"Fernsehen ist Marathon": Axel Link über die Gründung von health tv

Kommunikation - 14. Jan 19

Dass sich ein TV-Sender ausschließlich auf Gesundheit fokussiert, ist neu. Vor eineinhalb Jahren startete health tv. Wir sprachen mit Geschäftsführer Axel Link über die Herausforderungen beim Gründen eines Spartensenders und den Megatrend Gesundheit.

news aktuell: Warum health tv? Gibt es nicht schon genügend mediale Angebote in diesem Bereich?

Link: Doch, aber eben noch keinen TV-Sender, der sich ausschließlich dem Thema Gesundheit widmet. Da sind wir europaweit einzigartig. health tv ist auch mehr als „nur“ Fernsehen. Denn über das klassische Fernsehen hinaus sind unsere Inhalte abrufbar in einer eigenen Mediathek und via Facebook, Twitter und Co. Wir bieten sogar eine TV-Zeitschrift an, die im Überblick zeigt, welche Gesundheitssendungen im deutschen Fernsehen laufen.

news aktuell: Wo lagen die größten Herausforderungen beim Start Ihres Senders?

Link: Die Gründungsphase war natürlich aufregend. Wir haben es geschafft, innerhalb von nur einem Jahr von der Idee zum Sendestart via Satellit zu kommen. Da hat uns die Investitionsbereitschaft unseres Gesellschafters Asklepios natürlich sehr geholfen. Die großen Herausforderungen kommen eigentlich jetzt erst. Wir müssen unsere Marke bekannter machen und dauerhaft interessante und für unsere Zuschauer relevante Inhalte liefern. Fernsehen ist Marathon. Da hilft ein guter Start zwar auch, aber jetzt ist Durchhaltevermögen gefragt.

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Mehr wissen. Gesünder leben. Die Menschen müssen sich besser selbst kennenlernen, um weniger krank zu sein. Axel Link, Geschäftsführer von health tv. Foto: Beate Zoellner

news aktuell: Welche Formate laufen bei Ihnen besonders gut?

Link: Wenn Sie die übliche Messlatte „Einschaltquote“ meinen, dann sind es die Reportagen am Abend. Da geht es meist um eindrucksvolle Schicksale von Menschen, die ihr Leben trotz Krankheit bewundernswert meistern oder um Einblicke in die menschliche Seele mit Themen wie Demut und Mystik.

Beliebt sind aber auch unsere „V.I.P.-Formate“, in denen prominente Persönlichkeiten wie Hugo-Egon Balder, Matulla, Hardy Krüger jr., Hella von Sinnen oder Wolfgang Niedecken aus dem „Gesundheitsnähkästchen“ plaudern.

Aber auch im Frühprogramm haben wir eine treue Zuschschauerschar, die regelmäßig unsere Bewegungsangebote nicht nur anschaut, sondern mitmacht. Zuschauen alleine macht ja auch noch nicht gesund. Wir nehmen unser Versprechen „Mehr wissen. Gesünder leben.“ sehr ernst. Die Zuschauer sollen immer etwas mitnehmen, was ihnen hilft, gesünder zu leben. Und Yoga oder Pilates am Morgen ist echt gesund und bei uns auch noch kostenlos.

news aktuell: Wo sehen Sie die größten Gesundheitstrends in Zukunft?

Link: Sie wollen jetzt bestimmt etwas über Digitalisierung oder Hightech-Medizin hören? Das einschneidendste scheint mir aber der immer größer werdende Spagat zu sein zwischen dem, was möglich und dem, was nötig ist. Wir machen unglaubliche Fortschritte in der Medizintechnik, bringen es aber immer noch nicht fertig, das Thema Gesundheit auf den Lehrplan unserer Kinder in der Schule zu heben. Wir wissen immer mehr über die inneren Zusammenhänge unseres Wunderwerks Körper, werden aber dennoch immer kranker.

Medizinischer Fortschritt ist etwas Wunderbares, wenn man ernsthaft krank ist. Besser wäre es aber, die Menschen würden sich selbst besser kennen lernen, um dann schlicht weniger krank zu werden. Eben: Mehr wissen. Gesünder leben. Die Verantwortung für meine Gesundheit liegt nicht beim Staat, nicht bei meinen Ärzten, sondern hauptsächlich bei mir selbst.

news aktuell: Welche Chancen, aber auch Gefahren bringen KI und Big Data für das Gesundheitswesen mit sich?

Link: Eben beides: Chancen und Risiken. In der Medizin gibt es sicher eine Menge Potenzial, noch effizienter zu wirtschaften, in der Diagnose noch treffsicherer zu werden und eine Menge Menschen von heute noch als unheilbar geltenden Krankheiten zu heilen. Die Patientenakte wird kommen und es wird auch Missbrauch vom Datenklau bis zum Betrug geben. Das wird aber den Fortschritt nicht aufhalten. Im Idealfall gibt es keine Daten über mich, die man auswerten kann, weil ich einfach gesund bin. Ich weiß, klingt etwas weltfremd, wäre aber lohnenswert.

 

Lesen Sie in Teil 1: Der Sender health tv setzt auf den Megatrend Gesundheit. Heute startet ein neues Format mit Christian Rach. Der Spitzenkoch und ehemalige Restauranttester ist überzeugt: Gesunde Ernährung gibt es schon für ein paar Euro. Wie geht das?

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