Warum die Stimme der Athleten immer wichtiger wird

Road to Tokyo - 04. Dez 19

Der Sport und sein Management sind im Wandel. Immer lauter wird der Ruf der Athleten, zentrale Themen, Sportstrukturen und Zukunftspläne mitzubestimmen. In den letzten Jahren hat sich in diesem Bereich bereits viel getan. Eine Bestandsaufnahme von Mareike Miller.

Mareike Miller, Accountmanagerin bei news aktuell.
Mareike Miller, Accountmanagerin bei news aktuell.

Um Athleten in Deutschland die nötigen Ressourcen und Professionalität für das Mitwirken im Sport zu geben, wurden in den letzten Jahren Initiativen wie beispielsweise der Verein Athleten Deutschland e.V. gegründet. International gibt es zudem seit Kurzem mit Global Athlete ein Bündnis zwischen Sportlern aus unterschiedlichen Sportarten und Verbänden, um sich noch stärker gemeinsam zu positionieren. 

Warum ist diese Entwicklung notwendig?

Max Hartung, Mitgründer des Vereins Athleten Deutschland e.V., ist sich sicher: „Zu oft legen Organisationen und Politik den Fokus im Sport auf das Streben nach der Weltspitze und beachten dabei vor allem die Wirtschaftlichkeit – vergessen jedoch die Athleten. Wir sind diejenigen, die viel Kraft und Leidenschaft aufbringen, um mit viel Kampf für Medaillen zu sorgen. Die Belange und Bedürfnisse, die wir dabei haben, müssen bei Verbänden, Politik und Öffentlichkeit klarer zu sehen sein. Nur, wenn wir gemeinsam eine starke Stimme bilden, können wir den Sport so verändern, dass die Sportler tatsächlich im Mittelpunkt stehen!“

IPC Präsident Andrew Parsons und Mareike Miller.
IPC Präsident Andrew Parsons und Mareike Miller. Foto: Mareike Miller

Viele Entscheidungen, die Sportverbände und Politik im engen Austausch fällen, sind facettenreich und vielschichtig. Die Diskussionen sind oft langwierig und intensiv. Meist zeigt sich jedoch, dass eine wichtige Perspektive fehlt, wenn nicht zufällig ein Funktionär auch gleichzeitig ehemaliger Sportler ist. Fakt ist: Sportler und Sportarten haben ganz individuelle Strukturen und entsprechend variierende Bedürfnisse, die oft in standardisierten Systemen nicht ausreichend bedacht werden (können). Durch die direkte Einbindung von Sportlern lässt sich dem vorbeugen. Das zeigten zuletzt auch die großen Schritte in Deutschland bzgl. der Athletenförderung, der Lockerung der Werberegelungen bei Olympia oder etwa die nun geplante Altersvorsorge für Leistungssportler. All dies sind Themen, die die Gegebenheiten für den Leistungssport so stärken, dass die Athleten bei ihrem Streben nach Erfolg weniger Sorgen haben. 

Auch ich freue mich, die Veränderungen hautnah mitzuerleben. Als Vertreterin des Team Deutschland Paralympics war ich Ende November beim zweiten IPC (International Paralympic Committee) Athletes‘ Forum in Colorado in den USA zu Gast. Das Forum soll Athletensprecher befähigen, proaktiver auf die Verbände zuzugehen, sich mit den Anliegen der Athleten auseinandersetzen und fundiertes Wissen über die Sportstrukturen auf internationalem Niveau teilen.

Gruppenbild der AthletensprecherInnen beim IPC Athletes' Forum in Colorado, USA. Foto: Cady Lowery USOPC
Gruppenbild der AthletensprecherInnen beim IPC Athletes' Forum in Colorado, USA. Foto: Cady Lowery USOPC

80 Athletenvertreter aus 42 Ländern konnten direkt mit Andrew Parsons, dem Präsidenten des IPC und Dr. Mike Peters, Geschäftsführer des IPC, in den Austausch gehen. Auch viele weitere Top Manager der Paralympischen Bewegung waren vor Ort. Ein absolut gelungenes Format mit spannenden Einblicken.

Diese Entwicklungen zeigen, dass es gute und umsetzbare Möglichkeiten gibt, die Stimme der Athleten hörbar zu machen. Mit der Unterstützung und Bereitschaft von Verbänden und der Politik macht es auch wieder Spaß, seine Zeit in ein solches Ehrenamt zu investieren. Der gute Austausch auch unter Athleten sowie die wertvollen Erfahrungen machen es zu einer spannenden Herausforderung. 

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