koerperliche und seelische gesundheit gewohnheiten

Wie Corona unsere Gewohnheiten verändert

Work Life - 04. Mär 21

Die Corona-Pandemie hat unsere bisherigen Tagesabläufe ziemlich durcheinander gewirbelt. Seit vielen Monaten verbringen wir die meiste Zeit zuhause. Das verändert auch unsere Gewohnheiten zum Guten wie zum Schlechten. Auftakt unserer 3-teiligen Blogserie zum Thema "körperliche und seelische Gesundheit" in Zeiten wie diesen.

Morgens früh aufstehen, duschen, frühstücken, gegebenenfalls Kinder fertig machen für Kita oder Schule, und dann ab ins Büro. So sah bei den meisten von uns news aktuellern der Start in den Tag aus. Im Büro dann Meetings, kleiner Plausch mit den Kolleg*innen im Bistro, Mittagessen in der Kantine oder ab in den Zug zum Kundentermin und zum Feierabend vielleicht noch einen Absacker in der Bar. Die ein oder anderen von uns sind ins Fitnessstudio gegangen oder haben sich mit Freunden fürs Kino verabredet. 

Der Vor-Corona-Alltag scheint eine Ewigkeit zurückzuliegen. Seit über einem Jahr arbeiten die meisten von uns nun schon von zuhause. Das Virus hat unsere alten Gewohnheiten zum Teil kräftig umgekrempelt. Wir haben unsere Kolleg*innen gefragt, welche Auswirkungen das auf ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden hat. Ihre Antworten* können aufgrund der überschaubaren Größe unseres Unternehmens nicht repräsentativ sein, decken sich aber dennoch mit größeren Studien. 

Mehr Bewegung und gesündere Ernährung? Ja und nein

Ein Drittel der befragten news aktueller gibt an, dass sie in den vergangenen zehn Monaten mehr Sport gemacht haben oder sich grundsätzlich mehr bewegen als vor der Krise. Einige von uns haben sich Fitnessgeräte gekauft, andere gehen deutlich mehr als früher raus an die frische Luft, um dem "Decke-auf-den-Kopf-fallen-Gefühl" entgegenzusteuern. 

Einigen fällt es aber auch schwer, den "inneren Schweinehund" zu überwinden, oder den richtigen Zeitpunkt für einen "Break" während der Arbeit zu finden. Das eigentlich fest vorgenommene Rausgehen gelingt nicht immer. So gibt ein weiteres Drittel unter den Befragten von news aktuell an, sich weniger zu bewegen als vor der Krise. Gerade das wäre aber jetzt umso wichtiger. Denn eins hat sich leider auch gezeigt: Körperliche Probleme wie Verspannungen oder Rückenschmerzen haben im Home-Office zugenommen – jede/r zweite unserer Kolleg*in bestätigt leider diese Entwicklung

Und wie sieht es in punkto Ernährung aus? Wenn Kantine oder Schnellimbiss um die Ecke wegfallen, ist mittags selbst kochen angesagt. Doch tun wir das auch? Oder greifen wir doch lieber zu einem kleinen Snack oder machen uns ein schnelles Sandwich auf die Hand und essen am Rechner? Immerhin 20 Prozent unserer befragten Kolleg*innen geben an, dass sie sich seit der Corona-Krise abwechslungsreicher und gesünder ernähren. Damit bestätigen sie den positiven Einfluss, den das Arbeiten von zuhause auf das Essverhalten haben kann. Das belegen auch andere Studien. Denn zuhause kann selbst gekocht werden, und zwar abwechslungsreich und gesund. Gerade wer parallel zu Home-Office auch noch Home-Schooling hat, kommt ums Kochen eh nicht herum. 

Andererseits macht man zuhause auch schneller mal zwischendurch einen Abstecher zum Kühlschrank oder der Süßigkeitenkiste. Oder isst unregelmäßig, weil keine Kolleg*innen durchklingeln, um zu fragen, ob man mit in die Kantine geht. So verwundert es nicht, dass einigen Umfragen zufolge jeder vierte Deutsche in der Krise ein paar Kilo zugenommen hat.

Doch wir greifen in der Pandemie nicht nur vermehrt zu Süßigkeiten, sondern auch zu anderen ungesunden Dingen wie Alkohol oder Tabak. Dass die eigenen Laster zugenommen haben, bestätigt auch bei unserer Umfrage jede/r Vierte. Ein Trend, den auch größer angelegte Studien, unter anderem von der KKH, belegen, und über den ungern gesprochen wird. Gründe dafür gibt es mehrere: Wir sind viel (einige von uns alleine) zuhause, uns ist langweilig, wir stehen unter erhöhtem Stress, weil wir nicht wissen, wie sich die kommenden Monate entwickeln werden. Die Zigarettenpause, Fast Food oder der Drink am Abend suggerieren dann die vermeintliche Entspannung und Ablenkung.

Mental Health: Mehr Stress und Erschöpfung

Corona zerrt an unseren Nerven, keine Frage. Stress, Erschöpfung oder Müdigkeit haben bei jedem Zweiten unter den befragten Kolleg*innen in den vergangenen zehn Monaten zugenommen. Die eigene Widerstandsfähigkeit hat bei jedem Dritten abgenommen, 40 Prozent sind weniger gelassen als vor der Krise. 

Viele von uns machen die andauernden Einschränkungen mürbe. Im Gegensatz zum ersten Lockdown fehlt vielen in der Gesellschaft jetzt die Perspektive, ein "Licht am Ende des Tunnels". Bei einigen kommt noch hinzu, dass sie alleine leben und sich durch die anhaltenden Kontaktbeschränkungen einsam fühlen. Familien, die seit Monaten Home-Office und Home-Schooling organisieren müssen, sind erschöpft. Einige leiden auch darunter, dass sie ihre bisher selbstverständliche Kontrolle und Selbstbestimmtheit verlieren. 

Gelassen bleiben: Jetzt erst recht! 

Wenn bei vielen von uns Widerstandsfähigkeit und Gelassenheit abgenommen haben, brauchen wir Mittel und Wege, dagegenzusteuern. Was tut uns gut? Bewegung und soziale Kontakte (und wenn sie nur virtuell stattfinden) stehen ganz oben auf der Liste der Anti-Stress-Mittel. Aber auch neue Hobbys oder ehrenamtliche Tätigkeiten helfen gegen den Corona-Blues. Im zweiten Teil unserer Mini-Blog-Reihe werden wir deshalb ganz konkrete – mitunter sehr ungewöhnliche – Anregungen geben, um Stress abzubauen und unsere Batterien wieder aufzuladen.

Die größte und gleichzeitig anspruchsvollste Waffe gegen Stress ist aber die eigene innere Einstellung. Blicken wir nach vorne und schätzen das wert, was wir haben, achten wir auf die positiven Dinge, die uns umgeben und arbeiten wir an unserer Widerstandsfähigkeit. Wie genau Resilienz und Achtsamkeit geht, wollen wir im dritten Teil unserer Mini-Blog-Reihe beleuchten.

* Anonyme, interne Online-Umfrage von news aktuell; Zeitraum: 16.2.-23.2.2021; Frage: Was hat sich in den letzten 10 Monaten bei dir im Vergleich zu vor der Corona-Krise geändert; TeilnehmerInnen: 65

Autorin: Beatrix Ta

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