Körperliche und seelische Gesundheit Was hilft gegen Corona Blues

Was tun, um Batterien wieder aufzuladen?

Work Life - 11. Mär 21

Wie Corona unsere Gewohnheiten verändert - zum Guten wie zum Schlechten - haben wir letzte Woche auf dem Blog beleuchtet. Widerstandsfähigkeit und Gelassenheit haben bei vielen von uns in den vergangenen 12 Monaten abgenommen. Was hilft gegen den Corona-Blues? Im zweiten Teil unserer Mini-Blog-Reihe "Körperliche und seelische Gesundheit" gibt es ein paar konkrete Anregungen, um Stress abzubauen und unsere Batterien wieder aufzuladen.

Dafür haben wir wieder auf die Schwarmintelligenz der news aktueller zurückgegriffen und unsere Kolleg*innen gefragt: Was tut ihr für euer körperliches und mentales Wohlbefinden? Wir wollten wissen, was ihnen konkret hilft gegen Stress, Erschöpfung oder Langeweile.*  Mit Abstand auf Platz 1 liegt die Antwort „an die frische Luft gehen“ (mehr als 90 Prozent), „den Kontakt zu Freunden und Familie halten“ – natürlich vermehrt über digitale Kanäle – kommt auf Platz 2 (72 Prozent)– und an dritter Stelle mit 61 Prozent alles, was Ablenkung verspricht und die Zeit vertreibt: Lesen, Spielen – entweder analog oder eben digital – und Serien schauen. 

Da ist viel Bewegung drin

Fast alle unserer Kolleg*innen gehen raus an die frische Luft (über 90 Prozent), immerhin 40 Prozent machen aktiv Sport und weitere 22 Prozent praktizieren Yoga oder meditieren. Und das ist eine gute Nachricht! Denn Stress macht krank und Bewegung ist mit das Beste, was wir zurzeit tun können. Denn Sport oder einfach nur Bewegung steigert den Endorphin- und Serotoninspiegel – die Gegenspieler der Stresshormone. Die beiden Hormone werden auch Glückshormone genannt: Bewegung hebt also auch die Laune. Am besten ist Bewegung natürlich an der frischen Luft – so es die Menschenmenge und die Corona-Regeln zulassen. Wer ein wenig abseits unterwegs sein möchte, kann sich von ein paar Apps inspirieren lassen. Da geht es dann aber nicht mehr nur um einen Spaziergang, sondern um Radtouren, Wanderrouten oder um Joggen.

Für Unterhaltung sorgen

Der Konsum von Unterhaltungsmedien hat bei vielen unserer Kolleg*innen in den vergangenen Monaten zugenommen. Die einen lesen mehr, andere wiederum spielen häufiger, wieder andere schauen vermehrt Serien oder Filme – und manche mischen Bewegung und Unterhaltung: etwa, indem sie auf Spaziergängen Podcasts hören. Wir haben auch gefragt, welche Serien, Bücher oder Filme unsere Kolleg*innen konkret empfehlen würden. Häufiger empfohlen werden bei den Serien zum Beispiel Years & Years (ZDF-Mediathek), Unbroken (ZDF-Mediathek) oder Unorthodox (Netflix). 

Die Leseratten unter den Kolleg*innen empfehlen zum Beispiel das „Rollbuch“ „Das Hochhaus“ von Katharina Greve, das Romandebut „Machandel“ von Regina Scheer oder Mariana Lekys Roman "Was man von hier aus sehen kann". Und auch einen Lesetipp für Kinder gibt es: "Der kleine rote Bus in der Stadt" von Doris Eisenburger  – ein wunderschön gestaltetes Wimmelbuch mit wirklich fantasievollen Geschichten.

Als weiterer unterhaltsamer Zeitvertreib werden regelmäßig auch Gesellschaftsspiele genannt. Gesellschaftsspiele begeistern die Kleinen wie die Großen – und vermutlich erfuhren diese Spiele in den vergangenen Monaten eine kleine Renaissance. Genannt werden natürlich die Klassiker unter den Brettspielen wie Siedler von Catan, Carcassonne, Scrabble oder auch Schach, die Kartenspiele Rummikup oder Kuhhandel, das Würfelspiel Kniffel und – das älteste Brettspiel der Welt – überhaupt: Backgammon. Nur Puzzeln, das wurde nicht genannt.

Hobbys neu entdeckt 

Alte wie neue Hobbys haben 41 Prozent unserer Kolleg*innen wieder ausgegraben bzw. entdeckt. Neben Klavier spielen, malen oder eine Sprache lernen wird auch „Auto fahren“ genannt. Ob „Auto fahren“ als Hobby einzustufen ist, kann gern an anderer Stelle diskutiert werden. Für ein echtes Schmunzeln sorgte diese Antwort: „mit Ölfarben auf Leinwand gemalt – inklusive Bob Ross Videos“. Bob Ross war US-amerikanischer Maler und TV-Moderator und hat eine große Bekanntheit mit dem TV-Malkurs „The Joy of Painting“ erlangt. Sehenswert allemal!

Besonders schön ist auch dieses Statement aus dem Kollegenkreis: „Mehr zu schätzen wissen, wie gut es einem trotz allem geht – zu schätzen, was man hat“. Und auch diese Aussage soll nicht unter den Tisch fallen:  „Langeweile genießen und ihr nachgehen“. Eine bessere und „resilientere“ Antwort auf die Frage "Was tust du für dein Wohlbefinden?" kann man sich doch nicht wünschen. Veränderung mit Gelassenheit zu begegnen hat ja auch unser Impuls des Monats-Autor Jörg Bernardy schon als Tipp in unserem Blog gegeben. 

Ausgleich verspricht aber auch ein neu entdeckter Trend: Handarbeiten. Neben Stricken wird auch Häkeln genannt. Über die fertiggestellten Arbeiten der Kolleg*innen ist allerdings wenig bis nichts bekannt :-). Vielleicht sollten wir hier bei Gelegenheit nochmal nachfragen.

Digitales Kochen 

„Auf gesunde Ernährung achten“, antwortet jede*r Zweite aller Befragten auf die Frage „Was tust du für dein körperliches und mentales Wohlbefinden“. Klar, dass die Kolleg*innen dabei immer noch mehr neue Rezepte ausprobieren oder gar Brot backen!  Essen zubereiten hat plötzlich eine ganz besondere Relevanz bekommen: Man tauscht Rezepte und Tricks aus, informiert sich über Lebensmittel oder wagt sich vielleicht mal an ganz außergewöhnliche Gerichte – und kocht sogar gemeinsam auf Distanz. Mithilfe der digitalen Helferlein kein Problem. 

So ganz nebenbei entsteht durch das Kochen eine höhere Wertschätzung für die Lebensmittel, die verarbeitet werden. Hier spielt das Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Ob Corona vielleicht den positiven Dreh dahin möglich macht, dass wir weniger Lebensmittel wegwerfen? 

Ordnung muss sein

Mit auf der Liste der Dinge, die Zeit rumzukriegen, ist wenig überraschend auch „Ordnung schaffen“ oder das „eigene Heim schöner machen“. Diese Zeit, in der so viele sonstige Beschäftigungen wegfallen, also für Ordnung nutzen. Bekanntermaßen steigt ja der Wohlfühlfaktor, wenn es um einen herum aufgeräumt ist. Und nicht erst seit der Serie "Aufräumen mit Marie Kondo" ist das Thema zurzeit natürlich noch viel präsenter. Wir mussten aber feststellen, dass unsere Kollegen wohl eher im Keller und auf dem Balkon oder der Terrasse angefangen haben, Ordnung zu schaffen: „Keller ausmisten“ und „Garten oder Balkon verschönern“ (hängt ja auch mit Aufräumen zusammen) wurde regelmäßig als Beschäftigungsmaßnahme genannt.

Bewegung, Unterhaltung, Ablenkung, gesunde Ernährung – all das sind Mittel und Wege, dem heimischen Stress entgegenzuwirken und körperlich wie mental fit zu bleiben. Aber ganz besonders wichtig ist, Gelassenheit zu üben, einfach mal „Langeweile genießen und ihr nachgehen“. Wie das genau geht, wollen wir im dritten Teil unserer Mini-Blog-Reihe beleuchten.

* Anonyme, interne Online-Umfrage von news aktuell; Zeitraum: 16.2.-23.2.2021; Frage: Was tust du für dein (körperliches und mentales) Wohlbefinden; TeilnehmerInnen: 65

Autorin: Nicola Wohlert 

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