
Ein Blick auf das PR-Stimmungsbarometer 2026 zeigt erste Unsicherheiten in der Branche: Zwar gelten Jobs mehrheitlich noch als sicher, doch das Gefühl von Sicherheit nimmt ab. Vor allem die wirtschaftliche Lage sorgt für Verunsicherung und setzt die Kommunikationsbudgets gleichzeitig weiter unter Druck.
Aber es gibt auch Anlass zur Zuversicht: Über ein Drittel der PR-Profis erwartet 2026 bessere Jobperspektiven.
Diese gemischte Stimmung verdeutlicht den Wandel in der PR-Branche – zwischen wachsender Unsicherheit und strukturellen Veränderungen stehen viele Kommunikationsprofis vor der Herausforderung, ihre Rolle neu zu definieren und sich zukunftssicher aufzustellen.
Insgesamt haben am PR-Trendmonitor der dpa-Tochter news aktuell und P.E.R. Agency 302 Fach- und Führungskräfte teilgenommen.
Die wichtigsten Ergebnisse des PR-Stimmungsbarometers 2026 im Überblick
Die PR-Branche in Deutschland und der Schweiz befindet sich 2026 abermals in einem spürbaren Spannungsfeld: Einerseits bleibt die Stimmung fast überwiegend optimistisch, andererseits nimmt der wirtschaftliche Druck deutlich zu, wodurch auch die Jobunsicherheit wächst.
Sicherheit zeigt sich vor allem bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen und langjähriger Betriebszugehörigkeit. Unsicherheit bringt hingegen der anhaltende wirtschaftliche Druck von außen mit sich: Unternehmen sparen, Budgets werden gekürzt und Abteilungen umstrukturiert.
Neue Systeme und Technologien, veränderte, kostengünstigere Kanalstrategien und steigende Anforderungen führen zu erweiterten Anforderungsprofilen. Für viele bedeutet das keinen unmittelbaren Jobverlust, aber eine zunehmende Unsicherheit darüber, wie sicher die eigene Position ist.
Die Folge: Die PR-Branche bleibt stabil. Im Kern. Aber Risse im Fundament werden erstmals sichtbar.
Immerhin 71 Prozent der befragten PR-Fach- und Führungskräfte bewerten ihre Stelle aktuell als sicher oder sogar als sehr sicher. Das ist nach wie vor eine solide Mehrheit. Allerdings auch ein Rückgang gegenüber dem Stimmungsbarometer 2025, bei dem der Wert noch bei 81 Prozent lag. Parallel dazu steigt der Anteil derjenigen, die ihren Job als (sehr) unsicher empfinden, von 14 auf 24 Prozent.
Diese Entwicklung ist mehr als nur eine Momentaufnahme. Sie zeigt, dass das Sicherheitsgefühl langsam, aber sicher schwindet. Ein typisches Frühwarnzeichen für grundlegende Veränderungen einer Branche?

Mit 63 Prozent nennen PR-Profis die angespannte wirtschaftliche Lage am häufigsten als Grund für ihr sinkendes Sicherheitsgefühl im Job. Dahinter folgen Budgetkürzungen und Sparmaßnahmen im Unternehmen oder bei Kunden (44 Prozent) und Umstrukturierungen (42 Prozent) – beides erhöht den Druck im Arbeitsalltag spürbar.
Eigentlich alarmierend sind jedoch 29 Prozent, die angeben einen sinkenden Stellenwert von PR und Kommunikation im eigenen Unternehmen wahrzunehmen. Das ist immerhin fast jeder Dritte. Doch wie ist das einzuordnen?
Einerseits spiegelt der Wert die bekannten Tendenzen in wirtschaftlich angespannten Zeiten wider: Kommunikation wird schneller als Kostenfaktor denn als strategische Funktion betrachtet. Andererseits deutet er aber auch auf ein strukturelles Problem hin: Offensichtlich gelingt es PR nicht überall, ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg klar genug zu belegen und intern zu verankern.
Gerade in Zeiten von KI-getriebener Informationsflut, wachsender Desinformation und schwindendem Vertrauen sollte professionelle Kommunikation jedoch kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Stabilitätsfaktor für Unternehmen und Öffentlichkeit sein.
Auch die rasante Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz hat Auswirkungen:
Paradoxerweise gibt KI einem anderen Teil der Branche eher ein Sicherheitsgefühl. So argumentieren 34 Prozent derjenigen, die sich (sehr) sicher in ihrer Position fühlen, genau umgekehrt: Sie sehen ihre Aufgaben als nur begrenzt automatisierbar an. Weitere 24 Prozent erwarten sogar einen Bedeutungsgewinn klassischer PR-Arbeit durch KI und Desinformation.
Letztendlich kommt es vor allem auf zwei Punkte an: den Umgang mit und die Einstellung zu neuen Technologien sowie die Flexibilität der eigenen Kommunikationsrolle. Wer die Veränderungen annimmt und sich mit einem offenen und neugierigen Mindset darauf einstellt, stärkt seine Position.
Die Jobsicherheit scheint zwar mehrheitlich noch stabil, doch bei den Budgets zeigt sich anhaltender Druck: 47 Prozent der Befragten erwarten abermals (stark) sinkende Kommunikationsetats, während nur 15 Prozent mit einem Anstieg rechnen.
Die 3 häufigsten Gründe für (stark) schrumpfendes Kommunikationsbudget sind:
Dennoch fühlen sich 71 Prozent der Befragten in ihrem Job weiterhin sicher. Diese Sicherheit entsteht vor allem durch:
Auch diese Gründe geben einen Hinweis darauf, was künftig entscheidend sein wird. Es ist nicht die Zugehörigkeit zu einer zukunftsfähigen Branche, die Sicherheit garantiert, sondern die eigene Positionierung innerhalb des Unternehmens. Und die Bereitschaft, noch stärker mit der Zeit zu gehen und – wie bereits oben erwähnt – lebenslanges Lernen und Veränderung im eigenen Mindset zu verankern.
Trotz wachsender Unsicherheit und Budgetdruck blickt die Branche nicht pessimistisch in die Zukunft. 31 Prozent erwarten eine sehr bzw. eher gute Geschäftsentwicklung, weitere 41 Prozent zumindest eine zufriedenstellende.
Auch die persönlichen Karriereaussichten bleiben mehrheitlich positiv:
Die Tatsache, dass die allgemeine Grundstimmung trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Lage nicht in ein Allzeittief sinkt, zeigt, dass viele PR-Profis lieber optimistisch bleiben und mit Stabilität respektive sogar mit besseren Chancen rechnen. Die Stimmung ist jedoch eher zurückhaltend positiv als euphorisch.
Der PR-Trendmonitor 2026 zeigt keine akute Krise der Kommunikation. Die „Risse im Fundament” sind zwar real, lassen sich aber eher auf die allgemeine Lage als auf eine erschütterte Branche zurückführen.
Drei Entwicklungen zeichnen sich jedoch klar ab:
Zusammengefasst lässt sich also sagen: Die Unsicherheit wächst, ja. Aber sie ist vor allem eines: ein Signal für Veränderung.
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