CSR-Blaupause gefällig? 4 Best Cases

Kommunikation - 19. Mai 20

Wie setzen Deutsche und Schweizer Unternehmen ihr CSR-Management in der Praxis um und wie gehen sie dabei strategisch vor? Wir zeigen vier Beispiele und verraten: Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einem ganzheitlichen Ansatz, der gezielt auf die Wettbewerbsfähigkeit einzahlt.

UNTERNEHMENSGRUPPE FISCHER

Mit Dübeln, Technikspielzeug und Automobilinterieur wurden die fischerwerke aus dem baden-württembergischen Waldachtal zu einem internationalen Player im Bereich der Befestigungstechnik. Das Thema Nachhaltigkeit besitzt bei den Schwarzwäldern zwar Tradition, wurde in den letzten Jahren aber strategisch neu aufgesetzt – mit Erfolg. 2019 wurde die Unternehmensgruppe mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Großunternehmen“ ausgezeichnet. Seit 2015 wurden unter anderem ein internes Nachhaltigkeitsteam und ein „Nachhaltigkeitskompass“ eingeführt.

Dieser legt für verschiedene Schwerpunktthemen konkrete Zielwerte durch die Geschäftsführung vor, zum Beispiel die Einsparung von Ressourcen in einem Produktbereich. Aber auch die systematische Identifikation von Prozessoptimierungen spielt eine Rolle. Durch die Anpassung eines Schraubendesigns (um nur wenige Millimeter) spart das Unternehmen bei gleicher Funktionalität bis zu zehn Prozent Material. Neben verschiedenen sozialen Projekten stehen auch der ökologische Fußabdruck und die Innovationskraft der Mitarbeiter im Fokus. Aus der Belegschaft werden 20-mal mehr Patente angemeldet, als im Durchschnitt der deutschen Wirtschaft. fischer selbst bezeichnet seine Nachhaltigkeitsstrategie übrigens als „echten Wettbewerbsvorteil“. Für mehr Informationen hier klicken.

SAP SE

Neben fast schon klassischen Zielen wie der Erreichung der Klimaneutralität hat sich das Softwareunternehmen SAP einem ganzheitlichen Ansatz verschrieben. Dazu gehören die Reduzierung und das Recyceln von Elektroschrott oder die Optimierung des Energieverbrauchs in Rechenzentren – aber auch die gezielte Einbindung der Mitarbeiter. Diese können sich über die CSR-Leistung des gesamten Unternehmens oder einzelner Standorte und Abteilungen mithilfe eines Dashboards informieren, beispielsweise über den Anteil von Frauen in Führungspositionen oder den Verbrauch von Treibhausgasemissionen. Auch ganz individuelle Auswirkungen auf die Umwelt, wie der ökologische Fußabdruck des eigenen Firmenwagens, können angezeigt werden.

SAP setzt sich zudem mit verschiedenen Projekten für die digitale Integration ein. Unter anderem mit der Bildungsinitiative „Meet and Code“, die Kinder und Jugendliche an Technologie und Programmieren heranführt, oder der internationalen Initiative „Global Alliance for YOUTH“, die junge Menschen fit für die Arbeitswelt macht. Ein Engagement, das tief im Unternehmen verankert ist: 2018 wurden von den SAP Mitarbeitern 270.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. 94 Prozent der Beschäftigten stimmten der Aussage zu, dass Nachhaltigkeit für SAP ein wichtiges Thema sei; 87 Prozent gaben an, dass sie selbst „aktiv zu den Nachhaltigkeitszielen der SAP beitragen“. Die SAP SE ist für den CSR Preis der Bundesregierung 2020 in der Sonderpreiskategorie „CSR und Digitalisierung“ nominiert. Für mehr Informationen hier klicken.

SONOVA HOLDING AG

Chancengleichheit und erhöhte Lebensqualität für Menschen mit Hörverlust schaffen, insbesondere für Kinder aus Ländern mit niedrigem Einkommen: Das ist das Ziel der 2006 von der Sonova Gruppe gegründeten "Hear the World Foundation". Das Schweizer Unternehmen mit Sitz in Stäfa ist auf Hörsysteme spezialisiert und gehört weltweit zu den größten Anbietern der Branche. Neben einem nachhaltigen, ökologischen Ansatz und der Investition in die Mitarbeiter, stellt die Sonova Stiftung die zentrale Säule des Nachhaltigkeitsmanagements dar. Im Geschäftsjahr 2018/2019 war die "Hear the World Foundation" mit 23 verschiedenen Projekten in 19 Ländern aktiv.

Dabei wurden über 90.000 Kinder auf Hörverlust getestet und mehr als 1.400 Hörsysteme bereitgestellt. Ein wertvoller Beitrag nicht nur für die Menschen vor Ort, sondern auch eine Engagement-Plattform für die Mitarbeiter. 84 Prozent der Beschäftigten gaben an, sich durch ihre Arbeit engagiert zu fühlen. Die Hear the World- Stiftung verzeichnete im selben Zeitraum über 3.000 Stunden Freiwilligenarbeit der Mitarbeiter – das sind rund 130 Tage. Für mehr Informationen hier klicken.

MIGROS-GENOSSENSCHAFTS-BUND

Mit der „Generation M“ verpflichtet sich das 1941 gegründete Schweizer Einzelhandelsunternehmen Migros seit 2012 zu einem ganzheitlichen Ansatz entlang der gesamten Lieferkette. Die konkreten Ziele werden dabei mit einem Ampelsystem getracked und von einer unabhängigen Stelle jährlich überprüft. Das Unternehmen veröffentlicht die Ergebnisse und die Fortschritte der einzelnen Projekte transparent auf der eigenen Website – so zum Beispiel das Ziel, das gesamte Fischangebot bis 2020 aus nachhaltigen Quellen zu beziehen. Auch verfehlte Ziele werden angezeigt. Die Migros engagiert sich zudem in verschiedenen Initiativen für ein nachhaltigeres Wirtschaften und investiert einen Teil des Umsatzes in Freizeit, Bildung und Kultur (Migros-Kulturprozent).

Auch softere Themen finden im Rahmen der „Generation M“ statt. Besonders spannend ist der Podcast „Chrut und Rüebli“, in dem das Thema Nachhaltigkeit mit Blick auf Lebensmittel kritisch debattiert wird, beispielsweise die Verwendung von Palmöl oder die Verfügbarkeit von Erdbeeren im Winter. Das Unternehmen Migros wurde 2018 von einer Ratingagentur zum nachhaltigsten Einzelhändler der Welt gekürt. Für mehr Informationen hier klicken.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in der aktuellen Ausgabe von treibstoff. Wir freuen uns über Ihr Feedback zu unserem Magazin unter treibstoff@newsaktuell.de. Laden Sie sich gleich die aktuelle Ausgabe herunter!

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