Klare Kante zeigen

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Pressesprecher fürchten und lieben sie: Interviews sind die Königsdisziplin der Unternehmenskommunikation. Auf was kommt es bei der Gesprächsführung an und welche „Fallschirme“ helfen in brenzligen Situationen?

Ob Statement, Interview oder Talkrunde: Eine gute Vorbereitung ist schon die halbe Miete. Man sollte sich keinesfalls unter Zeitdruck setzen lassen und nur Interviews geben, wenn man sich vorbereiten kann. Zuerst gilt es diese Fragen zu klären: Wer ist der interviewende Journalist und wer die Zielgruppe des Mediums? Was ist der Anlass für das Interview, was möchte der Journalist von mir? Wie ist der Stil und die Toanlität des Mediums?

Erst wenn das geklärt ist, geht es um die eigene Positionierung: Was will ich überhaupt vermitteln? Das A und O ist hierbei, die Kernbotschaften zu kennen. Am besten ist eine schriftliche Vorbereitung – und zwar in kurzen und nachvollziehbaren Sätzen. Bitte keine Bandwürmer und möglichst wenig Anglizismen oder Fachbegriffe! Fakten und Zahlen sollten verinnerlicht werden, denn sie untermauern die Aussagen. Und konkrete Beispiele und Vergleiche machen sie anschaulich.

ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN

Frei und präzise zu sprechen, bedarf viel Übung. Es empfiehlt sich, die Interviewsituation im Vorfeld zu simulieren – auch die unangenehmen Fragen. Welche kritischen Themen könnten aufpoppen? Was ist unsere Position? Wichtig: Klare Haltung beziehen und auf Allgemeinplätze verzichten.

Beim Interview möglichst nur das sagen, was man wirklich meint. Dann passen auch Inhalt, Mimik und Körpersprache zusammen.Klicken, um zu twittern

Es klingt selbstverständlich, ist aber nicht leicht: Während des Interviews das Atmen nicht vergessen und langsam sprechen. Tipp: Kleine Pausen zwischen den Sätzen machen. Das strahlt Souveränität aus. Am allerwichtigsten aber: Authentisch bleiben. Also möglichst nur das sagen, was man wirklich meint. Dann passen auch Inhalt, Mimik und Körpersprache zusammen.

FALLSCHIRME EINSETZEN

In schwierigen Gesprächssituationen ist es hilfreich, ein paar „Fallschirme“ zu kennen.

  • Persönliche Wertschätzung und Verständnis signalisieren.
  • „Böse Wörter“ aus Fragen oder Vorwürfen nicht aufgreifen.
  • Selbst Impulse setzen, indem man die Frage umdefiniert („Für uns ist jetzt die spannende Frage….“).
  • Gedanken zu Ende bringen und nicht auf jede Unterbrechung reagieren.
  • „Koalitionen“ benennen (andere Unternehmer, Verbände, Parteien…).
  • Weniger über das sprechen was nicht ist, sondern über das, was ist.
  • Das eigene Unternehmen als „Kümmerer“ darstellen und Erfahrung einbringen (natürlich nur, falls zutreffend!).
  • Blick hinter die Kulissen geben: Was passiert im Team? Welche Gedanken macht man sich? Was wurde schon heftig diskutiert?
  • Nicht 100 Prozent Schönfärberei! Schwächen kurz eingestehen, dann darüber sprechen, was man tut, was gut läuft, welche Perspektiven man hat.
  • Konkrete Beispiele oder Erlebnisse einbringen.
  • Kernbotschaften wiederholen.


LAST CHECK TV-INTERVIEW

  • Sitzen Kleidung und Frisur? Spiegel-Check nicht vergessen. 
  • Schreibweise des eigenen Namens und Funktion gegenchecken. 
  • Erste Frage vorher erfragen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in der aktuellen Ausgabe von treibstoff. Wir freuen uns über Ihr Feedback zu unserem Magazin unter treibstoff@newsaktuell.de. Laden Sie sich gleich die aktuelle Print-Ausgabe herunter!

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