
Stagnation statt Sprung: Ein Blick auf die Gehaltsentwicklung in der PR- und Kommunikationsbranche zeigt auch im Jahr 2026 kaum Bewegung. Insbesondere in deutschen PR-Agenturen treten die Einkommen weiterhin auf der Stelle.
Trotz der ausbleibenden Gehaltssprünge bleibt die Stimmung überraschend stabil: Die Mehrheit der Kommunikationsprofis zeigt sich mit ihrem aktuellen Gehalt zufrieden. Entsprechend gering ist auch die Wechselbereitschaft: Nur rund ein Fünftel zieht einen Jobwechsel in Betracht, in der Schweiz ist es sogar nur gut jeder Zehnte.
Unser Fazit: Zwischen stagnierenden Gehältern und vergleichsweise hoher Zufriedenheit kommt in der PR- und Kommunikationsbranche bislang kein echter Frust auf. Insgesamt haben am PR-Trendmonitor der dpa-Tochter news aktuell und P.E.R. Agency 302 Fach- und Führungskräfte aus Deutschland und der Schweiz teilgenommen.
Die wichtigsten Ergebnisse des PR-Trendmonitor zum Thema Gehälter 2026 im Überblick:
Während sich die Gehälter in der Kommunikationsbranche in Deutschland insgesamt weiterhin nur schleppend entwickeln, zeigt sich ein besonders deutliches Bild auf Agenturseite: Hier herrscht weitgehend Stillstand – und das auf einem Niveau, das zunehmend unter Druck gerät.
Mehr als jede und jeder zweite Profi in PR-Agenturen berichtet von einem unveränderten Gehalt im vergangenen Jahr (56 Prozent). Im Vergleich zu Pressestellen wird die Kluft dabei besonders sichtbar: Dort profitieren deutlich mehr Beschäftigte zumindest von moderaten Anstiegen um zwei oder mehr Prozent, die sich an der Inflation orientieren (43 Prozent). In Agenturen hingegen gelingt dieser Ausgleich nur einer Minderheit von 27 Prozent.
Während Pressestellen zumindest eine gewisse Entwicklung erkennen lassen, scheint die Gehaltsstruktur in vielen PR-Agenturen derzeit eingefroren. 9 Prozent geben sogar an, dass ihr Gehalt in den vergangenen zwölf Monaten gesunken ist. Im Vergleich: Bei Pressestellen trifft das auf nur 2 Prozent zu.
Ob diese fehlenden Perspektiven bei der Gehaltsentwicklung mittelfristig doch zu einer wachsenden Wechselbereitschaft führen werden, bleibt offen. Aktuell fällt diese allerdings weiterhin sehr moderat aus, mehr dazu später.

Auch im Nachbarland steht die Zeit bei PR-Gehältern weitgehend still – allerdings ohne die deutliche Schieflage zwischen Agenturen und Pressestellen, wie sie sich in Deutschland zeigt.
So geben 57 Prozent der Schweizer Kommunikatorinnen und Kommunikatoren aus Pressestellen und 62 Prozent auf Agenturseite an, dass sich ihr Gehalt im vergangenen Jahr nicht weiterentwickelt hat. Der Stillstand ist in beiden Bereichen damit ähnlich stark ausgeprägt.
Gehaltssteigerungen bleiben die Ausnahme, sind aber zumindest in beiden Bereichen in vergleichbarem Umfang zu beobachten. Rund ein Drittel berichtet von einem Plus: 31 Prozent in Pressestellen und 29 Prozent in PR-Agenturen.
Auch beim Blick auf sinkende Gehälter zeigt sich ein ausgewogenes Bild: 12 Prozent der PR-Profis in Pressestellen und 9 Prozent auf Agenturseite geben an, zuletzt weniger verdient zu haben.

Insgesamt ergibt sich damit ein anderes Gesamtbild als in Deutschland. Es gibt weniger Dynamik, aber auch weniger Ungleichheit. Gleichzeitig zeigt sich aber auch hier: Echte Gehaltssteigerungen bleiben aus. Die Branche verharrt in einer Phase der Stagnation.
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zum PR-StimmungsbarometerTrotz stagnierender Einkommen zeigt sich in Deutschland und der Schweiz ein überraschend einheitliches Bild: Die Mehrheit der PR-Fachkräfte ist mit ihrem aktuellen Gehalt zufrieden.
In Deutschland überwiegt sowohl in Pressestellen als auch in PR-Agenturen eine eher positive Bewertung. So bewerten 41 Prozent der Pressestellen und 37 Prozent der PR-Agenturen ihr Gehalt als „eher zufrieden“. Weitere 14 Prozent der Pressestellen und 12 Prozent der PR-Agenturen sind sogar sehr zufrieden.
Eher bis sehr unzufrieden mit dem eigenen Einkommen ist knapp ein Drittel (29 Prozent) der Pressestellen, auf Agenturseite ist es nur etwa ein Viertel (24 Prozent).
In der Schweiz zeigt sich ein ähnliches Bild, das noch etwas stabiler ist. Auch hier überwiegt die Zufriedenheit deutlich. 33 Prozent der PR-Profis in PR-Agenturen sind sogar sehr zufrieden mit ihrem aktuellen Gehalt. In Pressestellen sind es immerhin fast die Hälfte (46 Prozent), die eher zufrieden sind.
Auf Agenturseite fällt in der Schweiz jedoch ein hoher Anteil neutraler Bewertungen auf: Fast jede zweite Person (43 Prozent) positioniert sich weder klar zufrieden noch unzufrieden. Diese breite Mitte ist besonders interessant, da sie darauf hindeuten könnte, dass viele ihre Gehaltssituation zwar nicht als ideal, aber als akzeptabel wahrnehmen.
Mit anderen Worten: Die Erwartungen scheinen sich an die Realität angepasst zu haben.
Beim Thema Gehaltsverhandlungen zeigt sich in Deutschland und der Schweiz ein einheitliches Bild, und das ist vor allem von Zurückhaltung geprägt:
In der Schweiz fällt die Einschätzung etwas anders aus, das Ergebnis ist jedoch ähnlich:
Genau das könnte erklären, warum die allgemeine Zufriedenheit bislang stabil bleibt: Die Erwartungen daran, was in Gehaltsgesprächen überhaupt erreichbar ist, sind spürbar gesunken.
Überall steht die Zeit still: Die Wechselbereitschaft aufgrund des Gehalts ist in der PR-Branche überraschend gering – sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz.
In Deutschland können sich lediglich 21 Prozent der PR-Profis einen Jobwechsel im Jahr 2026 vorstellen. Die Mehrheit von 56 Prozent sieht dafür keinen Anlass, während sich knapp ein Viertel (23 Prozent) noch unentschlossen zeigt.
Noch deutlicher fällt das Bild in der Schweiz aus: Hier denkt nur etwa jede und jeder zehnte Befragte (11 Prozent) über einen Wechsel nach. Die überwiegende Mehrheit von 75 Prozent schließt einen Jobwechsel klar aus. Auch der Anteil der Unentschlossenen ist mit 14 Prozent gering.
Diese Zahlen stehen auf den ersten Blick im Widerspruch zu den übrigen Ergebnissen. Denn weder die Gehaltsentwicklung noch die Erwartungen an Verhandlungen bieten starke Anreize, im aktuellen Job zu bleiben. Dennoch überwiegt die Stabilität. Langfristig könnte diese Zurückhaltung jedoch dazu führen, dass sich Unzufriedenheit langsamer, aber nachhaltiger aufbaut.
Bleibt beim Gehalt wenig Spielraum, rücken Zusatzleistungen stärker in den Fokus. Ein Blick nach Deutschland und in die Schweiz zeigt dabei ein klares Muster: PR-Profis wünschen sich vor allem Erholung und Weiterbildung.
Deutschland: Fokus auf Erholung und Entwicklung
Schweiz: Weiterbildung an erster Stelle
Sind die finanziellen Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt, gewinnen immaterielle Faktoren an Bedeutung. Dadurch werden Benefits zu einem entscheidenden Faktor für die Zufriedenheit und Bindung an das aktuelle Unternehmen.
Die Gehälter in der PR-Branche stagnieren zum Teil deutlich und auch die Erwartungen an Gehaltsverhandlungen bleiben gedämpft. Und doch führt dieser Stillstand nicht zu einer hohen Wechselbereitschaft.
Im Gegenteil: Die Mehrheit der PR-Profis in Deutschland und der Schweiz bleibt.
Das deutet auf eine Branche hin, die sich in einem stabilen Gleichgewicht befindet: geringe Dynamik, aber auch wenig akuter Veränderungsdruck.
Ob die Zufriedenheit dabei mehr durch angepasstes Erwartungsmanagement als durch persönliche Weiterentwicklung entsteht, bleibt offen. Ebenso bleibt die Frage offen, wie lange diese Stabilität noch anhält.
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