#prba20: Teil von etwas Großem sein

Bild, Radio, Video - 04. Sep 20

Sie haben zwei Abenteurer auf einer spektakulären Reise in eine abgelegene Gegend Norwegens begleitet, beeindruckende Motive auf dieser Tour entdeckt und zeigen auf, warum es wichtig ist, Teil von etwas ganz Großem zu sein, wenn PR-Bilder entstehen. Ein Bild dieser Reise hat es auf die Shortlist des PR-Bild Award 2020 geschafft. Darüber und einiges mehr haben wir mit Tom Kahler (Fotograf), Joe Shields (Creative, GTB), Emmanuel Lubrani (Senior Manager Communications, Ford of Europe) und Anne Weckler (Account Executive, Hill + Knowlton Strategies GmbH) gesprochen.

news aktuell: Wie ist das Bild entstanden?

Tom Kahler. Foto: Kai Grossmann von wildlicht 

Tom Kahler (Fotograf): Die blaue Stunde kurz vor Einbruch der Dunkelheit ist meine Lieblingszeit zum Fotografieren. Sie passte perfekt zur Stimmung, als die beiden ihr Lager für die Nacht aufschlugen. Ich musste die Kamera auf einem Peli-Gehäuse in einer Pfütze mit ein paar Objektivdeckeln unter dem Objektiv balancieren, um den korrekten Winkel beizubehalten, während ich den Van ablichtete. Nicht ideal, aber das Stativ ging nicht tief genug – also musste ich improvisieren. 
 
news aktuell: Gab es besondere Herausforderungen bei der Aufnahme des Bildes?

Tom Kahler: Es war windig, die Temperaturen waren unter dem Gefrierpunkt und es herrschte fast völlige Dunkelheit. Das alles erschwerte es zusätzlich, die Kamera in der Pfütze auszubalancieren.
 
news aktuell: Das sieht nach einem wirklich ungewöhnlichen Ort aus...

Tom Kahler: Es ist ein wunderschönes Gebiet in Norwegen in der Nähe der Trollwand, eine so wilde und abgelegene Gegend. Perfekt zum Zelten vor oder nach einem Tag voller Abenteuer in den Bergen.
  
news aktuell: Sie haben zwei wirkliche Abenteurer dorthin begleitet. Gab es da manchmal Dinge, die nicht nach Plan verliefen?

Joe Shields, Creative, GTB.

Joe Shields (Creative, GTB): Auf jeden Fall. Die Dreharbeiten begannen damit, dass unsere Flüge gestrichen wurden, doch das sollte erst der Anfang sein.  
 
Während der gesamten Vorproduktion und in den ersten Tagen der Dreharbeiten hatten wir das Ziel, unsere Reise mit Wild Camping an der Trollwand zu beenden – der höchsten vertikalen Felswand Europas. Es wäre der perfekte Höhepunkt für unsere Reise vom Meer zum Gipfel gewesen. Aber der norwegische Sommer endete schneller und dramatischer als jeder von uns erwartet hatte.
 
Innerhalb unserer ersten Tage im Land beobachteten wir sehr genau die Wettervorhersage für die Trollwand und in der Umgebung. Wir waren weniger als eine Woche dort draußen und die Bedingungen verschlechterten sich von Tag zu Tag. Wir behielten unsere Hoffnung, aber nach der Hälfte der Dreharbeiten mussten wir eine Entscheidung treffen. Wir würden nicht zur Trollwand kommen. Unter diesen Bedingungen war nicht einmal eine Wanderung denkbar.
Aber wir brauchten einen Gipfel. Das ist es, wofür James und Nic (unsere beiden Abenteurer vor der Kamera) leben. Wir mussten klettern und unsere metaphorische Fahne in den Boden stecken, um zu sagen, dass wir es geschafft haben. Wir haben es hierher geschafft – wo auch immer „hier“ sein mag.
 
An dem Tag, an dem wir dieses Bild aufgenommen haben, haben wir zuvor einen anderen Weg für unsere letzte Wanderung am nächsten Morgen herausgesucht. Wir wollten, wie geplant, zum Trollstigen gehen, wo auch die Wanderung zur Trollwand begonnen hätte. Jedoch hatten wir vor, die andere Seite des Tals hinaufzuklettern. Ein kleinerer Aufstieg, aber ein realistischer. Es wäre eine Lüge zu sagen, dass es sich nicht wie eine kleine Niederlage angefühlt hat, aber es war trotz allem ein schöner Aufstieg. Und er wurde mit jedem Schritt vielversprechender. Wunderschöne Aussichtspunkte vom Start bis zum Ziel, bei denen wir über verschneites Geröll stiegen, um eine felsige Kuppe zu erreichen. Dort blickten wir über drei Gipfel der Wand – Kongen ("der König"), Dronninga ("die Königin") und Bispen ("der Bischof").
 
Wir hatten unseren Gipfel erreicht. Nicht den, den wir uns vorgenommen hatten, aber einen, der ebenso unvergesslich war. Und eigentlich hat diese Planänderung perfekt zu einer echten Camper Van Geschichte gepasst. Man hat die Mobilität und die Freiheit, sich ganz spontan umzuentscheiden und irgendetwas zu machen, was man vorher gar nicht geplant hat. Das ist die größte Freude daran!
 
news aktuell: Was würden Sie anderen Unternehmen für ihre PR-Bilder empfehlen? Was sollten sie unbedingt beachten, was sollten sie vermeiden?
 
Joe Shields: Es klingt kitschig, aber lass dich darauf ein, Teil von etwas Größerem zu sein. Teil einer echten Geschichte zu sein, anstatt eine Geschichte oder Kampagne zu zwingen, sich allein auf das Produkt zu konzentrieren. Ich liebe es, Bilder von Marken in ihrem authentischen Kontext zu sehen. Aber das erfordert, dass wir Produkte und Marken bis in ihren Kern hinterfragen – ehrlich und ohne Vorurteile – um zu verstehen, was der wahre Kontext ist.
 
news aktuell: Sie nutzen das Social Web für Ihre Image-PR. Welche Kanäle nutzen Sie für welche Inhalte?
 
Emmanuel Lubrani (Senior Manager Communications, Ford of Europe): Diese Geschichte war hauptsächlich eine, die wir in unseren sozialen Netzwerken (und auf den Kanälen der Abenteurer/Influencer) teilen wollten. Sie wurde nicht entworfen, um dafür Dutzende von Medienberichten zu erhalten. 
 
news aktuell: Wie messen Sie den Erfolg des Bildes?
 
Emmanuel Lubrani: In erster Linie daran, wie oft es von den Medien oder anderen Personen aufgegriffen wird. Sehr oft veröffentlichen wir mehrere Bilder desselben Produkts oder derselben Story und es ist nicht ungewöhnlich, dass ein oder zwei Bilder davon von Medien aufgegriffen werden.
 
news aktuell: Wo haben Sie das Bild veröffentlicht und welche Resonanz hat es gegeben? Wie haben die Medien reagiert, wie die Öffentlichkeit?

Anne Weckler (Account Executive, Hill + Knowlton Strategies GmbH): Das Video zu dem Trip wurde auf YouTube veröffentlicht, wo es mittlerweile über 15.000 Mal aufgerufen wurde. Es gibt zudem mehrere Beiträge auf den Social-Media-Kanälen von Ford. Wir haben bei allen Aktivitäten im Social-Media-Bereich viel Zuspruch aus der Community bekommen. Dasselbe gilt für Fotograf Tom Kahler, der das Bild auf Instagram veröffentlicht und neben 7.000 Likes viele positive Kommentare bekommen hat. Es wurde außerdem eine Pressemeldung dazu veröffentlicht, woraufhin verschiedene Medien über den aufregenden Trip berichtet haben, was uns natürlich sehr gefreut hat.

Interview: Nicola Wohlert

Haben Sie schon für die besten PR-Bilder des Jahres abgestimmt? Falls nicht, dann unbedingt noch voten. Noch bis zum 02. Oktober ist das Voting geöffnet: https://www.pr-bild-award.de/voting/

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