#prba21: Die Schweiz mal so ganz anders

Schweiz - 20. Sep 21

Wenn man nicht weiss, wo das Bild entstanden ist, könnte man meinen, dass es in Italien aufgenommen wurde. Was wenige wissen: Mediterranen Flair gibt es aber auch in der Schweiz. Konkret: in Gandria am Luganersee. Ein ungewöhnliches Bild, das Schweiz Tourismus beim PR-Bild Award 2021 eingereicht hat und das es auf die Shortlist des bekannten Branchenpreises geschafft hat. Über dieses Bild, den Tourismus in der Schweiz und die Medienarbeit mit Bildern haben wir mit Schweiz Tourismus, Ticino Turismo und dem Fotografen gesprochen. Rede und Antwort stand uns gleich ein ganzes Team des Destinationsvermarkters: André Aschwanden (Mediensprecher Schweiz Tourismus), Jutta Ulrich (Mediensprecherin Ticino Turismo), Silvano Zeiter (Fotograf) und Silja Müller (Content Managerin Schweiz Tourismus).

news aktuell: Bevor wir über das Bild sprechen: Der Tourismus leidet ja weltweit unter Corona. Wie ist die Schweiz bisher durch die Pandemie in den letzten 18 Monaten gekommen? Spüren Sie eine Trendwende?

Aschwanden: Der Schweizer Tourismus leidet nach wie vor enorm - wir sind noch weit weg von den Rekordergebnissen des Jahres 2019. Immerhin: besonders die Bergregionen sind bei einheimischen Gäste beliebt, die Lust auf Ferien im eigenen Land bei Schweizerinnen und Schweizern gross. Auch unsere treuen europäischen Gäste reisen jeweils sofort wieder in die Schweiz, sobald dies möglich ist. Dies zeigt sich seit dem Sommer 2020. Schwerer getroffen sind die Städte. Sie sind vor allem auch abhängig vom Übersee-Tourismus, der nach wie vor zum grössten Teil ausbleibt. Auch beim Geschäftstourismus weiss man noch nicht, in welcher Form er nach der Pandemie wieder stattfinden wird.

news aktuell: „Eine Frau badet vor Gandria im Luganersee" heisst das Bild, das Sie beim diesjährigen PR-Bild Award eingereicht haben. Das Fischerdorf Gandria liegt im Kanton Tessin. Der Kanton wird auch als „Sonnenstube der Schweiz“ beschrieben und die Tessiner fühlen sich mit Italien sehr verbunden. Wollten Sie genau dieses Lebensgefühl auf dem Bild ausdrücken? Also eine mediterrane Atmosphäre, die Lust auf Sommerurlaub in der Schweiz macht?

Ulrich: Wasser spielt im Tessin eine grosse Rolle. Zwei Seen mit mehr als 160 km langer Küste, berauschende Wasserfälle und idyllische Bergseen prägen das Landschaftsbild der italienischen Schweiz. Diese Stärke, verbunden mit dem mediterranen Lebensgefühl und dem Tick mehr Exotik als im Rest der Schweiz, haben wir verstärkt in den Fokus gestellt, um Lust auf Sommerurlaub im Tessin zu machen. Da vor allem in den Städten aufgrund der Pandemie rückläufige Übernachtungszahlen verzeichnet wurden, fand in der Hotellerie in Lugano ein Umdenken statt und es wurde verstärkt daran gearbeitet, den wegfallenden Geschäftstourismus mit Feriengästen zu ersetzen. Dass Sommerferien und städtisches Treiben durchaus zusammenpassen, wollten wir anhand von Lugano zeigen. Denn die Stadt mit mediterranem Flair liegt direkt am Luganersee, eingerahmt von einer üppigen Naturkulisse und bietet zahlreiche Wassersportmöglichkeiten, wie auf dem Bild zu sehen ist. Gandria ist eines der Ausflugsziele von Lugano, per Schiff mit einem schönen Spaziergang am Seeufer entlang erreichbar. Unterwegs bieten sich einige schöne Badestellen, die genau das bieten, was auf dem Foto zu sehen ist.

news aktuell: Ist die Schweiz in den Köpfen vieler deutscher Urlauber eher als Winterurlaubsort verankert, so dass der Sommer-Tourismus dem etwas nachsteht oder ist es mittlerweile ein ausgeglichenes Verhältnis?

Aschwanden: 2019, im Jahr vor der Pandemie, kam eine knappe Mehrheit der Hotelübernachtungen von deutschen Gästen im Sommer zustande, beinahe 55 % (Quelle: Bundesamt für Statistik, Beherbergungsstatistik 2019). Die deutschen Touristinnen und Touristen in der Schweiz mögen also beide Jahreszeiten beinahe im gleichen Ausmass. Mehr Informationen zu den deutschen Gästen gibt es hier.

news aktuell: Den Luganersee kennen wohl viele auch in Deutschland. Gandria hingegen wohl eher die wenigsten. Was macht Gandria aus? 

Ulrich: Gandria ist das letzte Schweizer Dorf vor der Grenze zu Italien. Pittoresk und gut erhalten, mit Häuserfassaden, die sich in den Wassern des Ceresio spiegeln, ist es eines der schönsten Uferdörfer des Tessins. Das Zentrum der für den Autoverkehr geschlossenen Ortschaft ist eine Oase der Ruhe, die mit engen Treppengassen, verwinkelten Bogengängen und kleinen feinen Restaurants zum Verweilen einlädt. Mit dem Schiff gelangt man in wenigen Minuten nach Lugano. Die Alternative ist ein Spaziergang auf dem Olivenweg, der sich durch Wälder und Olivenhaine am Seeufer schlängelt, Auskunft über die Geschichte, die Botanik, den Anbau, die Frucht und das daraus gewonnene Öl gibt und zwischendurch mit kleinen feinen Badeplätzen zur Erfrischung im See einlädt. Auf der gegenüberliegenden Uferseite, beliebt im Sommer auch wegen seiner zahlreichen Grotti, befindet sich das Schweizer Zollmuseum in der Ortschaft Cantine di Gandria, das nur per Boot erreichbar ist.

news aktuell: Der Fotograf muss ja ganz ähnlich im Wasser gelegen haben, wie die Frau, die wir auf dem Bild sehen. Wie wurde das Bild aufgenommen und gab es besondere Herausforderungen bei der Produktion des Bildes?

Müller: Genau, der Fotograf Silvano Zeiter befand sich für diese Aufnahme ebenfalls im Luganersee – gut ausgerüstet mit Schnorchel, Taucherbrille, Flossen sowie seiner Kamera, die sicher in einem Unterwassergehäuse eingepackt war.

Zeiter: Mein Ziel war es, so knapp wie möglich über der Wasseroberfläche zu fotografieren und so strampelte ich konstant mit den Flossen, um möglichst auf derselben Höhe zu bleiben. Die Kamera wie auch mein Kopf waren bis zur Hälfte im Wasser. Alles bewegte sich durch den Wellengang und ich musste mich gleichzeitig auf das Bedienen der Kamera, das Framing im Sucher, die Fokussierung und das Model konzentrieren. Anweisungen an das Model zu geben mit einem Schnorchel im Mund war nicht ganz leicht, aber auf jeden Fall amüsant.

Müller: Die Aufnahme entstand zudem im Rahmen eines grösseren Shootings für die Region und wir hatten einen dichten Zeitplan. Dies war für den Fotografen zusätzlich eine Herausforderung.

news aktuell: Sie haben das Bild für Ihre eigene Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt. Welche Resonanz hat es zum Beispiel im Social Web gegeben? Wie haben die Medien reagiert, wie die (Tessiner) Öffentlichkeit?

Ulrich: Das Foto spiegelt wider, was die Tessiner jeden Sommer leben. Die Nähe zur Natur und die Nutzung aller Wassersportmöglichkeiten gehört zum Lebensstil der Tessiner Bevölkerung. Sie konnten sich deshalb mit dem Foto stark identifizieren.

Interview: Nicola Wohlert 

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