Pinterest E-Commerce Onlineshops

Pinterest für den E-Commerce nutzen

Social Media - 09. Sep 21

Pinterest wird für den E-Commerce immer spannender. Das liegt an den zahlreichen Shopping-Features, die Pinterest eingeführt oder angekündigt hat. Pinterest-Expertin Melanie Grundmann erklärt, warum Pinterest für E-Commerce-Unternehmen besonders attraktiv ist, welche Möglichkeiten es Onlineshops bietet und wie man am besten mit seinem Onlineshop auf Pinterest startet. Von Melanie Grundmann

Dr. Melanie Grundmann, Inhaberin der Pinterest-Marketing-Agentur Marpha Consulting. Foto: Claudia Frickemeier

Zielgruppe

Pinterest wird von Nutzer*innen aktiv im Kaufprozess eingesetzt – insbesondere in der sehr frühen Phase der Inspiration und Ideenfindung. Doch auch in der Mitte der Customer Journey bietet Pinterest Nutzer*innen die Möglichkeit, sich relevante Produkte zu merken und diese schließlich zu kaufen. Tatsächlich verwenden neun von zehn wöchentlich aktiven Pinterest-Nutzer*innen die Plattform als Inspirationsquelle im Kaufprozess (Quelle: Pinterest Media Agency Advertising Guide, 2020). Die Wahrscheinlichkeit, dass deutsche Pinterest-Nutzer*innen eine kaufbezogene Aktion auf der Plattform durchführen, ist 1,5x höher als bei Nutzer*innen anderer sozialer Plattformen und 54 Prozent der deutschen Nutzer*innen geben an, dass ihnen Pinterest bei einer Kaufentscheidung geholfen hat (Quelle: Nielsen, Analysen zum Path to Purchase 2019/2020, DE). Dazu kommt: Pinner sind nicht nur kauffreudig, sondern auch kaufkräftig: Pinterest-Shopper haben 30 Prozent höhere Warenkorbsummen als Shopper auf anderen Plattformen (Quelle: Dynata, DE, 2021 Shopping unter monatlichen Pinnern vs. Nicht-Pinnern aus den Kategorien Wohnen, Mode und Beauty). 

Pinterest-Features für Onlineshops

Pinterest bietet Onlineshops einige spannende Möglichkeiten. Über die Einrichtung von Rich Pins werden Produkte mit einer Preisangabe sowie Informationen zur Verfügbarkeit versehen. Das kann die Qualität des Traffics, also der Nutzer*innen, die sich in Ihrem Shop durchklicken, deutlich erhöhen. Denn Betrachter*innen, die sich durchklicken, sind in der Regel bereit, den angegebenen Preis zu zahlen. Das kann die Conversion Rate erhöhen und die Abbruchquote im Shop senken. 

Onlineshops profitieren zudem von spezifischen Pin-Formaten. So lassen sich Produkte in Kollektionspins einbinden und Traffic direkt auf individuell relevante Produktseiten lenken. Anbieter haben so die Möglichkeit, Zielgruppen eine gezielte Auswahl zu bieten, die die Wahrscheinlichkeit eines Kaufs erhöhen. 

Nicht ungenutzt lassen sollten Onlineshops die Katalogverknüpfung mit Pinterest. Darüber lässt sich der Produktkatalog mit Pinterest synchronisieren. Produkte können in Kategorien geordnet werden, so dass Nutzer*innen relevante Produkte schnell finden können. Unternehmen, die ihren Produktkatalog mit Pinterest verbunden haben, können sich für das Verifizierte-Händler-Programm bewerben und von zusätzlichen Platzierungen in spezifischen Shopping-Umgebungen profitieren. Das kann die Sichtbarkeit der Produkte noch einmal erhöhen. Eine derartige Oberfläche sind beispielsweise die Shop Spotlights im Heute-Tab oder auch in der Suche von Pinterest. Dahinter verbirgt sich eine von Pinterest kuratierte Auswahl von Produkt-Pins zu bestimmten Themen und saisonalen Trends. 

Beim Hochladen von Pins lassen sich abgebildete Produkte schließlich mit den über den Katalog verknüpften Produkt-Pins vertaggen. Betrachter*innen können so gezielt Produktdetails abrufen und sich schnell zum Produkt durchklicken.

Informationen zu Bestellungen, Umsatz, durchschnittlichem Bestellwert, Add to Cart Events und darüber, welche Pins Conversions erzeugen, erhalten Sie in den Conversion Insights von Pinterest. Über verschiedene Attributionsfenster erfahren Sie mehr über das Kaufverhalten Ihrer Kunden und auch die Leistung verschiedener Pin-Formate und Pin-Designs in Hinblick auf Conversions lässt sich hier erfassen. Diese Informationen helfen Anbietern dabei, ihre Pinterest-Strategie weiter zu verfeinern.

Wie entdecken Nutzer*innen Produkte? 

Blicken wir einmal darauf, wie Nutzer*innen Produkte auf Pinterest entdecken und welche Möglichkeiten Onlineshops hier nutzen sollten. Zum einen lassen sich Suchergebnisse auf Pinterest in zwei Segmente filtern: „Entdecken" und „Shoppen“. Unter „Entdecken“ finden sich herkömmliche Pins, die oftmals auf redaktionelle Inhalte verweisen. Den Bereich „Shoppen“ hält Pinterest für Produkt-Pins vor. Hier können Sie mit Ihren Produkten nur sichtbar werden, wenn Sie diese als Produkt-Pin über die Rich-Pin-Integration eingerichtet haben.

Eine weitere prominente Platzierung finden Produkte auf Unternehmensprofilen, denn hier ist der Shop als Startseite festgelegt. Besucht jemand Ihr Pinterest-Profil, wird zuerst Ihr Katalog angezeigt und so ein klarer Fokus auf Ihre Produkte gelenkt. Mit der Kataloganbindung erhöhen Sie also die Wahrnehmung Ihrer Produkte im Profil deutlich. 

Betrachten Nutzer*innen Ihre Produkt-Pins in der Detailansicht, so werden unterhalb des Pins unter dem Titel „Ähnliche Produkte shoppen“ weitere Pins angezeigt. Das können weitere Produkte aus Ihrem Shop sein, aber auch Produkte anderer Shops. Gleichzeitig können Ihre Produkte unter Produkten anderer Shops empfohlen werden. 

Produkte lassen sich auch über Markierungen entdecken. Gerade in szenischen Pins mit Lifestyle-Bildern verschlagwortet Pinterest die über die visuelle Suchtechnologie erkannten Objekte über Kategorien. Wird beispielsweise ein Teppich als solcher erkannt, können Betrachter*innen über den Klick auf die Markierung visuell ähnliche Produkt-Pins aus dieser Kategorie betrachten und shoppen. 

Sobald sich Pinner Pins auf ihren Pinnwänden merken, können sie die gemerkten Produkt-Pins über einen „Shoppen“-Filter der Pinnwand aufrufen. Das ist besonders dann nützlich, wenn viele Pins auf einer Pinnwand hinterlegt wurden und die Nutzerin von der Inspirations- in die Kaufphase übertreten möchte. Alle kaufbaren Produkte sowie Empfehlungen für ähnliche Produkte stehen so auf einen Klick bereit. 

Pin-Design-Tipps für Onlineshops

Drei Aspekte sind essentiell für Ihren Pinterest-Erfolg: Eine solide Profileinrichtung und die Verwendung der richtigen Keywords sind essentiell, damit Ihre Pins überhaupt der richtigen Zielgruppe angezeigt werden. Damit Ihre Pins aber auch geklickt werden und Ihnen Traffic und Conversions bringen können, benötigen Sie ein überzeugendes und auffälliges Pin-Design. Pins sollten zunächst visuell ansprechend gestaltet sein, immerhin ist die Bildwirkung auf der visuellen Suchmaschine Pinterest entscheidend. Eine harmonische oder auch auffällige Bildgestaltung kann dafür sorgen, dass Ihre Pins im Feed positiv und stärker wahrgenommen werden und sich von der Konkurrenz abheben. 

Gehen Sie über reine Produktfotos hinaus und geben Sie Ideen zur Gestaltung, Umsetzung oder Kombination von Produkten. So lassen sich Produkte inspirativ auf Pinterest präsentieren, z.B. in Form von Collagen oder Geschenkguides. Bei Schmuck kann beispielsweise das Größenverhältnis zu Körperteilen einen entscheidenden Kaufimpuls geben. Wirksam sind auch Pins mit Zusatzinformationen wie Kundenstimmen, Bewertungen, Produktmerkmalen oder klar definierten Handlungsaufforderungen. Stellen Sie für die Zielgruppe relevante Informationen gezielt heraus. So können Sie auch über verschiedene Pins hinweg unterschiedliche Zielgruppen ganz konkret adressieren. 

Um einen Wiedererkennungseffekt zu erzielen, ist es empfehlenswert, bestimmte Elemente wie Logo, Farben, Schriftarten oder Claims immer wieder zu benutzen. Auch die Orientierung an wichtigen Ereignissen, Alltagssituationen oder Jahreszeiten kann die Markenwahrnehmung erhöhen.

Bewährt hat sich in der Pin-Gestaltung überdies ein gezielter Formate-Mix. Unternehmen sollten alle ihnen verfügbaren Formate nutzen. Onlineshops profitieren neben dem Standard-Bild-Format, dem Video-Pin, dem Karussell-Pin und dem Idee-Pin zusätzlich vom Kollektions-Pin-Format. Dieses bietet die Möglichkeit unter einem Pin drei bis 24 Produkte zu verlinken. So können Sie Betrachter*innen eine größere Auswahl an relevanten Inhalten präsentieren, bei der die Wahrscheinlichkeit für eine individuelle Handlung deutlich höher sein kann als bei nur einer Präsentation. Darüber hinaus bieten die verschiedenen Pin-Formate unterschiedliche Zielsetzungen: Standard-, Karussell- und Kollektions-Pins eignen sich sehr gut, um Traffic auf Webseiten zu generieren, während Video- und Idee-Pins sehr gut als Awarenessmedien genutzt werden können. 

Richtig pinnen – aber wie?

Das regelmäßige Pinnen von Produkten in verschiedenen Kontexten ist nur eine Option für Onlineshops. Noch mehr Angriffsfläche bietet redaktioneller Content, z.B. aus einem begleitenden Blog oder Unternehmensmagazin. Hier können potentielle Käufer*innen noch weit vor einer Kaufentscheidung angesprochen werden. So können Unternehmen von der inspirativen Kraft Pinterests profitieren, denn viele Nutzer*innen gehen auf die Plattform, um sich Ideen zu holen – und das noch ohne jegliche Entscheidung für eine Marke: 97 Prozent der Suchanfragen auf Pinterest erfolgen ohne Markennennung (Quelle: Pinterest, 2017). Über Inhalte mit Mehrwert, die noch weit vor einer konkreten Produktwahl Hilfestellung leisten, können sich Marken langfristig auf Pinterest positionieren, Vertrauen aufbauen und Expertenstatus zementieren. 

Abschließend: Vergessen Sie beim Pinnen keinesfalls die Nutzerführung auf Ihren Zielseiten. Eine Conversion-optimierte Nutzerführung ist essentiell, um von Pinterest kommende Besucher*innen zum Kauf zu führen. Da Pinterest-Nutzer*innen nicht unbedingt sofort kaufen, empfehle ich Ihnen den Aufbau eines Newsletter- oder Remarketing-Funnels. Ein attraktiver Anreiz, z.B. ein Willkommensgutschein, kann Ihnen dabei helfen, die von Pinterest kommenden Besucher*innen auf Ihre E-Mail-Liste zu überführen. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, die von Pinterest kommende kalte Zielgruppe mit Ihren Angeboten bekannt zu machen und so mittel- und langfristig zu verkaufen. 

Zur Person: Dr. Melanie Grundmann ist Inhaberin der Pinterest-Marketing-Agentur Marpha Consulting. Sie unterstützt Unternehmen seit 2016 bei der Entwicklung, Umsetzung und Optimierung ihrer Pinterest-Strategien. Als Herausgeberin der Ratgeberreihe "Erfolgreich auf Pinterest" vermittelt sie ihre Pinterest-Expertise zudem in Form von Büchern, Onlinekursen

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