kreativtechniken tipps kreativitaet

Mit Slow und Silly zum Kreativdurchbruch

Creative - 07. Jan 22

Zum Start ins neue Jahr laufen unsere Gehirne noch ziemlich träge. Kein Wunder, 2021 steckt uns in den Knochen, die Feiertage und der Jahreswechsel tun ihr übriges. Unsere Kreativität muss also erstmal wieder angekurbelt werden. Wir stellen zwei Entkrampfungstechniken ganz abseits des üblichen Brainstormings und Spazierengehens vor: slow und silly.

Slow-Motion-Multitasking

Es mag alles andere als intuitiv klingen: Kreativität fördern durch das Arbeiten an verschiedenen Tätigkeiten zur selben Zeit. Oft werden wir damit automatisch im Job konfrontiert: Das Telefon klingelt, eine E-Mail fliegt ins Postfach – alles, während der Kollege oder die Kollegin schon zum Meeting drängelt. Hirnforschungen deuten darauf hin, dass sich Aufgaben stören, die gleichzeitig ähnliche Areale des Gehirns beanspruchen. Anders gesagt: Unsere Konzentration leidet, wenn sie geteilt wird. 

kreativtechniken kreativitaet tipps

Doch gerade hier setzt der britische Ökonom, Autor und Journalist Tim Harford mit „Slow-Motion-Multitasking“ an. Harford argumentiert: Wenn wir bei einem Projekt den Fokus verlieren, nicht weiterkommen oder zweifeln, kann die Ablenkung durch ein zweites oder drittes Projekt hilfreich sein. Multitasking wird dabei ganz bewusst eingesetzt – und nicht, wie im Beispiel des Büroalltags, aufgezwungen. Es geht darum, den Kopf mit neuen Reizen zu stimulieren und so Kreativität und Problemlösungskapazitäten zu steigern. Ein Beispiel: Darwins Erkenntnisse zur „Entstehung der Arten“ formten sich, während er Lektüren zu Ökonomie, Philosophie und Theologie studierte. Nebenbei beschäftigte er sich über 40 Jahre mit Regenwürmern – ein Thema, das ihm als Kreativoase diente, wenn seine Inspiration einen Engpass erlitt. 

Zugegeben: Es müssen keine Regenwürmer sein. Aber insbesondere bei langfristigen Projekten kann es hilfreich sein, sich zeitweise auf ein anderes Thema zu konzentrieren und den Kopf zu „refokussieren“. Vielleicht liegt der Schlüssel zur erfolgreichen nächsten Kampagne ja doch tief versteckt im Erdboden. 

Silly Exercises

So nennt der „Creativity Consultant“ Dr. Roger Firestien Übungen, mit denen er die kreativen Muskeln lockert und so unmittelbar dazu beiträgt, dass Inspiration und Vorstellungsvermögen in Gang kommen. Eigentlich ist die Idee ganz simpel: So wie ein Sportler sich vor einem Wettkampf mit Übungen warm macht, so kann auch unsere Kreativität aufgewärmt werden. 

Was könnte man Verrücktes oder Ausgefallenes mit 1.000 Schachteln Malkreide anfangen? Klicken, um zu twittern

Ein Beispiel: Denken wir für einige Minuten darüber nach, wie man am besten ein Nilpferd aus einer Badewanne bekommt. Alleine mit den eigenen Händen? Unwahrscheinlich. Wie viele Menschen bräuchte man? Vielleicht 50? Oder 100? Könnte man es mit einem großen Kran probieren? Aber der passt wieder nicht ins Badezimmer, oder? 

Wie viele Schwimmnudeln braucht es, um eine Kiste Bier im Pool über Wasser zu halten?Klicken, um zu twittern

Manchmal reicht eine „silly exercise“, um auf andere (vielleicht auch alberne) Gedanken zu kommen und unsere Fantasie anzukurbeln. Diese Übungen eignen sich für den Schreibprozess, vor einem wichtigen Meeting oder einfach, um frischen Wind in die eigenen Gedanken zu bringen. Als kleiner Bonus noch einige Aufgaben: 

  • Stell Dir vor, Du könntest in Deinen Computer hinein gehen. Wo würdest Du als erstes hinlaufen? Welchen Ort würdest Du meiden? 
  • Du willst einen 5 cm hohen Turm mit 5-Cent-Münzen bauen. Wie viele 5-Cent-Stücke brauchst Du? 
  • Wenn Du mit George Clooney und Penélope Cruz auf einem Ast sitzen würdest, der gleich abbricht, was würdest Du tun? 

Autor: Martin Marsmann

Mehr zum Thema:

Ihr Kommentar

captcha

Newsletter abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und erhalten immer die neuesten Updates rund um das Thema Kommunikation (max. 2/Monat).

Sicherheitsfrage