Digitale Brücke zwischen Berlin und dem Silicon Valley

Public Relations

Viele Agenturaktivitäten beschränken sich schon lange nicht mehr auf nur einen Markt, sondern haben mittlerweile ein globales Level erreicht. Wie muss die Agentur der Zukunft aufgestellt sein, um den veränderten Anforderungen wie internationale Arbeit, dynamische Projektteams oder Zusammenarbeit über kulturelle Grenzen hinweg zu begegnen? Für Tilo Bonow, Gründer und CEO der Berliner Agentur PIABO PR, lautet die Antwort: durch Agilität mit konsequentem Qualitätsanspruch. Wir sprachen mit ihm über aktuelle Trends der Kommunikationsbranche, Pionierarbeit in der Tech-Kommunikation und innovative Arbeitskonzepte in der Agenturwelt.

news aktuell: Welche Themen und Trends berühren die Branche im Moment am stärksten?

Bonow: Wir sehen im Bereich Blockchain sowie Künstliche Intelligenz eine große Nachfrage. Außerdem bekommen wir viele Anfragen von Mittelständlern und Corporates, die ihre Kommunikation zeitgemäßer und digitaler gestalten wollen. Dies hängt damit zusammen, dass es nicht reicht, nur Themen rund um ihre Produkte zu verkaufen. Stattdessen brauchen sie eine neue Form des Storytellings und eine andere Art der Kommunikation, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Dabei wird es immer wichtiger, auch andere Themenfelder zu berücksichtigen, um beispielsweise die besten Talente auf sich aufmerksam zu machen und sein Netzwerk in der Startup-Community deutlich zu erweitern. 

Tilo Bonow, CEO und Gründer der PR-Agentur PIABO. Foto: PIABO 

news aktuell: Wie wichtig ist Internationalisierung für Agenturen? 

Bonow: Heutzutage geht es nicht mehr ohne internationale Aufstellung.  Es sei denn, man fokussiert sich auf Kunden, die explizit nur den deutschen Markt bedient haben wollen. Wir dagegen haben viele Kunden, vor allem aus dem Silicon Valley, die von uns erwarten, dass wir für sie den gesamten europäischen Markt abdecken. Wir haben einen klaren internationalen Anspruch und wollen für unsere Kunden eine One-Stop-Solution sein. Wir sind der erste Ansprechpartner, wenn es um ihre Belange in Europa geht. Insofern hat das natürlich immer auch etwas mit der Positionierung der jeweiligen Agentur zu tun. Aber wir sehen, dass Internationalität immer bedeutender wird - was natürlich auch für die Mitarbeiter ein spannendes Arbeitsumfeld ist. 

news aktuell: In Vergleich zu Deutschland kommunizieren Amerikaner und Chinesen ganz anders. Worauf müssen Agenturen bei der Arbeit mit dem Silicon Valley oder Peking besonders achten?

Bonow: Mit Blick auf Amerika sehen wir, dass beispielsweise eine Pressemitteilung kaum mehr Gegenstand der PR-Arbeit ist. In den USA werden viele Methoden, die in Deutschland noch gang und gäbe sind, überhaupt nicht mehr eingesetzt. Und wenn Text-Dokumente erstellt werden, klingen die oftmals für uns Deutsche doch sehr werblich und würden so niemals Anklang bei Journalisten finden. Insofern reicht es hier nicht aus, einfach zu übersetzen und zu pitchen. Es muss eine komplette kulturelle Übersetzung stattfinden, damit jede Geschichte individuell an den jeweiligen Markt angepasst wird. Noch dazu sollte überlegt werden, welche Geschichte bestmöglich in welchem Kanal gespielt wird. Auch bei der Arbeit mit chinesischen Unternehmen stellen wir immer wieder fest, dass sie ein ganz anderes Verständnis von Kommunikation haben. Hier vermischen oftmals die Grenzen von Earned und Paid Media. Wenn es um den europäischen Markt geht, muss sehr viel mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden, weil dort teilweise mit einem ganz anderen Kulturverständnis an die Kommunikationsarbeit herangegangen wird. 

Die Unterschiede im Umgang mit den Medien im europäischen und chinesischen Markt lassen sich nicht nur beim Markenaufbau sonder auch im Umgang mit Journalisten und Medienhäusern feststellen. Das ist nicht zuletzt der unterschiedlichen Medienlandschaft geschuldet. Die Ausrichtung der Medien und die Steuerung von Social Media erfolgt zum Beispiel sehr viel zentraler in China. Das wichtigste B2C- und zugleich B2B-Medium ist hier quasi WeChat. Auch geht das Verständnis von Erfolg und Misserfolg weit auseinander. Insofern ist es spannend mit Kunden aus anderen Kulturregionen zusammenzuarbeiten, denn es zeigt sich immer wieder, von welch hoher Bedeutung es ist, die Eigenheiten eines jeden Marktes zu berücksichtigen, um auch den bestmöglichen Erfolg im Sinne der Kunden zu erzielen. 

Eine PR-Agentur mit Kryptowährung bezahlen? Tilo Bonow von PIABO PR: Für uns war das selbstverständlich.Klicken, um zu twittern

news aktuell: Als erste PR-Agentur in Deutschland hat PIABO 2017 die Unit "Internet of Things" gegründet. Welche Dinge des Internets haben Sie dabei besonders im Auge?

Bonow: Heute gibt es kaum noch ein Produkt, was nicht nicht mit dem Internet verbunden ist oder in Verbindung treten könnte. Wir sehen natürlich auch, dass gerade der Bereich des Industrial-Tech an großer Bedeutung gewinnt, zum Beispiel um nachhaltiger zu arbeiten oder um Maschinen zu überwachen. Die Themen rund um Sicherheit spielen ebenfalls eine große Rolle. Wir arbeiten zum Beispiel für ein Unternehmen, das sich darum kümmert, dass bei selbstfahrenden Autos keine Hacker eindringen können. Sie entwickeln die entsprechenden Chips und Geräte. Darunter fallen auch Themen wie Robotics, Cloud-Services und Big Data, aber auch Blockchain. Es treten also viele Querschnittsanwendungen und Verknüpfungen zwischen dem Internet der Dinge und anderen technologischen Themenfeldern auf. Gerade die B2B-Themen haben am Industriestandort Deutschland echten Impact auf die Wirtschaft. Letztendlich ist das ja auch unser Anliegen, den Unternehmern zu helfen, bei der digitalen Transformation vorne mit dabei zu sein. 

news aktuell: Seit Mitte letzten Jahres können Kunden bei PIABO auch mit Kryptowährung bezahlen. Wie kam es dazu? 

Bonow: Für uns war das selbstverständlich. Wir selber haben einige Blockchain-Kunden schon sehr erfolgreich betreut und wollten uns nicht nur mit deren Blockchain-Themen auseinandersetzen, sondern gemäß unserer PIABO-Philosophie eine aktive Rolle in der Community spielen. Dabei engagieren wir uns zum Beispiel selber viel im Mentoring von jungen Startups. Wir verstehen uns nicht nur als Business Partner, sondern treten als aktiver Teil der Community – auch in der Rolle des Mentors – bei Events oder bei Meet-Ups auf. Und wir wollen auch Pioniere sein. Insofern ist es logisch für uns gewesen, auch dort eine Vorreiterrolle zu übernehmen und die Option anzubieten, uns auch in Kryptowährung bezahlen zu lassen. Diese Leistung wird bisher vor allem von Unternehmen in Anspruch genommen, die in diesem Bereich bereits tätig sind. Mittlerweile sehen wir, dass sich eine sehr solide Community und Industrie bildet, in der substanzielle Anwendungen entstehen. Insofern haben wir viel Marktexpertise in den letzten Jahren aufgebaut und verfolgen mit, dass in diesem Bereich spannende Unternehmen entstehen.

Bürogestaltung im Sinne von New Work: Ein neues Raumkonzept, Rückzugsorte und flexible Arbeitsstationen sollen bei PIABO PR für möglichst ideale Arbeitsbedingungen sorgen. Foto: Robert Lehmann Fotografie

news aktuell: Wie wichtig sind innovative Arbeitskonzepte für den Erfolg und wie sehen ideale Arbeitsbedingungen in einer und speziell in Ihrer PR-Agentur aus?

Bonow: Wir haben einen sehr hohen Qualitätsanspruch an unsere Arbeit. Deswegen haben wir uns bei der Gestaltung des neuen Büros die Frage gestellt, wie man diesen Anspruch durch die perfekte Arbeitsumgebung und durch das bestmögliche Mobiliar noch beflügelnd unterstützen könnte. Wir wollten eben nicht nur ein schönes Büro, sondern ein Büro, das in seiner Funktionalität unsere Arbeitsqualität unterstützt. Für unser Neugestaltung haben wir uns gefragt: Wie können wir das viel zitierte New-Work-Konzept in den Büroalltag übersetzen? Wie entsteht eine gesunde und nachhaltige Aufenthaltsqualität? Wir haben uns viele Agenturen auf allen Kontinenten angeschaut und viele Studien gelesen. Wir arbeiten unter anderem für den größten Coworking-Anbieter der Welt - WeWork. Weitere Kunden sind Asana und Evernote, also Unternehmen, die sich viel mit Themen wie Produktivität und dem Arbeiten der Zukunft beschäftigen. 

Rückzugsort: Wer bei PIABO in Ruhe telefonieren möchte, kann sich in eine Telefonzelle zurückziehen. Foto: Foto: Robert Lehmann Fotografie

Einige Beispiel unseres neuen Konzepts: Um auf die Bedürfnisse von Kunden, die wir nicht regelmäßig vor Ort treffen können, besser einzugehen, haben wir einen speziellen Video-Konferenzraum. In diesem steht nicht einfach ein rechteckiger, sondern ein trapezförmiger Tisch. Dieser trägt nämlich dazu bei, dass in Videokonferenzen jede einzelne Person gesehen wird. Des Weiteren vertreten wir in der gesamten Agentur das FlexDesk-System: Die Kollegen können morgens ihre Dinge in einem Spind verschließen und suchen sich dann selber ihre bevorzugte Arbeitsstation, die für ihre Arbeit an dem Tag am besten ist. Genauso wichtig sind aber auch Rückzugsorte. In unseren Telefonzellen kann ungestört telefoniert werden. Andere Ruheräume kann man nutzen, wenn man mal ganz konzentriert einen Text lesen möchte. Das sind nur einige Beispiele von vielen. Die Praxis zeigt bereits jetzt, dass die Idee voll aufgeht. Wir laden gerne alle Kommunikationsprofis da draußen ein, sich das persönlich bei uns in Berlin am schönen Gendarmenmarkt anzuschauen. 

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