Henne oder Ei?

Social Media

Instagram ist derzeit die angesagteste Social-Media-Plattform. Welche Trends gibt es in puncto Motive und Filter? Was sollten Unternehmen beachten? Wir haben mal bei unserer Social-Media-Managerin Michelle Mitsching nachgefragt. 

Michelle Mitsching, Marketing Managerin bei news aktuell. Foto: Marcus Brandt

news aktuell: Welche Trends beobachtest du beim Durchscrollen deiner Timeline? 

Michelle: Puh, schwierige Frage. Es gibt nicht DEN Trend, der aus allen hervorsticht. Vielmehr überlagern sich verschiedene Tendenzen. Zum Beispiel sehe ich momentan gerade im Bereich Mode Bilder im Retro- oder Vintage-Look. Einige Accounts arbeiten derzeit gern mit Collagen. Und immer noch beliebte Posting-Motive sind Bilder rund um Food und Nature – das geht wohl immer, auch wenn ich persönlich mich manchmal schon bisschen satt gesehen habe an Fotos mit leckerem Essen. 

news aktuell: Wie unterstützen die Filter auf Instagram diese Trends? Oder anders gefragt: Für welchen Trend eignet sich welcher Filter und warum? 

Michelle: Inwieweit die Filter die Trends beeinflussen, finde ich schwierig zu beantworten. Da gibt es sicherlich eine wechselseitige Beeinflussung von Filtern und Bildtrends. Ob die Henne vor dem Ei da war, oder das Ei vor der Henne, kann man hier schwer sagen. Laut Instagram sind derzeit die beliebtesten Filter Clarendon, Gingham, Juno, Lark und Moon – wobei diese Filter eben auch als erste vorgeschlagen werden. Für Fashion-Fotos werden gerne Kelvin, Valencia und Nashville verwendet, für Selfies Slumber, Skyline und Dogpatch. 

Ich finde, man sollte punktuell den Filter auswählen, der das jeweilige Bild am besten aussehen lässt. Ich persönlich habe keinen direkten Lieblingsfilter, sondern wische einmal durch alle Filter durch, um festzustellen, bei welchem Filter das Bild am besten aussieht. Das variiert je nach Bild total. 

Wenn wir genau hinschauen, handelt es sich bei vielen Motiven eigentlich um gefakte Authentizität.Klicken, um zu twittern

news aktuell: Der Aspekt „Authentizität“ wird allerdings auch seit längerem großgeschrieben. Wie weit ist es wirklich mit der Natürlichkeit her?

Michelle: Wenn wir genau hinschauen, handelt es sich bei vielen Motiven eigentlich um „gefakte Authentizität“. Obwohl wir bei vielen Postings die Hashtags #nature #nomakeup oder #nofilter finden, sind nach wie vor Filter, Photoshop beziehungsweise Make Up im Spiel, auch wenn explizit „Natürlichkeit“ hervorgehoben wird.

news aktuell: Inwieweit sollte ein Corporate-Account auf Instagram eine stimmige Bildsprache haben? 

Michelle: Ich finde, eine gewisse Wiedererkennung sollte ein Account grundsätzlich haben. Als perfekte Beispiele fallen mir da Klarna oder Vodafone ein: Ich glaube, da brauch ich nicht viel zu erklären (schmunzelt). Allerdings kommt das wirklich auf das Unternehmen an. Ich persönlich finde die Accounts von Vodafone und Klarna schon ziemlich cool, aber wenn man länger durch die Feeds scrollt, denkt man sich irgendwann: „Hm, lauter Kacheln in der gleichen Farbe“. Ein wenig dezenter, aber doch sehr stark in der eigenen Farbwelt bewegt sich die Deutsche Telekom: Die unternehmenstypische Farbe ist auf jedem Foto präsent, auf einigen aber nur mit kleinen „Farbklecksen“, wodurch der Feed insgesamt etwas weniger offensiv wirkt.

Ein bisschen Abwechslung schadet meiner Meinung nach nicht und lässt das Unternehmen authentisch wirken. Das ist aber auch von den Zielen des Kanals abhängig. Wer Employer Branding auf Instagram betreiben will, sollte reale und nicht gestellte Bilder zeigen – und die können ja durchaus divers sein. Wenn Unternehmen ihre Produkte featuren wollen, würde ich allerdings für ein einheitlicheres Design plädieren.


Michelles Tipp: Lasst euch inspirieren und schaut, was euch gefällt. Wenn ihr z.B. die Hashtags #foodporn, #nomakeup, #natural, #naturelover oder #deeptalk in die Suche eingebt, bekommt ihr haufenweise Inspirationsmaterial – oder auch Beispiele, wie ihr es gar nicht machen wollt. 

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