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Marketing

Experiential-Marketing-Kampagnen schaffen immersive Erlebnisse, die den Kunden enger mit der Marke verbinden und seine Loyalität zum Produkt erhöhen. Der Rezipient ist aktiv am Geschehen beteiligt und wird aus eigenem Antrieb zum Multiplikator, denn er teilt sein Erlebnis mit Freunden oder Followern. Wir wollten von Carolin Freundlich, Head of Retail & FMCG bei fischerAppelt relations, wissen, inwiefern sich Experiential Marketing von anderen Marketingformen abhebt und worin der Mehrwert für Rezipienten und Marken liegt.

Carolin Freundlich, Head of Retail & FMCG bei fischerAppelt relations. Foto: Matthias Haslauer

news aktuell: Ist Experiential Marketing ein überschätzter Hype?

Freundlich: Die Praxis zeigt, dass Unternehmen aktuell mit Experiential Marketing sehr erfolgreich sind. Werte, die erlebbar gemacht werden, schaffen Vertrauen bei den Rezipienten und dies führt zu einer stärkeren Markenloyalität. Wer sich gegenüber dem Wettbewerb abgrenzen möchte und eine echte Auseinandersetzung mit seiner Marke wünscht, sollte die User Experience also nicht nur digital denken. Wir stellen fest, dass digitale Markenerlebnisse zunehmend an Bedeutung verlieren: Zum einen bleibt ein rein virtuelles Erlebnis irreal, zum anderen wird es aufgrund der Masse schnell vergessen.
 
news aktuell: Welche immersiven Formate werden im Experiential Marketing eingesetzt?

Freundlich: Im Experiential Marketing geht es vor allem um die Verbindung eines analogen Erlebnisses mit einer digitalen Verlängerung. Voraussetzung: Alles, was Rezipienten einlädt, sich mit einer Haltung oder einem Thema auseinanderzusetzen, sorgt für Emotionalität. Die Art des Events ist hierbei nicht entscheidend, sondern die Interaktion von Zielgruppe und Marke.
 
news aktuell: Welche Überschneidungen zu anderen Formen des Marketings gibt es und wo ist die Abgrenzung zu Live Marketing oder Event Marketing?

Freundlich: Experiential Marketing ist eine Form von Event Marketing – aber eben nicht nur. Hierbei geht es vorrangig um die Interaktion mit einer bestimmten Marke oder der Haltung einer Marke. Nur durch die Auseinandersetzung mit der Haltung, beziehungsweise den Werten einer Marke, wird diese für Rezipienten emotional relevant.

Wenn man den ROI als entscheidenden KPI sieht, schneidet Experiential Marketing deutlich besser ab als andere Marketing-Formen.Klicken, um zu twittern

news aktuell: Ist Experiential Marketing nicht auch eine Frage des Budgets?

Freundlich: Ich würde eher fragen: Um welches Budget geht es bei Experiential Marketing? Es findet meist ein Shift von Töpfen statt, die vorher für TV oder OOH (out of home) zur Verfügung standen. Unsere Erfahrung zeigt, wenn man den ROI als entscheidenden KPI sieht, schneiden Experientials deutlich besser ab als andere Marketing-Formen.

news aktuell: Was sollten Unternehmen bei Experiential-Marketing-Kampagnen unbedingt vermeiden?

Freundlich: Für erfolgreiches Experiential Marketing ist es essenziell, die virtuelle Markenwelt in der analogen Realität weiterzudenken, um ganzheitliche, besondere und vor allem real teilbare Markenerlebnisse zu generieren. Und natürlich muss das Erlebnis zur Interaktion motivieren: Eine reine Promotion-Veranstaltung mit Samples lädt noch lange nicht zum Teilen auf Social-Media-Kanälen ein.

news aktuell: Sind Experiential-Marketing-Kampagnen immer offline, oder auch digital?

Freundlich: Im Idealfall verbindet Experiential Marketing on- mit offline. Analoge Erlebnisse verleiten BesucherInnen mit außergewöhnlichen Motiven, dem sogenannten Shareable Content, zum Posten in den sozialen Medien.


 

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