Bild-PR bei DAK-Gesundeit Digitales Oma-Druecken

Digitales Oma-Drücken

Events - 08. Mai 20

Selbst für professionelle Kommunikatoren, die auch in Nicht-Corona-Zeiten wenig von Routine leben, waren die vergangenen Wochen zweifelsohne außergewöhnlich. An der kommunikativen Front dieser Ausnahmesituation standen und stehen die Krankenkassen. Rüdiger Scharf kann ein Lied davon singen. Er ist PR-Chef und Pressesprecher der DAK-Gesundheit und war 13 Jahre Lokalreporter, Ressortleiter und Büroleiter Bundespolitik bei der Berliner Morgenpost. In diesem Jahr ist er erstmals in der Jury unseres PR-Bild Award. Wir sprachen mit ihm über die Auswirkungen der Krise, schnelles Handeln und Bild-PR. 

Rüdiger Scharf DAK-Gesundheit
Rüdiger Scharf, PR-Chef der DAK-Gesundheit. Foto: Arne Weychardt

news aktuell: Wie geht es Ihnen in diesen Wochen?

Scharf: Es geht mir gut. Vielen Dank für die Nachfrage. Meine Familie und ich sind gesund. Mein PR-Team bei der DAK-Gesundheit ist gesund. Durch Corona sind wir seit Wochen im Krisenmodus. Aber in der Kommunikation waren wir bislang erfolgreich und haben noch keine großen Fehler gemacht. Ich hoffe, dass alles so bleibt: Gesundheit und Erfolg im Job.

news aktuell: Krankenkassen stehen in der aktuellen Corona-Krise besonders im Fokus. Haben die Entwicklungen der letzten Wochen und Monate Auswirkungen auf Ihre interne und externe Kommunikation gehabt?
 
Scharf: Ja natürlich. Wir sind seit Ende Februar im Krisenmodus. Die DAK-Gesundheit hat rund 12.000 Beschäftigte. Für diese Kolleginnen und Kollegen ist die interne Kommunikation von zentraler Bedeutung – es geht vom Gesundheitsschutz bis zu neuen Aufgabenschwerpunkten. Das ist eine riesige Herausforderung. Auch in der externen Kommunikation mussten wir umdenken. Wir haben geplante Pressekonferenzen abgesagt oder geschoben und kurzfristig neue Studien in Auftrag gegeben. Aber auch in Zeiten von Corona gelten die gleichen PR-Grundsätze: Eine Pressestelle muss Medien aktuelle Meldungen mit hohem Nachrichtenwert und Lesernutzen liefern. Mit dieser Strategie sind wir aktuell auch auf Twitter sehr erfolgreich. Zusätzlich planen wir momentan unser Kundenmagazin völlig neu mit dem Tenor: Chancen in der Krise.

news aktuell: In den vergangenen Monaten liefen einige Kampagnen der DAK-Gesundheit, zum Beispiel die Initiative „Gesundes Miteinander“. Die Initiative sollte darauf hinweisen, gut miteinander umzugehen. Der Slogan: „Geht Omas drücken“. Auch wenn wir uns alle gerade in „Social Distancing“ üben, eigentlich doch auch in diesen Zeiten eine treffende Message – wenn auch das mit dem „Drücken“ gerade leider nicht geht. Haben Sie diese Kampagne an „Corona-Zeiten“ angepasst?
 
Scharf: Eine spannende Frage. In der Initiative „Gesundes Miteinander“ war das Motiv „Geht Omas drücken“ besonders beliebt. Es hat die Einsamkeit von vielen älteren Menschen mit einem Satz ausgedrückt und eine einfache Lösung aufgezeigt. Durch Corona war diese Botschaft über Nacht „vergiftet“. Die Marketing-Abteilung hat sofort reagiert und die Plakate abhängen lassen. Jetzt machen wir deutlich, dass wir unsere Großeltern auch durch einen Anruf, einen Brief, ein Paket oder eine WhatsApp-Nachricht symbolisch drücken können. Der Slogan lebt also weiter, hat sich aber verändert. Und wir werden die Initiative bald ausweiten. Denn jetzt ist ein „Gesundes Miteinander“ besonders wichtig.
 
news aktuell: Sie sind Pressesprecher und Leiter Public Relations bei der DAK-Gesundheit, haben davor aber auch als Journalist gearbeitet – und ursprünglich als Sozialarbeiter. Welche Unterschiede sehen Sie aus Ihrer Erfahrung in der Bedeutung von Bildern in den einzelnen Bereichen? Worauf achten Journalisten zum Beispiel im Vergleich zu Pressesprechern bei der Auswahl eines Bildes?
 
Scharf: Ich habe jahrelang für die Berliner Morgenpost als politischer Korrespondent geschrieben. Ich war auf der Suche nach Neuigkeiten und wollte diese möglichst prominent in die Zeitung bringen. Bilder waren da für mich nur Beiwerk. Da gibt es eine große Parallele zur Pressearbeit der DAK-Gesundheit. Wir wollen den Medien mit unseren Pressmeldungen einen Nachrichtenwert liefern und mit Inhalten punkten. Ein Foto dazu ist wichtig, hat aber nicht die Top-Priorität. Als PR-Chef bin ich aber auch für unser Kundenmagazin „fit!“ und unser Online-Magazin zuständig. Hier spielen Optik und Bilder eine völlig andere und größere Rolle.
 
news aktuell: Die DAK-Gesundheit hat 2017 in der Kategorie "Storys und Kampagnen" den ersten Platz beim PR-Bild Award mit dem Bild „Frei fühlen“ belegt. Das Urteil der Jury damals: „Preiswürdig, weil man genau so Kampagnen visualisieren muss“. Worauf achten Sie bei der Auswahl von Kampagnenbildern?
 
Scharf: Das ist ganz einfach: Ein Bild muss mehr sagen als 1000 Worte. Unsere Kampagne gegen Adipositas – krankhafte Fettleibigkeit – heißt „SCHWERESLOS“. Das ist bewusst doppeldeutig gemeint. Die betroffenen Männer und Frauen haben ein schweres Los. Und sie möchten ihr Gewicht – ihre „Schwere“ - wieder loswerden. Das Bild der Frau, die in einem Schwimmbad schwerelos durch das blaue Wasser taucht, ist für mich ein perfektes PR-Foto.
 
news aktuell: Könnte die Corona-Krise Bild-PR oder Bild-Kommunikation langfristig verändern? Worauf sollten Unternehmen dabei achten?
 
Scharf: Natürlich verändert Corona die Bilder-Sprache. Es gibt tolle Motive, die mit Blick auf das Virus und seine Verbreitung nicht mehr gezeigt werden sollten. Eine Umarmung von Menschen hat plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Auch wir als Krankenkasse stellen unsere Bilderwelt neu auf den Prüfstand. Beim Thema Krankmeldungen hatten wir früher ein lustiges Foto eines Mannes, der wild in ein Tempo-Taschentuch prustet. Das können und wollen wir heute nicht mehr zeigen. Jetzt gilt die AHA-Formel: Abstand halten, Hygiene und Alltagsmasken – auch für Fotos.
 
news aktuell: Sie sind dieses Jahr das erste Mal in der Jury des PR-Bild Award. Denken Sie, dass die aktuelle Ausnahmezeit auch Auswirkungen auf die diesjährigen Einreichungen beim PR-Bild Award haben wird? 

Scharf: Ich bin offen und bin ganz gespannt auf die eingereichten Fotos. Wichtig ist: keine Schere im Kopf und die Jury mit tollen Bilder überraschen.

Interview: Nicola Wohlert

Noch bis zum 16. Juni könnt ihr euch beim PR-Bild Award bewerben. Habt Ihr tolle Motive, die einen Preis verdient hätten? Dann hier lang.

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