Patzo App: Hundebetreuung

Swipen, Matchen, Gassi gehen

Mobile & Apps - 17. Mai 21

Eine vertrauensvolle Hundebetreuung zu finden, ist nicht immer einfach: Neben der Chemie zwischen Tier und Mensch spielen auch ganz banale Dinge wie die Organisation von Gassigeh-Terminen oder die Unterbringung in Hundepensionen eine Rolle. Hier setzt das Start-up "Patzo" ein – das Gründungsteam um Felix Kox möchte hundebegeisterte Menschen zusammenbringen und eine kostenlose Betreuung aus der Community heraus ermöglichen. Wir haben nachgefragt wie es zu der Idee kam, wie die App funktioniert und welche Ziele die Gründer langfristig verfolgen.

 news aktuell: Was ist das Konzept hinter Patzo und wie funktioniert Eure App?

Felix Kox Patzo App Hundebetreuung
Felix Kox, Co-Founder & CEO Patzo. Foto: Patzo

Kox: Hundebetreuung mit Liebe statt Geldbeutel – so könnte man das Konzept beschreiben. Über die App finden sich nämlich Hundebesitzer*innen und Menschen, die es gerne wären. Ähnlich wie bei Tinder swiped man als Nutzer durch die Profile anderer Hundeliebhaber*innen oder durch Hunde, mit denen man gerne Zeit verbringen würde. Nach rechts swipen bedeutet “like” und nach links swipen “abgelehnt”.

Patzo App Hundebetreuung
Wenn beide Seiten liken, kann die Betreuung starten. Foto: Patzo

Wenn von beiden Seiten geliked wurde, werden Besitzer*in & Liebhaber*in benachrichtigt und können dann miteinander chatten, ein gemeinsames Gassi-Gehen ausmachen und schauen, ob sich alle Parteien (Mensch-Mensch-Hund) gut verstehen. Wenn das der Fall ist, hat man eine langfristige und liebevolle Hundebetreuung gefunden, die zudem nichts kostet.

news aktuell: Ist Hundebetreuung ein Gebiet, auf dem Ihr als Gründungsteam eine „Marktlücke“ entdeckt hattet? Wie muss man sich klassische Betreuungsangebote, die es bereits auf dem Markt gibt, im Vergleich zu Patzo vorstellen?

Kox: Wir haben tatsächlich durch viele Gespräche mit Hundebesitzer*innen und Hundeliebhaber*innen gemerkt, dass Hundebetreuung ein Thema ist, bei denen beide Seiten ziemlich unzufrieden mit den aktuellen Lösungen sind. Hundehotels sind extrem teuer, Hundesitting-Portale für Besitzer*in und Hund eher ein Stressfaktor und alleine lassen sollte man keinen Hund länger als wenige Stunden.

Die Lösungen auf dem Markt richten sich stark nach den Bedürfnissen der Hundebesitzer*innen. Die Buchungen gehen komplett von ihnen aus - Hundesitter müssen sich auf dem Portal zunächst stundenlang durch Fragenkataloge quälen und ihre Verfügbarkeiten laufend aktualisieren.

Dabei kann Hundebetreuung für alle Beteiligten so viel Spaß machen, wenn Hundeliebhaber*innen selbst den zu betreuenden Hund auswählen können, Hund & Betreuer*in die Zeit haben sich kennenzulernen und das alles auf freundschaftlicher Basis abläuft. Das sorgt auch bei den Besitzern für ein gutes Gefühl.

news aktuell: Wie kamt Ihr als Gründungsteam 2019 auf die Idee für Patzo? Steckt rückblickend noch viel von den ersten Gedanken in der aktuellen Version oder hat sich auf dem Weg auch vieles verändert? 

Patzo App Hundebetreuung
Auch eine langfrsitge Patenschaft ist bei Patzo möglich: Dabei wird der Hund regelmäßig bei einem ausgewählten Paten untergebracht. Foto: Patzo

Kox: Wir hatten in einem FH-Kurs die Aufgabe, eine innovative Businessidee zu finden, deren Bedarf am Markt zu prüfen und anschließend alle Marketing & Vertriebswege, Kooperationspartner, etc. theoretisch durchzugehen. Das alles im Rahmen eines Design Thinking Projekts. Unsere allererste Idee war es, Mode zu verkaufen, bei der die Hälfte des Erlöses an ein lokales Tierheim gespendet wird.

Der erste Schritt im Design Thinking Prozess nennt sich “Empathy”. Dabei versucht man sich durch Interviews und Beobachtungen in die Lage des Endnutzers zu versetzen und ihn zu verstehen. Während dieser Interviews hat sich herausgestellt, dass der Bedarf am Markt für diese Idee nicht existiert. Gleichzeitig haben wir aber auch herausgefunden, dass viele Hundeliebhaber*innen gerne Zeit mit Hunden verbringen würden, die Möglichkeiten dazu aber nicht da sind. 

Und tatsächlich gibt es zwar große Hundesitting-Portale – bei diesen Plattformen ist man aber als „Hundesitter“ in der Position eines Dienstleisters. Man gibt seinen Stundenpreis an und wartet, dass man gebucht wird. Dass man als Hundefreund aktiv die Hunde der Nachbarschaft anschauen kann und sich als Pate anbieten kann, gibt es so noch nicht. Also hat sich seit der ersten Idee auf jeden Fall einiges getan.

news aktuell: Wie habt Ihr diesen Prozess von der ersten Idee bis zum App-Launch erlebt? Gab es, wie es bei Start-ups nicht unüblich ist, auch Momente, in denen Ihr gezweifelt habt? 

Kox: An der Grundidee haben wir nie gezweifelt. Wie alle Start-ups haben aber auch wir teilweise Milestones um Wochen verpasst und ein paar Dämpfer beispielsweise bei der Investorensuche bekommen. Überwunden haben wir diese Momente durch die eigene Motivation und den Willen, diesen Markt zu verändern. Wenn man sich ganz sicher ist, dass die eigene Lösung die Probleme von vielen Menschen auf der Welt lösen kann und wird, dann sind Rückschläge eigentlich nur Feedback, an welchen Stellen man nachbessern muss.

news aktuell: Ihr seid als Gründungsteam quasi vom Studium ins eigene Start-up „gerutscht“. Was bedeutet Euch die Arbeit in Eurem eigenen Unternehmen? Wie gestaltet Ihr Euren Arbeitsalltag und Eure Arbeitskultur? 

Patzo App Hundebetreuung
Auch Notfall-Anfragen, z.B. bei dringenden Terminen, sind über die App möglich. Foto: Patzo

Kox: Es existiert eine starke Verbundenheit zum Produkt, wenn man selbst von Anfang an mit dabei ist. Das führt vor allem dazu, dass man keine Aufgabe nur “wischi waschi” bearbeitet, sondern immer versucht das Beste herauszuholen. Auf eine Art steht man ja auch mit seinem Namen für das Produkt.
Da aktuell nur die drei Gründer Vollzeit an der App arbeiten sind wir aktuell alle im Home-Office, halten uns über Video Calls auf dem Laufenden und freuen uns, wenn wir vielleicht noch dieses Jahr unsere Arbeit in ein kleines Office verlegen können.

news aktuell: Welches Feedback erhaltet Ihr am häufigsten von Euren Nutzern?

Kox: Viele Herz- und Hunde-Emojis aneinander gereiht.

news aktuell: Wie sieht Eure Zukunftsplanung aus? Habt Ihr bestimmte Städte im Blick, in denen Ihr als nächstes online gehen möchtet?

Kox: Wir haben am 10. Mai die App in Berlin gelauncht und wollen alle 2-3 Monate eine weitere Stadt mit aufnehmen. Bisher war die App nur in Würzburg verfügbar – der Stadt, in der die Idee entstanden ist. Die genau Reihenfolge der nächsten Städte ist noch nicht klar – das wollen wir auch ein bisschen vom Bedarf abhängig machen. Dafür kann man auf unserer Webseite seine Wunsch-Stadt eingeben und so die eigene Region in der Reihenfolge nach oben pushen.

Ansonsten haben wir noch einige Funktionen in der Hinterhand, die teilweise sehr nützlich, teilweise sehr spaßig sein werden und parallel zu den neuen Städten veröffentlicht werden. Es kommt also dieses Jahr noch einiges auf alle, die Hunde lieben, zu.

Interview: Martin Marsmann

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