PR-Bild Award 2020 Deutsche Telekom Street Gigs Konzert James Blunt Elbphilharmonie

#prba20: Die Magie des Augenblicks

Bild, Radio, Video - 01. Okt 20

Das Corona-Virus hätte dem Telekom Street Gigs Konzert von James Blunt in der Elbphilharmonie fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber die Entscheidung nur sieben Stunden vor Beginn, den britischen Singer-Songwriter ohne Publikum vor leeren Rängen spielen zu lassen, hat auch eines geschafft: Das Konzert ist in die Geschichte als weltweit erstes rein digitales Konzert eingegangen. Ein Bild dieses außergewöhnlichen Events ist auf der Shortlist des PR-Bild Award 2020. Wir sprachen mit Dirk Becker, Unternehmenssprecher der Deutschen Telekom AG, über die besonderen Umstände dieses Abends am 11. März 2020, die fotografischen Herausforderungen und was ein gutes PR-Bild für ihn ausmacht.

Dirk Becker, Unternehmenssprecher der Deutschen Telekom AG.
Dirk Becker, Unternehmenssprecher der Deutschen Telekom AG. Foto: Telekom Deutschland

news aktuell: Die Umstände, unter denen dieses Bild entstand, waren sicher ganz besondere. Können Sie erläutern, was in den Tagen vor dem Shooting geschah?

Dirk Becker: Als wir im Februar das exklusive Konzert von James Blunt im Rahmen der Telekom Street Gigs in der Elbphilharmonie Hamburg angekündigt haben, wurde das Risiko des Coronavirus’ für Deutschland als “gering” eingestuft. Und dann kam alles anders. Am Morgen des 11. März spitzte sich die Corona-Situation in Deutschland immer mehr zu. Auf einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz mit Angela Merkel drohte der bundesweite Lockdown. Da wir die Lage seit Februar beobachtet hatten und im Austausch mit dem Künstler, Warner Music, der Elbphilharmonie und den Hamburger Ordnungsbehörden waren, wussten wir, was zu tun war. Obwohl Hamburg an dem Tag noch kein Verbot von Großveranstaltungen verhängt hatte, war für uns klar: Die Gesundheit aller Beteiligten – Fans, Künstler und Produktionsteam – steht im Mittelpunkt. Deshalb haben wir um 14 Uhr, wenige Stunden vor Konzertbeginn, entschieden, das Konzert ohne Zuschauer vor Ort durchzuführen. Zu dem Zeitpunkt hat keiner von uns geahnt, dass wir damit als weltweit erstes Digitalkonzert während der Corona-Pandemie in die Geschichte eingehen würden.

news aktuell: Was waren die besonderen Herausforderungen bei der Produktion des Bildes? Die Elbphilharmonie ist ja mit Sicherheit eine ganz besondere Location.

Dirk Becker: Unter normalen Umständen wäre es bereits eine Herausforderung gewesen, die einzigartige Architektur und die Stimmung der Fans sowie vom Künstler auf der Bühne einzufangen. Jetzt stand unser Fotograf Danny Jungslund in einem leeren Saal. Und wie fängt man diese einmalige Konzertatmosphäre auf einem Foto ein, wenn der Künstler digital für ein Millionenpublikum spielt, aber dabei vor komplett leeren Rängen steht? Aus dieser fotografischen Herausforderung wurde am Ende ein Foto, das nicht nur die Einzigartigkeit des Auftritts zeigt, sondern die gesellschaftliche Situation an dem Tag auf den Punkt bringt. Das Foto ist gleichwohl Momentaufnahme und Ausdruck eines Gefühls. Ein Gefühl von Ungewissheit, von Leere. Aber gleichzeitig ein Gefühl der Gemeinsamkeit, das einen Impuls der Hoffnung sendet.

news aktuell: Wo haben Sie das Bild veröffentlicht und welche Resonanz hat es gegeben? Wie haben die Medien reagiert, wie die Öffentlichkeit?

Dirk Becker: Normalerweise sind bei unseren Street Gig-Konzerten zwischen 40 und 50 Journalisten vor Ort. Darunter auch immer mindestens zehn Fotografen. Dies war diesmal natürlich nicht der Fall. Unser Team hat die Produktion von Fotos und Videos übernommen, die wir für unsere Social-Media-Kommunikation genutzt haben und Journalisten kostenfrei zur Verfügung gestellt. Bis heute wurden weit über 1.500 Artikel und Berichte über das Konzert veröffentlicht. Vor allem am 11. und 12. März bestimmte das Thema die Schlagzeilen. Der Spiegel nutzte das Bild wenige Tage später als Aufmacher für den Artikel "Geisterland" (Ausgabe 12/14.03.2020). In der Öffentlichkeit wurde das Konzert als positives Beispiel wahrgenommen, dass wir auch in einer Pandemie digital in Verbindung bleiben. Wir hatten uns als Telekom damals mehr denn je zur Aufgabe gemacht, Menschen zu verbinden, auch, wenn dies physisch nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich ist.

news aktuell: Sie nutzen das Social Web für Ihre Bild-PR. Welche Kanäle bedienen Sie denn mit welchem Content?

Dirk Becker: Primär die Facebook-, Twitter- und Instagram-Kanäle sowie die Homepage von MagentaMusik 360, aber auch die Corporate-Kanäle der Deutschen Telekom AG und die Marketing-Kanäle der Telekom Deutschland, die die Telekom Street Gigs verantworten. Und das vor allen Dingen im Rahmen von Konzerten und Festivals, die von der Telekom übertragen werden. Fans erhalten zudem exklusive Behind-the-Scenes-Einblicke und sind so immer dabei.

news aktuell: Wie messen Sie den Erfolg für das Bild?

Dirk Becker: Der Livestream von James Blunt in der Elbphilharmonie Hamburg, den rund 1,7 Millionen Zuschauer weltweit gesehen haben, hat Geschichte geschrieben. Innovativ und mutig in Szene gesetzt. Und das Bild zeigt genau das. Das Foto ging durch die Medien und wurden in TV-Beiträgen, sowie im Print- und Online-Bereich genutzt. Auch auf unseren Social-Media-Kanälen gab es tausende positive Reaktionen.

news aktuell: Was würden Sie anderen Unternehmen für ihre PR-Bilder empfehlen? Was sollten sie unbedingt beachten, was vermeiden?

Dirk Becker: Ein Bild muss Emotionen vermitteln. Der Betrachter will sich mit dem Geschehen identifizieren, sich in den Moment versetzen, hautnah dabei sein. Gleichzeitig muss ein Foto einen Wiedererkennungswert und eine Verbundenheit mit der Marke schaffen sowie die Zielgruppe ansprechen. Das perfekte Motiv ist die Grundlage dafür und eine hohe Bildqualität ist unerlässlich. Wir machen uns bei allen unserer Musikevents lange im Vorfeld Gedanken darüber, was das perfekte Motiv sein könnte. Eines, das Medien und Rezipienten gleichzeitig in ihren Bann zieht. Das zahlt sich aus. Bei dem James Blunt-Konzert war das Foto allerdings weniger das Ergebnis von Planung, sondern eher die Magie des Augenblicks.    

Interview: Nicola Wohlert

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