Gendergerechte Sprache

Do you speak gender?

Insight - 07. Mai 20

Gender Equality spielt in unserem Sprachgebrauch eine immer größere Rolle. Wie wichtig ist den PR-Profis die sprachliche Gleichstellung der Geschlechter? Und wie setzen sie gendergerechte Sprache um? Das wollten wir genauer wissen und haben gemeinsam mit Faktenkontor die Kommunikatoren in Deutschland dazu befragt. Vorweg: Die Regel ist keine Regel. 

Denn knapp die Hälfte der PR-Praktiker wenden keine einheitlichen Gender-Regeln in ihrer Kommunikation an. 45 Prozent machen es also mal so, oder mal anders, schreiben mal von "Mitarbeitern", mal von "Mitarbeitenden", und ein weiteres Mal wiederum von "Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern". Oder setzen das Gender-Sternchen. Immerhin ein gutes Drittel der Befragten legt sich für geschlechtsneutrale Formulierungen fest, die das Geschlecht der bezeichnenden Personen nicht genauer bestimmen: So verwenden 38 Prozent zum Beispiel substantivierte Partizipien wie "Studierende", "Arbeitnehmende" oder "Mitarbeitende". Fast genauso viele PR-Profis nutzen die traditionellere Form der gendergerechten Sprache - nämlich die weiblich-männliche Doppelung -  und sprechen dann etwa von "Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern" (36 Prozent).

Weniger beliebt sind offensichtlich sämtliche Binnen-Schreibweisen: Nur jede fünfte Pressestelle und PR-Agentur verwendet die Schrägstrich- oder Klammerschreibweise wie bei „Mitarbeiter/innen“ oder „Mitarbeiter(innen)“ (19 Prozent). Genauso viele Befragte halten sich an das sogenannte Binnen-I (MitarbeiterInnen) (18 Prozent). Noch seltener ist das Gender-Sternchen. Nur 14 Prozent setzen das Sonderzeichen (Mitarbeiter*in), um geschlechtergerecht zu formulieren. Verschwindende ein Prozent der PR-Schaffenden nutzt den Tief- bzw. Unterstrich (Mitarbeiter_innen).

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So richtig festlegen tut sich also keine und keiner. Und: Immerhin jede zehnte Pressestelle und PR-Agentur gendert überhaupt nicht (12 Prozent). Das wundert wiederum nicht so sehr, denn für die Mehrheit der Befragten hat gendergerechte Sprache schlichtweg keine Bedeutung. Für 53 Prozent der Kommunikationsprofis ist Gender-Speach eher bzw. völlig unwichtig (53 Prozent). Nur knapp die Hälfte der Befragten stuft sie als eher bzw. sehr wichtig ein (45 Prozent). Allerdings gibt es in der Einschätzung der Wichtigkeit große Unterscheide zwischen Frauen und Männern. Während nur schlappe sechs Prozent der männlichen PR-Profis Gender Equality im Sprachgebrauch sehr wichtig finden, schreiben immerhin 22 Prozent der weiblichen PR-Profis einer geschlechtergerechten Sprache eine sehr hohe Bedeutung zu. Für völlig unwichtig betrachtet sie entsprechend nur jede zehnte Frau (11 Prozent), bei den Männern ist es hingegen jeder Dritte (29 Prozent).

Untersuchungsdesign: Online-Befragung im Februar 2020 im Rahmen des Trendreports von news aktuell und Faktenkontor
Datenbasis: 415 Fach- und Führungskräfte aus Pressestellen und PR-Agenturen in Deutschland

Weitere Informationen zu der Umfrage gibt es hier.

Autor: Beatrix Ta

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