Andrea Chiabotto über "Out of the box"-Denken

Kommunikation

Sein Schreibtisch ist papierlos - bis auf eine Ausnahme: der RAL-Farbenfächer. Andrea Chiabotto ist seit fast drei Jahren bei news aktuell für das Webdesign zuständig. Der gebürtige Italiener wünscht sich manchmal etwas mehr "Out of the box"-Denken bei uns Deutschen. Seine bisher größte Herausforderung bei news aktuell und was für ihn ein erfüllter Job ist, verrät er in unserer Blog-Reihe "Behind the scenes bei news aktuell".

news aktuell: Du bist gebürtiger Italiener. Wie bist du ausgerechnet zu news aktuell in Hamburg gekommen?

Andrea: Ich bin nach Deutschland gekommen, weil ich ausprobieren wollte, wie es ist, im Ausland zu leben. Mitgenommen habe ich Handgepäck und genug Geld für drei Monate - und fast kein Deutsch. Ich hatte Glück und habe direkt im ersten Monat einen Job in Hamburg gefunden. So konnte ich hier bleiben. Das war vor sieben Jahren. 

In der Firma, in der ich meinen ersten Job bekommen hatte, lernte ich meine jetzige Kollegin Paulette aus dem Online Marketing kennen. Einige Jahre später – unsere beruflichen Wege waren zwischenzeitlich auseinandergegangen – erzählte mir Paulette, dass news aktuell einen Grafikdesigner und Webentwickler suchte. Sie selbst arbeitete bereits im Marketingteam von news aktuell. Ich bewarb mich und drei Monate später, am 1. September 2016, fing ich auch bei news aktuell an. 

news aktuell: Was machst du bei news aktuell?

Andrea: Als Webdesigner bei news aktuell bin ich zuständig für die Konzeption, Gestaltung und Entwicklung aller Websites, die wir benötigen.  

news aktuell: Was war bisher deine größte Herausforderung?

Andrea: Das Redesign von www.newsaktuell.de im Jahr 2018. Wir haben die Site komplett neu gedacht, von den Texte über die Bildersprache bis hin zu Farben und Schriftarten. Die Website ist seitdem schneller, leichter zu navigieren und einfacher zu nutzen. Wir sind ständig dabei, unsere Prozesse zu optimieren, um die Kundenzufriedenheit zu steigern.

news aktuell: Hat dir deine Muttersprache Italienisch bei deinem Job hier schon mal geholfen?

Andrea: Bis jetzt einmal: Wir wollten etwas sehr Experimentelles für unsere Seite ausprobieren und Regina, unsere Grafikerin hatte eine gute Quelle gefunden; ein Tutorial, wo alles sehr gut erklärt war. Das einzige Problem: Die dort vorgeschlagene Lösung hat überhaupt nicht funktioniert. Ich habe dann den Autor des Artikels, ein Franzose, angeschrieben und er hat mich an einen italienischen Entwickler weitergeleitet. Wenn ich nicht mit ihm direkt auf Italienisch hätte kommunizieren können, hätten wir wohl keine Lösung gefunden.

news aktuell: Welche „italienischen Eigenschaften“ würdest du dir hier in Deutschland manchmal ein bisschen mehr wünschen?

Andrea: Vielleicht ein bisschen mehr das „Out-of-the-Box“-Denken! Das hilft mir oft in meinem Job. Was ich damit meine? Einfach mal die Komfort-Zone verlassen, neue Wege gehen und Aufgaben oder Herausforderungen von einer ganz anderen Seite angehen – kurz: die Position wechseln. Und das ist hier in Deutschland ein wenig anders. Vielleicht liegt es daran, dass es meist gut funktionierende Strukturen gibt. Strukturen, die vielleicht dazu führen, dass man viel weniger ausprobiert oder experimentiert.  In Italien ist das mit den Strukturen ein wenig anders (grinst). Da muss man oft improvisieren und sich überlegen, wie das Problem „XY“ gelöst werden könnte. Klingt vielleicht seltsam, aber dieser "italienische Freiraum" fördert Kreativität und das "Out- of-the-Box"-Denken.

Schlecht funktionierende Systeme fördern Out-of-the-box-Denken und Kreativität.Klicken, um zu twittern

news aktuell: Wir haben gehört, dass du ein papierfreies Büro hast. Einzige Ausnahme: ein Farbfächer. Warum liegt der bei einem Webdesigner auf dem Tisch?

Andrea: Oft gibt es die folgende Situation: Jemand kommt zu mir und sagt „Wir haben die Lösung: Lass uns das Ganze in Rot machen!“ Und dann stehe ich da und frage mich: "Ok. Aber welcher der 178 verschiedenen Rottöne soll es nun sein?“ Das ist kein Scherz, so läuft es oft. Daher der Farbfächer auf meinem Tisch. Wir Menschen assoziieren jede Farbe mit einem Gefühl oder einer Idee. Es ist deutlich leichter, wenn wir die Farben direkt vor uns ausgedruckt sehen. Denn dann können wir eher definieren, welche Farbe wir mit welchem Gefühl assoziieren und uns entscheiden, mit welcher Farbe wir was kommunizieren wollen.  

news aktuell: Bitte ergänze: Ein erfüllter Job für mich ist...

Andrea:...wenn Leute etwas testen, dass ich konzipiert und entwickelt habe und danach keine Fragen stellen. Es geht nicht darum, Komplimente für meine Arbeit zu bekommen, sondern darum, dass ein Design so klar und unmissverständlich sein muss, sodass es keinerlei Erklärung bedarf. Wenn ich meine Arbeit nicht erklären muss, weiß ich, dass alles rund war – und dann bin ich zufrieden.

news aktuell: Wie entspannst du dich am besten?

Andrea: Ich entspanne mich am besten, wenn ich zu Hause bin, mit meinem Kind spiele und ich es lachen sehe. Dann ist für mich die Welt in allerbester Ordnung.

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