#welovediversity: FRAPORT schafft eine neue Normalität

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Diversity Management wird für Unternehmen immer wichtiger. Wie kann eine konkrete Umsetzung aussehen? Wir sprachen darüber mit Gudrun Müller, Diversity-Beauftragte beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport. Mit ihrem dreiköpfigen, engagierten Team widmet sie sich in sechs unterschiedlichen Arbeitsfeldern allen Aspekten, über die sich die Vielfalt der Beschäftigten definiert: Weltanschauung und ethnische Herkunft, Alter und Behinderung, sexuelle Orientierung und Geschlecht.

Die Gründe für Diversity Management sind vielfältig – sei es, um als international agierendes Unternehmen den Bedürfnissen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachzukommen, Nachwuchs sicherzustellen, Menschen mit Behinderungen zu fördern oder auch Gender-Ungleichgewichte anzugehen. Dabei geht es den Unternehmen, die sich um Vielfalt bemühen, schon lange nicht mehr darum, sich einen „sozialen Anstrich“ zu verpassen. Die bewusste Förderung von Vielfalt in der Belegschaft ist zum Erfolgsfaktor geworden. Firmen, die auf Diversity setzen, konnten neue Kundengruppen erobern, die Arbeitsatmosphäre verbessern und sogar Krankheits- und Fehlzeiten reduzieren. Das Vielfaltsprinzip geht dabei weit über ethnische Aspekte hinaus. Zu den klassischen Bereichen von Diversity Management gehören Alter und Geschlecht, religiöse Prägungen, Behinderungen sowie sexuelle Orientierungen.

news aktuell: Was bedeutet Diversity bei Fraport?

Gudrun Mueller, Diversity-Beauftragte bei Fraport
Gudrun Müller, Diversity-Beauftragte bei Fraport. Foto: Sabine Eder

Müller: Unsere Aufgaben als internationaler Flughafenbetreiber könnten unterschiedlicher kaum sein. Entsprechend vielfältig ist unsere Kundschaft und unsere Belegschaft. Diversity bedeutet für uns, dass wir alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer Vielfalt erreichen. Wir brauchen Frauen und Männer, Beschäftigte unterschiedlichen Alters und mit Wurzeln in anderen Ländern und Kulturen. Wir sind weltoffen und stehen für ein diskriminierungsfreies Miteinander.

news aktuell: Was gehört zu Ihren Aufgaben als Diversity-Beauftragte? Wie muss man sich einen typischen Arbeitstag bei Ihnen vorstellen?

Müller: Unser Unternehmen lebt von der Vielfalt seiner Beschäftigten. Im Arbeitsalltag kann das aber natürlich auch zu Herausforderungen führen. Ich sage deshalb, Vielfalt muss gut gemanagt werden. Meine Aufgabe ist es, gemeinsam mit meinem Team, die Vielfalt in der Belegschaft sichtbar zu machen. Wir möchten ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem unsere Beschäftigten Wertschätzung erfahren und ein Gefühl der Zugehörigkeit erleben, auch wenn sie verschieden in ihren persönlichen Fähigkeiten und Eigenheiten sind. Wir machen uns also für eine weltoffene und faire Unternehmenskultur stark oder vernetzen uns eng mit den Personalverantwortlichen, um diskriminierungsfreie Personalprozesse umzusetzen. Auch ein enger Austausch mit den Führungskräften ist unabdingbar. Zentrale Themen sind dabei Geschlechtergerechtigkeit, Generationenmanagement, interkulturelles Miteinander, faire Sprache, Work-Life-Balance oder Vielfalt von Lebensentwürfen.

news aktuell: Würden Sie jedem Unternehmen ab einer gewissen Größe und Internationalität empfehlen, ein Diversity-Team beziehungsweise eine/n Diversity-Beauftragte/n zu haben?

Müller: Auf jeden Fall. Die Megatrends Individualisierung, Globalisierung, demografischer Wandel und neue Technologien betreffen alle Unternehmen. Die Ansprüche an die Attraktivität eines Arbeitgebers steigen. Dabei sind Flexibilität und Akzeptanz von diversen Lebensentwürfen die zentralen Stichwörter.

news aktuell: Was hat sich verändert, seitdem Sie dieses Thema professionell angehen?

Müller: Ich alleine kann nichts verändern. Entscheidend ist, dass ich ein starkes Team an der Seite und die Unterstützung des Vorstands habe. So können wir Impulse setzen und gesetzliche Rahmenbedingungen umsetzen.

Seit wir das Thema Diversity professionell managen, ist es uns gelungen, vermeintliche Tabuthemen in der Belegschaft zu diskutieren. Wir schaffen Aufmerksamkeit. Neben individuellen positiven Rückmeldungen von Beschäftigten und Führungskräften, bemühen wir uns, über regelmäßige Befragung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder von einzelnen Zielgruppen Rückmeldungen zu erhalten.

news aktuell: Was sind Ihre größten Herausforderungen?

Müller: Alle Beschäftigten zu erreichen! Die unterschiedlichen Aspekte zu platzieren, Orte der Begegnung zu schaffen oder besser zu nutzen, interaktiver zu agieren, mit Stereotypen produktiv umzugehen, Irritationen und Konflikte im Kontext von Vielfalt „besprechbar“ zu machen.

news aktuell: Wie schaffen Sie es, den Großteil Ihrer Mitarbeiter zu erreichen, denn nicht alle haben einen PC, um sich etwa im Intranet zu informieren?

Müller: In der Tat, das stellt für uns aufgrund unseres Geschäfts und unserer Beschäftigtenstruktur eine Herausforderung dar. Das müssen wir bei der Planung unserer Aktivitäten berücksichtigen. Wir führen Veranstaltungen durch, kleine Wettbewerbe, Verlosungen, nutzen selbstverständlich unsere internen Kommunikationskanäle wie das firmeninterne Intranet, Mitarbeiterzeitung, Printmedien wie Flyer, Plakate und so weiter. Wir gehen auch mit Aktionen vor Ort, zeigen Gesicht, laden ein, veranstalten Informationsmärkte zu spezifischen Themen und bemühen uns, Vielfalt positiv erlebbar zu machen.

news aktuell: Sie arbeiten sicherlich auch eng mit Ihrer Corporate Communications Abteilung zusammen. Wie kann man sich diese Zusammenarbeit konkret vorstellen?

Müller: Die Zusammenarbeit läuft sehr gut. Wir haben in der Kommunikationsabteilung feste Ansprechpartnerinnen. Sie unterstützen uns dabei, unsere Themen in der richtigen Form über den passenden Kanal an die entsprechende Zielgruppe zu bringen. Von der kleinen News im Intranet bis hin zur Planung einer größeren Kommunikationskampagne ist da alles dabei. Wir sind froh über die vielen nützlichen Tipps, die uns dabei helfen, unsere Botschaften intern und extern zu platzieren.

 

Veranstaltungs-Spoiler: Am 27. März veranstaltet das Frauennetzwerk Global Women in PR (GWPR Deutschland) am späten Nachmittag bei Fraport am Frankfurter Flughafen eine Paneldiskussion zu diesem Thema. Panelteilnehmer sind Gudrun Müller (Beauftragte für Diversity und Allgemeine Gleichbehandlung) und Jürgen Harrer (Leiter Unternehmenskommunikation Fraport). Wenn Sie Interesse am GWPR-Netzwerk haben und an dieser Veranstaltung teilnehmen möchten, senden Sie gern eine E-Mail an office@globalwpr.de.

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