenherde: Cyberangriffe

In Sachen Cybercrime müssen wir uns 2022 warm anziehen. Es geht längst nicht mehr darum, ob, sondern wann ein Unternehmen von Hackern angegriffen wird. Deshalb nehmen viele Kommunikationsprofis in ihrem Krisenhandbuch, wenn nicht schon geschehen, einen neuen Use Case auf: die Cyberattacke. Daraus ergeben sich einige To Dos für die Unternehmen: Sie erweitern Krisenkommunikationspläne und aktualisieren Krisenstäbe. Cybersecurity-Profis werden ins Boot geholt, ebenso wie Agenturen mit Expertise in der Kommunikation mit Cyberkriminellen. Die interne Kommunikation setzt zukünftig noch mehr auf die Sensibilisierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Denn – auch wenn es eine Binsenweisheit ist – Prävention ist bei diesem Thema definitiv der effektivste Schutz. 

Diversity und inklusive Sprache

Ob Nachhaltigkeit, soziale Missstände oder Gesundheitspolitik: 2022 positionieren sich immer mehr Unternehmen zu gesellschaftlich relevanten Themen. Auch Diversity ist eins davon. Vielfalt – ob bei Kultur, Geschlecht oder Alter – prägt deshalb auch immer mehr Unternehmenskulturen, wodurch wiederum die Nachfrage nach Job-Profilen wie die des Diversity Managements zunimmt.

Insbesondere die Kommunikationsprofis beschäftigen sich 2022 weiter mit gendersensibler Sprache. Ein Prozess, der inklusive Sprache immer mehr ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit rückt und vermutlich auch die – oft emotional und polarisierend geführten – Debatten weiter zuspitzt.

Autorin: Beatrix Ta

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