PR-Bild Award 2021 Nivea Beiersdorf Human Touch Juarez Heloisa

#prba21: Berührung als Schlüssel zu Glück und Gesundheit

Events - 10. Aug 21

Körperkontakt kann heilen und sogar Leben retten. Wie wichtig er für unsere Gesundheit ist, möchte die Initiative #Careforhumantouch von Nivea zeigen - mit unterschiedlichsten Geschichten von menschlichen Berührungen und Nähe und ihrer Abwesenheit. Eines der Bilder hat es auf die diesjährige Shortlist des PR-Bild Award geschafft. Wir sprachen mit Ralph Zimmerer, Vice President NIVEA Brand Identity & Capability, über die Entstehungsgeschichte, das Corona-Dilemma und darüber, was Berührungen in unserem Körper bewirken.

Ralph Zimmerer, Vice President NIVEA Brand Identity & Capability
Ralph Zimmerer, Vice President NIVEA Brand Identity & Capability. Foto: Oliver Lassen

news aktuell: Anfang des Jahres hat Nivea die Purpose-Initiative „Care for Human Touch“ gestartet. Im Mittelpunkt der Initiative stehen die gesundheitlichen Vorteile menschlicher Berührung. Für die Initiative hat der Hamburger Fotograf Oliver Lassen unter anderem das alte Ehepaar Juarez und Heloisa aus São Paolo fotografiert. Wie hat er die beiden „gefunden“ und welche Geschichte erzählt uns das Bild?

Zimmerer: Das NIVEA-Team, die Agenturen csvg-Strategie und i-sekai sowie Oliver Lassen haben die Menschen für den „Human Touch Report“ über eigene Kontakte überall auf der Welt gesucht. Über eine Beraterin aus São Paolo wurden wir auf Juarez und Heloisa aufmerksam.

Das Ehepaar, welches vor über 55 Jahren geheiratet hat, kommt aus São João Del Rey, einer kleinen historischen Stadt zwischen Rio de Janeiro und Belo Horizonte. Es war Liebe auf den ersten Blick, als Juarez als junger Soldat seine Heloisa auf der anderen Straßenseite entdeckte. Zwei Minuten später wusste er, dass er sie heiraten würde. Heute haben sie fünf Kinder, 18 Enkelkinder und 13 Urenkelkinder. Das Foto entstand im Ibirapuerapark in São Paolo, dort wo das Ehepaar häufig spazieren geht und das Zusammensein genießt. Ihre Eltern haben sich früher kaum berührt. Für Juarez und Heloisa ist die Berührung ein wichtiges Zeichen von Liebe. Das haben sie an ihre Kinder weitergegeben.

news aktuell: Ursprünglich sollte die Kampagne zur Purpose-Initiative schon im vergangenen Jahr starten, doch dann kam Corona und das Gebot, Abstand zu halten – also das genaue Gegenteil von Körperkontakt. Hat das die Kampagne nicht grundsätzlich in ein Dilemma gebracht? 

Zimmerer: Wir waren Anfang 2020 bereit, den NIVEA Brand-Purpose weltweit einzuführen. Aber als sich dann die Pandemie zu einer zusätzlichen Bedrohung für menschliche Berührung und das Miteinander entwickelte, haben wir beschlossen, eine weitere globale Umfrage durchzuführen, um die Implikationen in diesem Bereich zu verstehen. Wir wollten die Konsequenzen dieser Ausnahmesituation verstehen und unseren Beitrag sorgfältig abstimmen. Die Ergebnisse unserer Umfragen haben wir dann im Januar 2021 veröffentlicht, weil sie jetzt wichtig sind. In den letzten Monaten haben viele Menschen erfahren, wie sehr sie unter dem Mangel an Berührungen und einem isolierten Leben leiden. In unserer Studie gab jede zweite Person an, dass sie sich wegen der Isolation während der Pandemie einsamer als je zuvor in ihrem Leben fühlte. Wir haben als Marke eine große Chance, Bewusstsein für dieses Spannungsfeld zu schaffen, über die positiven Effekte menschlicher Berührung aufzuklären und Partner zu finden, um dieses Problem anzugehen. Da die Menschen derzeit empfänglich für dieses Thema sind, verstehen sie die Dringlichkeit der Probleme.

news aktuell: Wo haben Sie die Initiative-Bilder für #CareForHumanTouch veröffentlicht und welche Resonanz hat es gegeben? Wie haben die Medien reagiert, wie die Öffentlichkeit?

Zimmerer: Das Bild von dem alten Ehepaar Juarez und Heloisa aus São Paolo haben wir zusammen mit der Launch-Pressemeldung an deutsche und über unsere Tochtergesellschaften auch europäische Medien gesendet. Bis Mitte März haben 167 Online- und 19 Printmedien über #CareForHumanTouch berichtet, in vielen dieser Veröffentlichungen wurde das Bild von Heloisa und Juarez genutzt. Der Umfang der Veröffentlichungen und die positiven Kommentare haben uns gezeigt, wie bedeutend unser Thema für viele ist. Das Foto von Juarez und Heloisa hat viele Menschen berührt und sie daran erinnert, wie wichtig menschliche Berührung ist.

news aktuell: Die Initiative soll Bewusstsein bei vielen Menschen schaffen, wie wichtig und gesundheitsfördernd menschliche Berührung ist. Was genau bewirkt Berührung und Hautkontakt in unserem Körper?

Zimmerer: Unsere Studien zeigen ein universelles Bedürfnis nach Berührung, denn zwischenmenschliche Berührung macht uns Menschen aus. Menschliche Berührungen sind der Schlüssel zu einem glücklichen und erfüllten Leben. Dieser Aussage haben mit minimalen Abweichungen weltweit neun von zehn Personen zugestimmt. 

Durch menschliche Berührung beruhigt sich die Herzfrequenz, der Blutdruck normalisiert sich und Schmerzen können gelindert werden. Darüber hinaus sinkt durch Hautkontakt der Stresshormonpegel und Angst- sowie Depressionssymptome gehen zurück. Berührung sorgt für die Ausschüttung von Glückshormonen, stärkt das Immunsystem und lässt Gefühle der Einsamkeit abnehmen. Drei konkrete Beispiele sind, dass Frühgeborene höhere Überlebenschancen haben, wenn sie berührt werden, Alzheimerpatienten durch körperliche Nähe ruhiger werden und Sportmannschaften, die sich berühren, erfolgreicher sind.

news aktuell: Nivea unterstützt im Rahmen von #CareForHumanTouch auch Berührungsprojekte, die die Lebensqualität jener Menschen verbessern sollen, die von Einsamkeit bedroht sind. Können Sie uns das bisschen konkretisieren?

Zimmerer: Wenn Einsamkeit immer mehr Raum im Leben der Menschen einnimmt, können menschliche Berührungen zwischenmenschliche Verbindungen (wieder) herstellen und Menschen helfen, die negativen Gedanken und Emotionen, die mit Isolation verbunden sind, zu überwinden. Aus diesem Grund unterstützt NIVEA Hautberührungsprojekte zur Förderung der Lebensqualität von Menschen, die von Einsamkeit bedroht sind, wie z. B. Frühgeborene, sehbehinderte Menschen und ältere Menschen mit Demenz. Bis 2025 sollen die Projekte einen positiven Einfluss auf die individuelle Gesundheit und das Wohlbefinden von mehr als 150.000 Menschen haben. Die Projekte werden mit einem finanziellen Engagement von 20 Mio. Euro umgesetzt.

Jedes Hautberührungsprojekt beinhaltet körperliche Berührung. Alle Interventionen haben einen positiven Einfluss auf die körperliche, geistige oder sozial-emotionale Gesundheit der Menschen und lindern dadurch Gefühle der Einsamkeit. Zum Beispiel:

  • Projekte für direkten Hautkontakt bei Frühgeborenen nach der sogenannten „Känguru-Methode“ sorgen für sensorische Stimulation, um das Wachstum und die Entwicklung der Frühgeborenen und die Entwicklung anhaltender Bindungen zu fördern.
  • Die Interaktion mittels Berührung ermöglicht Menschen mit Sehbehinderung die soziale Teilhabe. NIVEA unterstützt sie dabei, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden und vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen.
  • Therapeutische Massage hilft dementen Patienten, Symptome wie Angst, Unruhe, Depression und Einsamkeit zu mindern.

news aktuell: Menschlicher Körperkontakt ist je nach Kultur und Land ja sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Aber gemeinsam ist, dass er durch die Pandemie-Erfahrung extrem abgenommen hat. Sie haben dazu einen "Global Report" erstellt. Was sind die wichtigsten Erkenntnisse daraus?

Zimmerer: Die Haupterkenntnisse aus unserer globalen NIVEA Studie zum Thema „Menschliche Berührung“ Teil I und II sind:

  • Neun von zehn Menschen auf der ganzen Welt glauben, dass menschliche Berührungen der Schlüssel zu einem glücklichen, erfüllten Leben sind, und stellen fest, dass der Mangel an Berührung zu Einsamkeit führen kann. Zwei Drittel (in Deutschland 56 Prozent) werden nicht täglich von anderen Menschen berührt.
  • Die NIVEA Studie zeigt, dass unser moderner Lebensstil und die Unsicherheit darüber, welche Art von Körperkontakt angemessen ist, der Berührung entgegenstehen.
  • Würden die Menschen mehr über die Gesundheitsvorteile von Hautkontakt wissen, könnte sie das zu mehr menschlicher Berührung ermutigen.
  • Die Corona-Pandemie isoliert uns zum Teil von unserer Familie. Freunde, Bekannte und Kollegen dürfen ebenfalls nicht mehr in gewohnter Art umarmt oder berührt werden. Das macht sich in den Studienergebnissen bemerkbar.
  • Unser Alltag auf Abstand während der COVID-19-Pandemie hat noch deutlicher gemacht, wie wichtig menschliche Berührung in unserer Gesellschaft ist. 
  • Wer seltener berührt wird, fühlt sich häufiger einsam. Manche Gruppen, zum Beispiel junge Menschen, sind anfälliger für Einsamkeit als andere.
  • Qualität geht vor Quantität – so lautet die Devise für menschliche Berührung nach der Pandemie.

Interview: Beatrix Ta

Ab sofort kann für die besten PR-Bilder des Jahres abgestimmt werden. Hier geht es zum Voting für den PR-Bild Award 2021.

Ihr Kommentar

captcha

Newsletter abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und erhalten immer die neuesten Updates rund um das Thema Kommunikation (max. 2/Monat).

Sicherheitsfrage