Mareike Miller über die Lage des Breitensports in Corona-Zeiten. Foto: DeathtoStock Fitness5

Nicht nachlassen! Der Bewegungsdrang stellt uns auf eine Probe

Road to Tokyo - 04. Jun 20

Wochenlang herrschte Stillstand in den Sportstätten unseres Landes. Auch jetzt sind wir noch lange nicht zurück in der Normalität. Wie sind Freizeitsportler mit dieser Situation umgegangen und wo stehen wir jetzt? Mareike Miller hat sich ein paar Gedanken zur aktuellen Lage des Breitensports gemacht. Ihr Plädoyer: Geduld.

Mareike Miller
Mareike Miller, Account-Managerin bei news aktuell

Der Sport im Allgemeinen ist heute ein fester Bestandteil der Lebensqualität unserer Gesellschaft. Mentale, körperliche und soziale Gesundheit werden ungemein durch die Teilhabe und Aktivität im Sport verbessert und gepflegt. Aber egal, ob aus gesundheitlichen Gründen oder einfach nur wegen des guten Gefühls, das wir durch Auspowern oder durch den Kontakt zu anderen Sportlern bekommen – für viele unter uns nimmt Sport einen großen Teil des Alltags ein. 

Wenn in Corona-Zeiten ein solch festes Ritual, Hobby, Lebensmotto oder bei Profisportlern gar der Lebensmittelpunkt plötzlich nicht mehr ausgeübt werden kann, ist das natürlich nicht einfach. Um sich gesund und fit zu halten, haben viele Menschen sich neue Wege gesucht, zum Beispiel mit Fitnessübungen zu Hause oder Joggen und Fahrrad fahren an der frischen Luft. Angetrieben durch Fitnesstrainer, Profisportler oder auch die ein oder andere Privatperson, gab es viele Möglichkeiten sich insbesondere via Social Media inspirieren zu lassen oder die eigene Erinnerung an abwechslungsreiche Übungen aufzustocken. 

Mittlerweile können wir in Deutschland zum Glück wieder – zumindest teilweise – unserem Bewegungsdrang beim Sport nachgeben. Vielerorts ist es durch diverse Corona-Maßnahmen jedoch immer noch sehr eingeschränkt, welchen Sport man wie und vor allem mit wem man ihn ausüben kann. Insbesondere für Eltern ist es oft schwer erklärbar, aber auch für viele Erwachsene kaum greifbar, weshalb der eine Sport oder bestimmte Aktivitäten möglich sind, andere aber nicht. Und wie und wann wird eigentlich ein richtiges Mannschaftstraining für alle – also auch für Hallensportarten –  wieder stattfinden können? Das sind Fragen, die sich nicht nur Sportjunkies, sondern auch die Kinder draußen auf dem Spielplatz stellen. 

Denn nicht nur uns Erwachsenen, sondern insbesondere auch Kindern und Jugendlichen fehlt der Austausch untereinander und der sportliche Wettkampf mit Zielen, für die man trainiert. Auch sie vermissen den Anreiz, die neue Bestzeit zu laufen, ein Punktspiel zu gewinnen oder noch ein Stück weiterzuspringen. Und genauso fehlt uns allen das Gespräch mit den TeamkameradInnen, das uns aufmuntert und motiviert, wenn es einmal nicht so gut läuft oder man sich einfach nicht so fit fühlt. 

Das, was uns allen jetzt am meisten hilft: Geduld. Eine Fähigkeit, die wir auch schon beim Sport erlernen konnten und die nun besonders hilfreich und Kraft gebend ist. Wir müssen uns zurücklehnen und abwarten, wann es endlich wieder so weit ist. Und wenn es dann endlich so weit ist, freuen wir uns umso mehr darüber, dass es wieder losgeht.

Und wie läuft es bei all dem auf meiner #RoadToTokyo? 

Auch Nationalmannschaften haben es gerade schwer. Zwar ist es Bundeskaderathleten teilweise vereinfacht worden, wieder sportartenspezifisch unter den entsprechenden Hygieneauflagen alleine zu trainieren. Jedoch sind Wettkämpfe und selbst zentrale Trainingslehrgänge, die die Sportler aus verschiedenen Regionen Deutschlands zum Training zusammenbringen, noch nicht möglich. Eine entsprechende Vorbereitung insbesondere im Hallen- und Mannschaftssport wie Rollstuhlbasketball ist daher aktuell undenkbar. Deshalb bin auch ich mit Homeworkouts, Ausdauertraining im Freien und erstem Individualtraining in der Halle dabei, Geduld zu üben. Ob und wann der nächste Lehrgang für das Tokio-Feeling anstehen wird, erfahren wir sicher zu gegebener Zeit. Per Videotelefonie und gewöhnlichen Anrufen kann auch hier das Mannschaftsgefüge eine solche Zeit überbrücken.

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