Mentoringprogramme Unternehmen Tipps

Fünf Schritte zum Mentoringprogramm im Unternehmen

Kommunikation wird persönlicher –  nicht nur nach außen, sondern vor allem auch nach innen. Besonders junge Mitarbeitende wünschen sich Mentoren oder Mentorinnen im Unternehmen für ihre Fragen und Anregungen, sowohl zum Einstieg in den Job als auch zur Weiterentwicklung ihrer Karriere. Der intensive Austausch zwischen Mitarbeitenden lohnt sich auch aus Unternehmenssicht: Wissen und Erfahrungen werden geteilt und weiterentwickelt, neue Kommunikationswege etabliert und Möglichkeiten für alle eröffnet. Wir zeigen in fünf Schritten, wie Unternehmen ein Mentoringprogramm aufsetzen können.

Natürlich wird durch ein Mentoringprogramm keine Unternehmenskultur von heute auf morgen geändert. Aber: Es lässt sich eine wichtige Grundlage für eine offene und inklusive Arbeitswelt schaffen – über Karrierestufen und soziokulturelle Hintergründe hinweg. 

Schritt 1: Das Reiseziel - Ziele definieren

Wie bei jedem Projekt, jeder Arbeitsgruppe, jeder Initiative und eben auch jeder Reise gilt beim Mentoring: Als Erstes sollte das genaue Ziel definiert werden. Geht es eher darum, Kernkompetenzen zu erlernen oder zu teilen? Geht es um ein geplantes Onboarding neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Oder vielleicht um die Förderung von Chancengleichheit? Nur wer weiß, wo die Reise hingehen soll, bewegt sich auch in die richtige Richtung. Besonders für den Aufbau eines neuen Mentoringprogramms sollten sich Unternehmen detailliert mit der Frage der Zielsetzung beschäftigen. 

Schritt 2: Die Routenplanung - Den Mentoringprozess planen und strukturieren

Wer sich damit auseinandergesetzt hat, an welchem Karrierepunkt sich die Mentees befinden, welche Entwicklungsziele mit dem Mentoring erreicht werden sollen und wie mögliche Teilnehmende angesprochen werden können, kann die Detailplanung angehen. Dafür empfiehlt es sich auch, einen zeitlichen Rahmen für das Mentoring festzulegen: Soll das Programm über mehrere Wochen, Monate oder sogar ein ganzes Jahr laufen? 

Bei den zu definierenden Zielen auf dieser Reise sollte es sich möglichst um erreichbare und messbare Punkte handeln. Dazu zählen auf der einen Seite Gespräche und Workshops, auf der anderen Seite aber auch praktische Skills und Projekte. In diesem Zusammenhang können sich Unternehmen auch mit der Frage auseinandersetzen, wann das Mentoringprogramm abgeschlossen sein soll – und wie die im Mentoring gewonnenen Erfahrungen auch an eine neue Generation von Mentees weitergegeben werden können. 

Schritt 3: Die Reisebegleitung - Gutes Mentoring will gelernt sein

Im Idealfall profitieren nicht nur die Mentees vom neu aufgesetzten Programm: Auch für die Mentorinnen und Mentoren kann die direkte Auseinandersetzung mit den Teilnehmenden zu einer Erweiterung des eigenen Blickwinkels führen. Schließlich setzen sie sich nicht nur mit den Fragen ihrer Mentees auseinander, sondern auch mit den Hürden und Hindernissen in ihrem beruflichen Alltag. Hierfür ist allerdings auch ein gewisses Fingerspitzengefühl notwendig: Nicht jeder oder jede ist auch automatisch gut im Mentoring.

Neben der bewussten Auswahl von Mentorinnen und Mentoren spielt auch die Schulung eine entscheidende Rolle für den Erfolg des Mentorings. Prinzipiell ist sowohl eine 1-zu-1-Mentoringbeziehung mit einem Mentor und einem Mentee als auch ein Gruppensetting mit einem Mentor und mehreren Mentees möglich. Für beide Fälle sollten die Erwartungen und Anforderungen klar kommuniziert werden, damit sich alle Beteiligten auf ihre Aufgaben einstellen können. 

Schritt 4: Die Reisegruppe - Mentoren und Mentees “matchen”

Das Ziel steht, die Reisebegleitung ist geschult: Jetzt geht es an die Zusammenstellung einer möglichst harmonischen Reisegruppe. Das “Matching” von Mentoren und Mentees ist eine der größten Herausforderungen bei der Etablierung eines Mentoringprogramms. Für den größten Erfolg findet diese Zuordnung am besten auf individueller Basis statt: So können Kommunikationsstile aneinander angepasst, Stärken und Schwächen ausbalanciert und die Grundlage für möglichst produktive Beziehungen gelegt werden. 

Je nach Größe und Umfang des Mentoringprogramms können die Teilnehmenden auch in das Matching einbezogen werden. Dieses Mitentscheidungsrecht bindet beide Seiten bereits von Anfang an in den Prozess ein – und fördert die Identifikation mit dem Programm. 

Wichtig: Selbst mit einem individuellen Matching von Mentorinnen oder Mentoren und Mentees kann es manchmal sein, dass es einfach nicht richtig passt. Für solche Fälle ist es sinnvoll, einen Alternativplan zu haben – mit einem anderen potenziellen Mentor oder der Umstrukturierung des individuellen Programms.  

Schritt 5: Die Ankunft - Ein Blick zurück – und nach vorne

Beim Mentoring ist definitiv auch der sprichwörtliche Weg das Ziel, oder zumindest ein wichtiger Bestandteil des Ziels. Durch den Austausch auf Augenhöhe wachsen beide Seiten gemeinsam – und oft auch gemeinsam über sich hinaus. Wie jede Reise ermöglicht auch das Mentoring einen Perspektivwechsel: Mit neuen Impulsen und neuen Blickwinkeln entwickeln sich Mentees, Mentoren und das Unternehmen als Ganzes weiter. 

Damit die gewonnenen Erkenntnisse aber nicht verloren gehen, lohnt es sich, das Mentoringprogramm auch bewusst zu beenden. Das ist mit einem abschließenden Feedbackgespräch möglich, mit einem gemeinsamen Bericht oder auch einem Fragebogen für alle Mentees. So wird nicht nur der aktuelle Programmzyklus abgeschlossen, sondern auch das Mentoringprogramm kontinuierlich verbessert. 

Zusammengefasst sind es (wieder einmal) die Basics, die den Unterschied machen: Zielsetzung, das Kennen der Zielgruppe, die strategische Planung, das Zwischenmenschliche und das Controlling. Dann wird das „Kommunikationsprojekt Mentorship“ zum erfolgreichen Projekt.

Autorin: Annett Bergk, Gastautorin auf dem news aktuell Blog

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