Jetzt schreib´ doch mal was!

Die Tastatur liegt geduldig unter den Fingern, das Display leuchtet erwartungsvoll, aber so rein gar nichts will aus den Fingern in die Tastatur und damit auf dem Bildschirm landen. Der flackert noch immer erwartungsvoll und bleibt vorwurfsvoll weiß. Und dabei soll doch die Pressemitteilung so schnell wie möglich veröffentlicht werden. Es. Ist. Grauenhaft. Natürlich gibt eine ganze Reihe von Tipps und Tricks, die helfen sollen, Schreibblockaden zu lösen. Hier mal ein ganz persönlicher Blick auf sechs Tricks, die wirklich halfen. 

1. Deadlines setzen

Klingt irgendwie widersprüchlich, doch funktioniert wirklich und ist sogar wissenschaftlich belegt: Der US-amerikanische Psychologe Robert Boice machte ein Experiment mit 27 Akademikern, die unter Schreibblockaden litten. Über zehn Wochen lang gab er der einen Gruppe die Aufgabe, spontan zu schreiben, ganz ohne Zeitdruck. Eine andere Gruppe wurde mit ihren Aufgaben auch dauernd gedrängt, fertig zu werden. Überraschung: Die letztere Gruppe war die produktivste.

Tipp: Wenn es kein anderer tut, sich selbst Deadlines setzen.

2. Abstand gewinnen

Drei Mal eineinhalb Stunden am Tag kann unser Gehirn effektiv arbeiten, so die Managementberaterin Barbara Liebermeister. Zwischen diesen drei Mal 90 Minuten gilt es also, etwas Abstand zum eigenen Werk zu finden. Am besten geht das mit einem Spaziergang an der frischen Luft. Da sind Bewegung, eine veränderte Perspektive und etwas Sauerstoff fürs Gehirn garantiert.

Tipp: Nichts wie raus.

3. Pausen machen – aber nicht prokrastinieren 

Das kann tatsächlich auch nach hinten losgehen. Nämlich immer dann, wenn das Pausen machen in einer Aufschieberitis (Prokrastination) endet. Was aber wirklich funktioniert, ist, wenn man beim Prokrastinieren Dinge tut, die aus dem Alltag reißen. Zum Beispiel morgens schon die Zähne mit der linken Hand putzen (für Linkshänder natürlich mit der rechten Hand), den Desktop aufräumen, zwischendurch mal die Spülmaschine ausräumen oder (so es vielleicht mal wieder möglich ist) mit Kolleginnen und Kollegen im Bistro schnacken. Aber: Irgendwann muss man auch wieder den Weg zurück an den Schreibtisch finden. 

Tipp: Kurz mal was ganz anderes tun.

4. Einfach mal die Klappe halten

Erinnert Ihr Euch noch an den Pinguin von Linux? Er hieß „Tux“ und er brachte es auf den Punkt: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal die Klappe halten“. Und was hilft uns das bei einer Schreibblockade? Oftmals ist es unsere eigene innere Kritikerin, die eine Schreibblockade auslöst. Und sie oder er ist leider sehr laut. Dann sind wir mit uns selbst zu streng, glauben, unsere Texte gefallen nicht, oder finden uns einfach nicht gut genug. Lasst Tux einfach mal ganz laut rufen: „Wenn Du, liebe innere Kritikerin, keine Ahnung hast: Einfach mal die Klappe halten!“ Das bringt sie zum Schweigen. Die hat nämlich echt keine Ahnung.

Tipp: Dem eigenen inneren Kritiker den Mund verbieten.

5. Warmmachen (oder schöner: drauflosschreiben)

Schreiben ist wie Sport, da muss man sich schon auch mal warm machen. Und wenn es mal wieder hängt, am besten warmschreiben. Wie das geht? Fünf Minuten einfach drauflosschreiben, ohne konkretes Thema, ohne Struktur, ohne auf Interpunktion oder anderes zu achten. Das tut richtig gut. Und Ihr werdet sehen: Da fügt sich plötzlich einiges. Was auch hilft, wenn Ihr einen kleinen Rahmen oder einen Anfang braucht: aus drei beliebigen Substantiven eine kleine Geschichte schreiben. Zum Beispiel mit diesen Wörtern: Linsensuppe, Terrasse und Rasen.

Tipp: Macht Euch den Spaß und schreibt einfach mal wild drauflos!

6. Wegschmeißen

Es tut manchmal weh, aber bei Schreibblockaden hilft es auch, das Geschriebene einfach mal in die Tonne zu treten. Das Blöde daran ist, dabei sitzen wir ganz schnell wieder vor einem weißen Blatt Papier bzw. dem Display. Aber: Weiter oben haben wir ja fünf schöne Tipps zusammengestellt, mit denen wir den Kampf mit dem weißen Bildschirm wieder aufnehmen und dieses weiße Monstrum bezwingen können. 

Tipp: Fix mal wieder nach oben scrollen.

Welche Tipps habt Ihr, um Schreibblockaden zu lösen?

Autorin: Nicola Wohlert

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