Streuverluste in der PR: Print schlägt Social Media

Insight

Streuverluste variieren stark je nach genutztem Kommunikationskanal. Bei den klassischen Medien sind sie am geringsten, bei Social Media hingegen am höchsten. Das zeigt unsere Studie „Wege zum Verbraucher 2020“, die wir gemeinsam mit Faktenkontor und dem Marktforscher Toluna durchgeführt haben. 

PR-Profis unterschätzen die Wirkung von Print: So glauben 79 Prozent der befragten Experten, dass via Social Media die meisten Konsumenten erreicht werden. De facto aber nutzen nur 44 Prozent der Deutschen die sozialen Medien, um Nachrichten, Unterhaltung oder Produktinfos zu beziehen. Diese Diskrepanz zwischen den Einschätzungen deutscher Kommunikationsexperten und der tatsächlichen Mediennutzung der Bevölkerung führt zu hohen Streuverlusten.

Demnach erreicht über die Hälfte der Botschaften im Social Web Personen, die überhaupt nicht zur gewünschten Zielgruppe gehören (58 Prozent). Bei den Online-Medien liegt die Erwartunghaltung der PR-Profis und die tatsächliche Mediennutzung nicht so weit auseinander. Die Kommunikation ist effektiver: Hier geht nur jede dritte Maßnahme an den Zielgruppen vorbei (32 Prozent). Am wenigsten Streuverluste gibt es bei den klassischen Medien Print, Radio und TV: Hier ist nur jede vierte Botschaft reiner Überschuss (23 Prozent). 

Um die Streuverluste zu ermitteln, haben wir 2.000 Deutsche befragt, wie sie unterschiedliche Medientypen zur Informationssuche nutzen. Parallel dazu befragten wir 265 deutsche Kommunikationsexperten nach ihren Erwartungen in Bezug auf die Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage. Anschließend werteten wir die Abweichungen zwischen den Erwartungen der PR-Profis und dem tatsächlichen Nutzungsverhalten der Deutschen aus. Als Grundlage für die Analyse diente das Kommunikationsmodell von Jürg Leipziger (2007).

Über die Studie

Die Studie „Wege zum Verbraucher 2020“ stellt die Ergebnisse einer Bevölkerungsbefragung denen einer B2B-Kommunikatorenbefragung gegenüber. Dabei untersucht die vorliegende Analyse die Abweichungen zwischen tatsächlichen Ausprägungen und den Erwartungen deutscher Kommunikationsexperten. Durchgeführt wurde die Studie von Faktenkontor in Kooperation mit Toluna und der dpa-Tochter news aktuell. 

Untersuchungsdesign: Onlinebefragung
Teilnehmer: 2.000 Deutsche ab 18 Jahren, repräsentativ nach Alter, Geschlecht, Bundesland und 265 deutsche Kommunikationsexperten aus PR-Agenturen und Pressestellen 
Befragungszeitraum: Juni bis August 2018

Ihr Kommentar

Newsletter abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und erhalten immer die neuesten Updates rund um das Thema Kommunikation (max. 2/Monat).

Sicherheitsfrage