Home-Office in Zeiten des Coronavirus

Home-Office in Zeiten des Coronavirus

Insight - 20. Mär 20

Das Coronavirus hat Deutschland im Griff und stellt die Arbeitswelt vor neue Herausforderungen. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, schicken viele Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Home-Office. Auch die gut 135 Mitarbeiter von news aktuell arbeiten seit Anfang der Woche von zu Hause und stellen von dort die volle Funktionsfähigkeit des Unternehmens sicher. Wir haben bei einigen Kollegen nachgefragt: Wie hat sich ihr Arbeitsalltag verändert? Wie gelingt der Spagat zwischen Job und dem Privatleben mit Kind?

Für viele Mitarbeiter ist das Arbeiten im Home-Office nichts Ungewöhnliches, auch bei news aktuell wird regelmäßig mobil gearbeitet. Gleichzeitig stellt die unternehmensweite Umstellung auf Heimarbeit natürlich eine Herausforderung dar: Wie kann die Instandhaltung aller Dienste gewährleistet werden? Was brauchen die Mitarbeiter und wie erreicht man sie am unkompliziertesten?

Um genau diese Fragen zu beantworten, hat news aktuell Anfang der Woche einen Stresstest durchgeführt. Alle Mitarbeiter arbeiteten von zu Hause, logistische und technische Szenarien wurden durchgespielt und überprüft. Mit Erfolg: Die erste Woche Heimarbeit zeigt, dass die Abläufe funktionieren, die geplanten Konzepte greifen und volle Funktionsfähigkeit besteht. Und wie erleben die Mitarbeiter die Umstellung?

Petra Korn-Overländer, Teamleitung Vertrieb: 

Kinderspielzeug beherrscht den Blick ins Wohnzimmer. Foto: Petra Korn-Overländer.

"Mein Tagesablauf ist komplett anders als im Büro, weil ich durch das Kleinkind zu Hause und einen Mann, der ebenfalls in leitender Position arbeiten muss, quasi blockweise arbeite. Wir schaufeln uns gegenseitig die Slots frei. Und dann macht das Kind, Gott sei Dank, auch noch einen Mittagsschlaf von mindestens anderthalb Stunden, eher länger. Gegen 20 Uhr schaue ich dann, was für den Tag morgen ansteht und mache meine Notizen fertig.

Mit den Kunden hat sich eigentlich gar nicht so viel verändert. Man schnackt mehr – ich frage immer nach wie es den Leuten geht, ob sie im Home-Office sein können und wie die Lage so ist. Kinder im Hintergrund hatte ich noch nicht, dafür hat meines aber schon gequakt.

Spagat Kind und Home-Office: Es ist tatsächlich etwas sportlich, vor allem da auch mein Mann arbeitet. Eigentlich hatte ich versucht, mir alle Meetings auf den Mittagsschlaf meines Sohnes zu legen, aber das klappt nicht immer, weil er zum Beispiel heute Morgen viel früher wach war als sonst und deshalb auch viel früher wieder müde war. Deshalb hatten die Kolleg*innen heute auch öfter ein quäkendes Kind im Hintergrund – aber ich habe bisher den Eindruck, dass es okay ist. Das gilt auch, wenn ich telefonisch mal nicht erreichbar bin. Mein Arbeitgeber vermittelt mir ein sehr gutes Gefühl und gibt mir Rückendeckung. Das ist super."

Volker Hellmann, Teamleiter Ausbau & Akquise:

Arbeiten im Home-Office mit neugierigen Ablenkungen. Foto: Volker Hellmann

"Tatsächlich sieht mein Tagesablauf auch nicht anders als im Büro aus. Kunden sind aktuell allerdings schwieriger ans Telefon zu bekommen. Das liegt zum einen daran, dass einige noch in der Umstellung zum Home-Office sind oder Telefone ins Leere klingeln. Per Mail antworten sie dafür aber viel schneller und regelmäßiger.
Und wenn man telefoniert – und das geschieht bei uns sehr, sehr regelmäßig – sind die Kunden wesentlich zugänglicher. Bei mir fährt ein Bus im Hintergrund, weil ich auf der Terrasse arbeite und auch bei den Kunden kommt mal ein Kind oder Hund mit in das Telefonat. Das macht die Atmosphäre sofort wesentlich vertrauter und persönlicher.

Mit den Kollegen wird aktuell intensiver telefoniert oder gechattet, weil der persönliche Austausch wegfällt. Der einzige große Unterschied: Unsere Katze drängelt sich in jede Videokonferenz (schmunzelt). Wir haben aktuell ein tägliches, kurzes Videomeeting, um sich auszutauschen (und um nicht zu “vereinsamen”).

Ansonsten tauschen wir uns über WhatsApp, Slack oder telefonisch aus. Und das dafür dann viel regelmäßiger als im Büro. Bisher finde ich leider noch gar keinen Ausgleich zu meinen Tagen Zuhause. Leider finden ja auch alle anderen Sportangebote nicht mehr statt. Aber ich schwinge mich ab und zu mal eine Stunde auf das Fahrrad!"

Natascha Koch, Stabsstelle der Geschäftsführung:

"Mein Tag hat weniger Gespräche – sowohl weniger Smalltalk als auch schnelle Absprachen für die Arbeit. Stattdessen sammel ich Themen, um sie im Call zu besprechen. Das zeigt auch, dass manche Dinge auch mal drei Stunden dauern dürfen (schmunzelt). Mein Gefühl ist allerdings, dass kaum jemand mehr zum Telefon greift. Das fangen nun alles Slack und die täglichen Teammeetings ab. Obwohl auf der Arbeit Musik “erlaubt” ist, höre ich dort keine, zu Hause dagegen ganz oldschool Radio.

Der Blick vom Schreibtisch vs. der Blick vom Balkon: Einmal stündlich wird frische Luft geschnappt. Foto: Natascha Koch.

Im Vergleich anders: kein mittäglicher Spaziergang, sondern etwas früher in den Feierabend. Ich trinke weniger Kaffee, mehr Tee, was mich sehr freut, da es mir gesünder erscheint. Der Tagesablauf unterscheidet sich auch darin, dass ich später aufstehe, da kein Arbeitsweg anfällt. Dafür vermischt sich die Arbeit schon morgens mit meiner Morgenroutine, was aber nicht schlimm ist, weil man abends dann die Arbeit auch etwas eher ausklingen lässt, um das Haus zu verlassen. Das Gefühl ist auf jeden Fall ein komplett anderes, da man zu Hause nicht in die Bürowelt eintaucht.

Morgens findet für die Abstimmung ein Call mit den direkten Vorgesetzten bzw. der GF statt, täglich ein Videomeeting mit dem Team, mit anderen Schnittstellen wird auf kurzem Weg kommuniziert, z.B. via Slack. Das klappt sehr gut. Ausgleich zum Home-Office: Solange es hell ist, auf jeden Fall nochmal raus, egal ob Joggen, Radeln oder nur Spazieren gehen. Abends auf jeden Fall selbst kochen – ganz ohne Handy und weil man früh zu Hause ist."

Birger Johannsen, Leiter Produktmanagement:

"Mein Tagesablauf hat sich, abgesehen von eingesparter Fahrzeit, gar nicht so dramatisch verändert. Stand-up mit Entwicklern, Austausch mit Kollegen findet weiterhin rege statt, jedoch im Videocall statt in Meetingräumen. Seitdem wir im Team alle mobil arbeiten, ist ordentlich Betrieb in Slack – wir machen ein kurzes Daily, um im engen Austausch zu bleiben. Bisher habe ich es geschafft, am Abend mit dem Sohn noch bisschen Fußball zu spielen und bin selbst noch eine Runde Laufen gewesen, sodass die mangelnde Bewegung zumindest ein wenig ausgeglichen wurde. Was mich an der ganzen Situation beeindruckt: Meine Kinder!

Die Welt im Blick, auch in den eigenen vier Wänden. Foto Birger Johannsen.

Sie merken auch, dass die Situation besonders ist und für alle eine Herausforderung darstellt. In den ersten Tagen haben sie das ganz toll gemacht und sich viel selbst beschäftigt: Höhle gebaut, Hörspiele gehört, im Garten getobt...Da kommt man schon eine ganze Zeit ungestört zum Arbeiten. Klar ist aber auch, dass die Arbeitszeit momentan nicht acht Stunden am Stück beträgt, sondern doch mal kurz die Kinder kommen und etwas möchten. Daher fängt man jetzt früher an und hört etwas später auf oder macht nochmal kurz was, wenn die Kinder im Bett sind."

Maurice Urban, Workflow Specialist Operations: 

Bereit für einen neuen Tag im Home-Office. Foto: Maurice Urban

"Bei mir ändert sich da tatsächlich nicht viel - außer dass ich mir eine halbe Stunde länger Schlaf gönne (schmunzelt). Wir kommunizieren primär über unseren Team-Slack-Channel bzw. per Direktnachricht, manchmal auch via Telefon über unsere Remote-Software.

Unser wöchentliches Teammeeting halten wir ganz normal per Video ab. Ausgleich zum Home-Office: Auf jeden Fall in der Pause und nach Feierabend kurz raus an die frische Luft. Sonst regelmäßig aufstehen, dehnen, Wasser trinken und am Abend noch ein kleines Home-Workout."

Autor: Martin Marsmann

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