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Kommunikationstrends 2026

Beatrix Ta

Von Beatrix Ta

Dr. Beatrix Ta ist Managerin Unternehmenskommunikation bei news aktuell sowie Expertin für Content-Konzeption und -Produktion, die besonders gerne Schachtelsätze verschwinden lässt.

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Die Welt ist 2025 nicht einfacher geworden. Auch im Jahr 2026 werden uns wirtschaftlicher Druck, politische Unsicherheit und technologische Umbrüche begleiten. Und die Kommunikation steht mittendrin. Einiges von dem, was ich in den Kommunikationstrends 2025 prognostiziert habe, ist erstaunlich genau eingetroffen, anderes blieb eher Wunschdenken. KI ist heute unser täglicher Arbeitsbegleiter, Micro-Formate sind Mainstream und Voice Search für viele schon selbstverständlich. Gleichzeitig ist die Content-Flut weiter explodiert. Qualität vor Quantität hat sich leider nicht durchgesetzt. Austauschbarkeit ist kein Randphänomen mehr, sondern Alltag. Desinformation leider auch. Und Vertrauen daher ein knappes Gut. 

Was heißt das für uns Kommunikationsprofis im Jahr 2026? Wie kommunizieren wir sinnvoll in einer Welt, in der Inhalte nicht mehr nur für Menschen entstehen, sondern zunehmend auch für Maschinen mitgedacht werden müssen? Wie schaffen wir Orientierung – für Menschen ebenso wie für Maschinen? Und wie behalten wir dabei Haltung, eine eigene Handschrift und Verantwortung? 

Zeit für einen (erneut völlig unvollständigen) Blick in die Glaskugel – und für ein Plädoyer für Klarheit, Qualität, Menschlichkeit und Neugier in der Kommunikation im Jahr 2026. 

1. Hochwertiger Content von und mit echten Menschen 

Wer kennt es nicht, dieses Déjà-vu-Gefühl? Immer mehr generische Texte, Bilder und Videos füllen unsere Feeds. Vieles klingt gleich, vieles sieht gleich aus, vieles folgt derselben Logik. Struktur über Struktur, FAQs am Ende, glatt, korrekt, austauschbar. 

Deshalb bleibt mein Wunschtrend Nr. 1 auch für 2026 bestehen: Klasse statt Masse! Lasst uns, liebe Kommunikationsprofis, dieses Motto mit Leben füllen und uns bei jedem Content fragen: Braucht es den wirklich? Welchen Mehrwert bietet er für wen? Zahlt er wirklich auf unsere Strategie und unsere Ziele ein?   

Mein Wunschtrend Nr. 2 ergibt sich daraus automatisch: Produzieren wir 2026 wieder verstärkt Inhalte, die spürbar von Menschen kommen. Nicht perfekt, nicht immer rund, aber eigenständig. Beiträge, die zeigen: Da hat jemand nachgedacht, mit Worten und Formulierungen gerungen, recherchiert, abgewogen und eine Haltung entwickelt. 

Für mich liegt der entscheidende Punkt im Ursprung des Contents. Der erste Gedanke, die Idee, der Perspektivwechsel sollten aus uns selbst heraus entstehen. KI kann danach unglaublich hilfreich sein: beim Zuspitzen, beim Ordnen, beim Weiterdenken – und ja, auch bei der treffenden Formulierung. Aber wenn sie den Rohgedanken ersetzt, verlieren Inhalte ihre Wirkung und Markenbotschaften verwässern. 

Wenn alle mit denselben Tools arbeiten, droht der Einheitsbrei. Deshalb wird "menschlicher" Content im Jahr 2026 zum Alleinstellungs- und Qualitätsmerkmal. Und zwar nicht als Buzzword, sondern als bewusste Entscheidung, dem generierten Wort etwas Eigenes entgegenzusetzen. 

2. Künstliche Intelligenz: Vom Experimentieren zum Verstehen  

KI-Tools sind inzwischen bei den meisten von uns täglich im Gebrauch, auch KI-Agents nutzen bereits einige wenige. Ob es 2026 zu einem großen Zuwachs dieser eigenständigen KI-Systeme in der Kommunikation kommen wird, ist eher fraglich. 

Denn obwohl wir inzwischen die Phase des Ausprobierens verlassen haben und KI immer mehr in den Unternehmensstrategien mitgedacht wird, wächst eine gewisse KI-Müdigkeit und Ernüchterung: zu viele Hypes, zu wenig Reflexion. 

2026 wird für mich deshalb weniger ein Jahr mit noch mehr neuen Tools sein, sondern ein Jahr des Verstehens und Einordnens. Es geht weniger darum, was KI alles kann, sondern wofür wir sie einsetzen wollen – und wofür bewusst nicht. 

Gleichzeitig "zwingt" uns KI in der Kommunikation 2026 zu noch mehr Klarheit (und darin liegt auch eine große Chance). GAIO (Generative AI Optimization) ist hier das Stichwort. Immer weniger Originalquellen werden geklickt, da KI Inhalte direkt ausspielt, zusammenfasst oder neu zusammensetzt. KI-Systeme bevorzugen dabei Inhalte, die präzise formuliert, konsistent erzählt, klar strukturiert und datenbasiert sind. Wer heute widersprüchlich kommuniziert, verwirrt nicht nur Menschen, sondern auch die KI.  

Klare Kernbotschaften, nachvollziehbare Positionen und saubere Narrative: Darauf kommt es heute mehr denn je an. Nicht, weil wir sonst von der KI ignoriert werden, sondern, weil Klarheit und Konsistenz seit jeher zentral für professionelle Kommunikation waren.  

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Bei aller Technologie rückt für mich 2026 auch noch etwas anderes stärker in den Fokus: die zunehmende Desinformation durch KI-generierte Inhalte. Deshalb müssen gerade wir in der professionellen Kommunikation noch stärker auf eine transparente Kennzeichnung und einen verantwortungsvollen Einsatz (inklusive ethischer Leitlinien) von KI setzen. Und unsere Teams kontinuierlich in eben diesem schulen. Denn nur so können wir Vertrauen aufbauen und halten.  

3. Revival der klassischen Pressearbeit 

Ein weiterer Wunschtrend von mir für 2026: das Comeback der klassischen Öffentlichkeitsarbeit, das kürzlich auch von Lydia Prexl in KOM ausführlich beschrieben wurde.  

Pressearbeit und generell Earned Media erhalten durch die Mechanismen von KI in Bezug auf das Suchverhalten der Menschen eine ganz neue Bedeutung. Denn KI-Such- und Antwortsysteme beziehen sich besonders gern auf externe Autoritätsquellen: z. B. Fachmedien, Studien, Interviews, Gastbeiträge und Expertenzitate. Wer also in einer von KI dominierten Informationswelt sichtbar sein möchte, sollte wieder stärker auf Glaubwürdigkeit und Verifikation setzen.  

Eine Erwähnung durch vertrauenswürdige Dritte stärkt nicht nur die eigene Reputation. In den Medien präsent zu sein, ist inzwischen auch ein zentraler Hebel für die Auffindbarkeit in der digitalen Welt.  

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4. Soft Skills genauso wichtig wie Tech Skills 

2026 ist technologisches Verständnis Pflicht und strategisches Denken sowieso. Also, liebe Kommunikatorinnen und Kommunikatoren: Stärkt eure Kompetenzen in Sachen KI, Daten, Tools und Automatisierung fortlaufend. Schärft euer Verständnis von Zielgruppen, Marktpositionierung und Reputationsmanagement.  

Technologische und analytische Fähigkeiten allein reichen jedoch nicht aus. Mindestens genauso wichtig sind die guten alten Soft Skills – gerade weil sie unsere USPs im KI-Kontext sind: Kreativität, Empathie, kritisches Denken und Flexibilität. Darüber hinaus die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen, andere zu begeistern, Verantwortung zu übernehmen. Und allen voran: Neugierde. Sie ist der zentrale Kern für alles, was wir im Laufe unseres Lebens lernen. 

5. Weitere Kommunikationstrends 2026 

Mensch-zu-Mensch-Interaktion

Echte Begegnungen bleiben auch 2026 auf dem Vormarsch. Analoge Formate, persönliche Gespräche und direkter Austausch schaffen Nähe und bleiben im Gedächtnis – als bewusster Gegenpol zur digitalen Dauerbeschallung. 

Dark Social und Communities

Immer mehr Kommunikation verlagert sich in geschlossene Räume: Messenger, private Gruppen, Newsletter, Communities. Wer Menschen erreichen will, muss neue, direkte Wege gehen. 

Boom des Langformats

Neben Kurzformaten wächst das Bedürfnis nach mehr Tiefe, Einordnung und Orientierung. Longreads und Podcasts gewinnen weiter an Relevanz. Gerade Podcasts haben sich vom Nischenformat zum Leitmedium entwickelt, da sie sich Zeit nehmen, Persönlichkeit zeigen und komplexe Themen zulassen.  
 

In diesem Sinne: Happy New Year und bleibt auch 2026 neugierig!