#prba19 – Die Elbphilharmonie im Nebel

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Sie wirkt fast ein wenig schüchtern und erhebt sich doch im Morgengrauen aus der HafenCity: Das Bild "Elbphilharmonie im Nebel" hat es auf die Shortlist des PR-Bild Award 2019 geschafft. Viktoria Krug von der Hamburg Marketing GmbH verrät, warum das Foto fast nicht zu Stande gekommen wäre und wie die PR-Arbeit für ein Wahrzeichen funktioniert. 

Viktoria Krug, Hamburg Marketing GmbH, Foto: V. Krug

news aktuell: Wann und zu welchem Anlass ist das Bild entstanden? Welche Geschichte erzählt es?

Krug: Dieses Bild ist nahezu zufällig entstanden und doch ein wunderschönes Bild, das Hamburg in einem anderen Licht darstellt. Geplant waren klare Aufnahmen der Elbphilharmonie in voller Gänze, im Hintergrund sollte die aufgehende Morgensonne für die richtige Stimmung und passendes Licht sorgen. Angesetzt für dieses Shooting war jener Morgen im Winter. Die Fotografen machten sich auf den Weg und mich erreichte die Nachricht, dass die Aufnahmen wohl nichts würden, es sei zu neblig. Doch wir brachen nicht ab, die Fotografen bereiteten alles vor.

Während des Sonnenaufgangs war es am Boden düster und kalt, wir konnten nicht ahnen, wie es oberhalb der Nebelschicht aussah. Die Drohne wurde zum Aufnehmen der Fotos gestartet und auf dem Display wurde die Welt oberhalb der Nebelschicht sichtbar. Es bot sich uns ein bis dahin noch nicht veröffentlichter Anblick der Elbphilharmonie. Durch die Nebelwolken ragte die Spitze des Glasdaches. Auch wenn es sich „nur“ um eine Gebäudeansicht für das Marketing einer Stadt handelt, war dies doch ein magischer Moment.

Das Bild "Elbphilharmonie im Nebel", eingereicht durch die Hamburg Marketing GmbH, schaffte es auf die Shortlist des PR-Bild Award 2019. Foto: Konstantin Beck

news aktuell: Es gibt nur wenige Bilder der Elbphilharmonie im Nebel. Warum haben Sie gerade dieses Bild beim PR-Bild Award 2019 eingereicht?

Krug: Genau deshalb haben wir es eingereicht. Die Elbphilharmonie im Nebel ist ein sehr seltenes Bild. Durch die verwunschene Darstellung ist dieses Bild eindeutig für Kenner. Für Hamburg-Kenner, aber auch Elbphilharmonie-Kenner. Die Architektur des Gebäudes ist mittlerweile weltweit bekannt. Unser Konzerthaus für Alle wurde sogar auf dem Times Square in New York abgebildet. Trotzdem dürfen wir nicht davon ausgehen, dass alle die Elbphilharmonie kennen. Weshalb sie meist in voller Pracht und in ihrer Umgebung abgebildet wird. Sie steht ja nun auch an einem wunderschönen Ort, mitten in der Stadt, direkt am Wasser und auch ganz nah im Hafen und der bekannten Industriekulisse. Im Hamburg Marketing wird also meist die Elbphilharmonie mit ihrer besonderen Architektur und dem besonderen Standort gezeigt. Detailaufnahmen des Gebäudes werden im Kontext auch verwendet. Aber diese sind, wie das Bild von Hamburg auch, eher klar strukturiert, aufgeräumt und sehr ästhetisch. Die Stadt Hamburg steht nicht unbedingt dafür, verwunschen und zauberhaft zu sein, die Hamburger haben eine klare Vorstellung von dem, was sie wollen und verzichten gerne auf zu viel Schnick-Schnack. Dieses Bild steht also ein wenig im Kontrast zu dem, was wir sonst machen. Es geht eher in eine künstlerische Richtung, lässt viel Fantasie zu und lädt zum Träumen in eine andere Welt ein. Obwohl in diesem Bild auf den ersten Blick nicht viel zu sehen scheint, passiert wahnsinnig viel. Und so ist das auch mit Hamburg.

news aktuell: Gab es wegen des Nebels besondere Herausforderungen bei der Produktion? 

Krug: Das Bild wurde mit einer Drohne aufgenommen. Durch die schwierigen Sichtverhältnisse war es eine große Aufgabe, diese unversehrt zu starten und auch wieder zu landen. Man hat die eigene Hand vor Augen nicht sehen können. Da die Sichtbarkeit nicht gewährleistet war, bedarf es großes Können des Fotografen. Dieser muss bereits viel Erfahrung im Drohnenflug haben und auch genügend Vertrauen in sich und sein Können. Es besteht eine höhere Gefahr, dass ein Zwischenfall passieren kann. Zum Glück haben wir einen sehr erfahrenen Fotografen engagiert, ohne dessen Mut diese Aufnahme nicht entstanden wäre.

Die geplante Aufnahme der Elbphilharmonie wurde einige Tage später nachgeholt. Foto: Konstantin Beck

Da es auch ein sehr kalter Wintermorgen war, spielt ebenfalls die Angst mit, dass die Technik aufgrund der niedrigen Temperaturen versagt. Doch es gab glücklicherweise keine Schwierigkeiten. Bis auf ein paar gefrorene Finger sind alle Personen und die Technik wieder unversehrt nach Hause gekommen. Für die schönsten Aufnahmen muss man meist ein wenig mehr Einsatz zeigen und hart arbeiten. All die Anstrengung hat sich auf jeden Fall gelohnt. Und im Nachhinein freut man sich gemeinsam über die erlebte Erfahrung.

news aktuell: Wie haben Sie das Bild für Ihre PR eingesetzt und welche Resonanz gab es?

Krug: Unsere Bilder werden vielseitig eingesetzt, so auch dieses Bild der Elbphilharmonie. In meiner Abteilung wird viel Material produziert, das nicht nur intern dem Unternehmen zur Verfügung gestellt wird, sondern auch der Stadt Hamburg sowie Multiplikatoren. Zu unserem Unternehmen gehört nicht nur die Abteilung Marketing, wir arbeiten ebenfalls mit der Wirtschaftsförderung und dem Tourismus zusammen. Das Bild wird online, auf Druckerzeugnissen sowie auf Events und Messen präsentiert. Und dies im touristischen Bereich sowie in der Wirtschaft. In den Hamburger Medien wurde dieses Bild ebenfalls verbreitet. Die Veröffentlichung des Bildes war für uns ein großer Schritt, da es so völlig anders zu den sonstigen Bildern der Elbphilharmonie im Hamburg Marketing ist. Die durchweg positive Resonanz und das Staunen über die Wandelbarkeit des Gebäudes hat uns Mut gemacht. Wir bei Hamburg Marketing kennen die Elbphilharmonie nahezu in und auswendig, wir freuen uns über besondere und ausnahmslos spannende Bilder und neue Perspektiven. Und dies ist uns mit diesem Bild auf jeden Fall gelungen.

news aktuell: Was genau macht die Elbphilharmonie aus Ihrer Sicht zu einem Wahrzeichen Hamburgs?

Krug: Der Bau war schon spektakulär, es gab im Vorwege viel Diskussion und alles wurde jederzeit beäugt. Hätte der Bau sich länger hingezogen oder würde die Fertigstellung auf sich warten, könnten wir in Hamburg mit einer Legende preisen. Nicht allein deshalb, sondern auch wegen der einzigartigen Architektur, sei es außen oder innen, ist dieses Bauwerk etwas ganz Besonderes. Wir sind froh, dass die Architekten sich für unser Konzerthaus eine so atemberaubende Umsetzung überlegt haben. Das Gebäude hat durch die bereits in der Bauphase startende weltweite Medienpräsenz den ersten Schritt in die Richtung eines Wahrzeichens gemacht. Sie hat einen einzigartigen Wiedererkennungswert, den es so kein weiteres Mal gibt.

Das Gebäude an sich ist also schon ein Wahrzeichen. Nun steht es auch noch an unserer präsentesten Stelle an der Elbe, umringt von Wasser, direkt in der neuen HafenCity. Sichtbar von allen touristischen Highlights, bis weit in den Westen der Elbe entlang. Hamburg hat keine Skyline, die durch bestimmte Gebäude geprägt wird. Die Gegend am Wasser ist eher flach bebaut und die weiten Promenaden laden zum Flanieren ein. Hamburg wird immer mit Hafen und Wasser in Verbindung gebracht. Nun gibt es zusätzlich ein berühmtes Konzerthaus. Dass das funktioniert, sieht man an einer anderen Stadt auf einem entfernten Kontinent.

news aktuell: Braucht so ein Wahrzeichen eigentlich überhaupt noch aktive PR-Arbeit? Oder ist die Elbphilharmonie nicht ein „Selbstläufer“?

Krug: PR sollte niemals beendet werden. Es werden unterschiedliche Stufen mit weiterführenden Inhalten benötigt. Am Anfang steht dieses Gebäude, das befüllen wir dann mit Leben, es folgen weitere Geschichten und so wächst man gemeinsam mit der Elbphilharmonie. Man könnte meinen, dass sobald ein Wahrzeichen als dieses bekannt ist und weltweit so gesehen wird, die Arbeit beendet werden kann, doch wäre dies der falsche Ansatz. Die Elbphilharmonie steht für Hamburg und wirkt auf das Bild, das über Hamburg existiert ein.

Nach Bekanntmachung der Elbphilharmonie war der nächste Ansatz, die Stadt damit bekannter zu machen. Es hat innerhalb der Stadt sowie außerhalb funktioniert. Man könnte meinen, es sei damit alles erreicht. Doch so wie sich beispielsweise die Spielpläne ändern, entwickeln sich auch die äußeren Gegebenheiten weiter. Wir haben stets neue Ideen wie wir die Elbphilharmonie durch PR in die Köpfe der Leute bringen können und somit neue Blickwinkel ermöglichen. Die Elbphilharmonie ist das Konzerthaus für Alle und das spiegelt sich in unserer PR-Arbeit wieder. Die Hamburger ruhen sich nicht auf ihren Erfolgen aus, wir sind immer in Bewegung und streben nach weiteren Zielen. Zufriedenheit lässt sich trotzdem in jedem Schritt finden, den wir tun.

Ein Ausschnitt des Hamburger Lebens: Eine Barkasse auf der Elbe, im Hintergrund wacht die Elbphilharmonie über den Hafen. Foto: Konstantin Beck

news aktuell: stern.de nennt die Elbphilharmonie „den Viermaster unter den Musikhallen“. Hat die Elbphilharmonie bei Ihnen intern auch einen bestimmten Namen?

Krug: Da muss ich doch kurz schmunzeln, es gibt einen internen Namen, den ich aber hier nicht verraten kann. So nennen wir die Elphi unter einigen Kollegen, wenn wir uns einen kleinen Spaß erlauben. Aber da hätten wir auch schon den richtigen Spitznamen: "Elphi" nennen wir die Elbphilharmonie in Hamburg liebevoll. Begonnen hat dies schon während der Bauphase, da der Name Elbphilharmonie in Meetings und E-Mails sehr oft fiel und unbedingt abgekürzt werden musste. Wer damit anfing, kann ich mich leider nicht mehr erinnern, aber es wurde schnell zum geflügelten Wort im Büro und fortan wurde unser neues Wahrzeichen auf den Namen Elphi getauft. Der Markenname bleibt natürlich weiterhin Elbphilharmonie, aber auch in der Presse tauchte der Name Elphi daraufhin einige Male auf. Wenn sich sehr schnell ein Spitzname entwickelt, ist dies ein gutes Zeichen. Er ist prägnanter und zeigt unsere Zuneigung zur Sache. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Bauphase, ist die Elphi auch nach Eröffnung ganz im Herzen der Stadt und der Bevölkerung angekommen und akzeptiert worden.

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