Jenseits von Likes und Herzchen: Trendreport 2019 erschienen

Insight

Für Pressestellen und PR-Agenturen sind Journalisten nach wie vor die wichtigsten Influencer. Das sagen 86 Prozent der deutschen PR-Profis, wie der jetzt veröffentlichte Trendreport von news aktuell ergeben hat. Diese Aussage ist einigermaßen überraschend, haben wir uns doch an den Abgesang auf die Branche in vielen Fachblättern rund um Kommunktion und Medien gewöhnt. Ein Kommentar von Jens Petersen, Leiter Konzernkommunikation bei dpa.

Jens Petersen, Leiter Konzern-
kommunikation dpa Deutsche Presse-Agentur. Foto: Michael Kappeler

"Auflagen schwinden, digitale Geschäftsmodelle starten nicht durch und seit der Causa Relotius ist angeblich auch noch die Glaubwürdigkeit im Eimer. Warum also stehen Journalisten weiterhin am stärksten im Fokus von Presseabteilungen und PR-Teams? Einiges lässt sich sicher auf den ersten Blick erklären, wenn man die Berufsbezeichnung „Pressesprecher“ in ihrem ursprünglichen Verständnis auslegt. Pressesprecherinnen und Pressesprecher erfahren in den Unternehmen eben genau deshalb Achtung und Wertschätzung, weil sie mit "der Presse" sprechen und in der Regel gute Kontakte zu den Personen haben, die aus Sicht der Chefetage über das Bild der Company in der Öffentlichkeit entscheiden.

Doch diese Sichtweise ist zu kurz gegriffen und bildet ein veraltetes Bild des Pressesprecher-Berufes ab. Die Funktionen einer Kommunikationsabteilung sind wesentlich vielfältiger. Alles muss im Blick behalten werden (egal, ob die verschiedenen Gewerke wie Social, Monitoring, Blogging, Agenda Setting, Events etc. nun inhouse oder von Dienstleistern erledigt werden). Und längst ist nicht mehr nur externe Kommunikation relevant sondern auch die interne. Die Jobs in den Kommunikationsabteilungen sind komplex geworden. Und allen Veränderungen zum Trotz sind die klassischen Medien nach wie vor die wichtigsten Adressaten? Anscheinend schon.

Informationen, auf die die Leser sich verlassen können, erleben bereits eine spürbare Renaissance. Vertrauen ist eine unglaublich starke Währung geworden. #trendreport19Klicken, um zu twittern

Wenn sich der Pulverdampf aus Likes und roten Herzchen, aus bunten Insta-Shots und Influencern verzogen hat, fokussieren wir uns wieder auf das, was für die professionelle Wahrnehmung eines Unternehmens wirklich wichtig ist: Verlässliche Informationen und Fakten. Und für diese Werte stehen die Veröffentlichungen von etablierten Medienmarken am stärksten - ganz egal ob nun auf bedrucktem Papier oder auf dem Tablet. Dazu passt die Selbsteinschätzung der Medienmacher: Mehr als jeder zweite Journalist meint, dass die Glaubwürdigkeit gegenüber seiner Zielgruppe in den letzten zwei Jahren gestiegen ist (59 Prozent), so der Trendreport.

Informationen, auf die die Leser sich verlassen können, erleben bereits eine spürbare Renaissance. Vielen Dank, Facebook/Twitter/Populismus/Trump! Vertrauen ist eine unglaublich starke Währung geworden. Fact Checking nimmt in Redaktionen eine immer wichtigere und größere Rolle ein. Auch wenn die stichhaltige Recherche selbstverständlich seit den Anfangstagen des Journalismus zum guten Handwerkzeug von Medienmachern gehört, so ist es doch heute im digitalen Dickicht oft wesentlich schwerer, den Wahrheitsgehalt von Informationen zu bewerten, oder Original und Fälschung auseinanderzuhalten. Die natürliche Heimat von Fact Checkern und Verifikationsexperten ist die Redaktion, nicht das hippe Loft der Influencer-Agentur.

Und bevor hier das Totschlagargument Relotius angeführt wird: Ja, die erzählerischen Erfindungen des Claas Relotius haben der Wahrnehmung des Journalismus schweren Schaden zugefügt. Aber die sichtlich bemühte, transparente und schmerzhafte Aufarbeitung wurde auch in der Kommunikationsbranche sehr wohl registriert. Bleibenden Schaden in Bezug auf Pressesprecher und PR-Profis hat Relotius wahrscheinlich nicht hervorgerufen. Eher haben die auf diese Weise offen sichtbar gewordenen Korrektivmechanismen zur Steigerung der Glaubwürdigkeit in professionellen Zusammenhängen beigetragen."

Die ausführlichen Ergebnisse des news aktuell Trendreports 2019 gibt es hier zum Download:

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Kommentare (2)

  • 19.10.19 05:53 Uhr von Jutta Schulze

    Bitte um Zusendung der Studie.
    Besten Dank

  • 21.10.19 10:00 Uhr von Beatrix Ta

    Liebe Frau Schulze,

    vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Trendreport 2019. Unter dem Blogbeitrag finden Sie das Formular zum kostenlosen Download der Studie.

    Herzliche Grüße,
    Beatrix Ta

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