8 Regeln für das perfekte PR-Foto

Guides - 12. Mai 20

Was ist ein gutes Foto? Neben all den technischen Eckdaten ist ein Foto dann gut, wenn es den gewünschten Effekt hat. Bilder können uns unterhalten, informieren, verstören, bewegen oder auch zum Lachen bringen – Hauptsache ist jedoch, dass sie die gewünschte Emotion hervorrufen. Ein schlechtes oder falsches Bild ist dem Kunden im schlimmsten Fall egal und er beachtet es einfach nicht. Heike Betzwieser, Geschäftsführerin dpa-Zentralbild, liefert das Rezept für ein wirklich gutes PR-Bild.
 

Heike Betzwieser
Heike Betzwieser, Geschäftsführerin dpa-Zentralbild. Foto: Britta Pedersen (dpa-Zentralbild)

Regel Nummer 1: Kenne Deine Marke und Deine Werte

In meiner Zeit als Beraterin habe ich oft die Frage gehört: „Warum willst Du denn über meine Werte und meine Marke sprechen – ich will doch nur ein Porträt.“ Und hier läuft es oft schon schief. Nehmen wir als Beispiel ein hippes Wellness-Ressort. Hier möchte der Inhaber ein „cooles“ Bild für die Website und die sozialen Medien. Fragt man dann nach, kommen in der Definition Werte wie „zugewandt, wertschätzend und kundenorientiert“. Das Bild kann also modern sein, aber auf keinen Fall sollte der Protagonist „cool“ im Sinne von abweisend aussehen. Denn wer möchte seine Gesundheit in die Hände eines Menschen legen, der abweisend und im schlimmsten Fall arrogant aussieht? 

Regel Nummer 2: Kenne Deine Zielgruppe

Nachdem die Marke definiert ist, kommt die nächste Frage: Wer ist denn meine Zielgruppe? Bleiben wir beim Wellness-Tempel. Vor der Eröffnung fragt man sich: Wie hoch sind die Preise, wer wird wirklich kommen? Zwei Jahre später stellt man fest: Es kommen eher die Damen, die sich den Luxus wirklich leisten können. Will ich also mein Foto an diese Zielgruppe anpassen, oder will ich eine neue Zielgruppe ansprechen? Riskiere ich vielleicht mit einem falschen Foto meine Stammkunden zu irritieren? Wie kennen mich meine Kunden? Diese Fragen sollten geklärt sein. 

Regel Nummer 3: Kenne Deinen Kanal

Mache ich eine Instagram-Kampagne? Oder eine Website? Will ich die Presse ansprechen? Zeitungen? Zeitschriften? Wenn ich meine Zielgruppe und meine Marke kenne, dann weiß ich auch, wofür ich die Fotos einsetzen möchte. Und in den verschiedenen Kanälen braucht es leider oft auch verschiedene Fotos. Denn Instagram ist bunt und laut – hier brauche ich knallige Farben und ungewöhnliche Bilder; auf Websites dagegen dürfen Bilder (passend zum Layout) ruhige Hintergründe und warme Farben haben. Ist es allerdings ein Pressebild, welches die Zeitungen drucken sollen, sollte sich auch die Ästhetik des Bildes an den Pressebildern orientieren. Gestellte Hochglanz-Bilder drucken Tageszeitungen ungerne. Sie sehen zu sehr nach Werbung aus und das will man ja ganz und gar nicht. 

Regel Nummer 4: Kenne Dein Budget

Brainstorming, tolle Idee, schlechte Umsetzung – das geschieht leider öfter, als man erwarten sollte. Was ist passiert? Ganz einfach, das Budget hat nicht gestimmt. Man sollte wissen, was für das Shooting eingeplant werden kann und muss. Wer in der Umsetzung an Requisiten, Licht, Make-Up oder im schlimmsten Fall am Fotografen sparen muss, weil die Idee für das Budget zu groß war, tut sich keinen Gefallen. Wer nur 500 Euro hat, kann ein tolles Foto machen, wenn er das Budget schon bei der Ideenfindung berücksichtigt. Denken Sie an die Nebenkosten, einen Assistenten für Licht, Make-Up, etc. Und ja – auch Männer sehen besser aus, wenn man sie leicht abpudert.

Regel Nummer 5: Finde Dein Thema

Budget, Zielgruppe und Kanal stehen – super! Jetzt fehlt nur noch eins: Was will ich mit dem Bild sagen? Kommen wir noch mal zu unserem Wellness-Center. Angenommenes Ziel: Mehr Kunden im Luxussegment ansprechen, Pressebilder und Instagram, Budget 5.000 Euro nur für das Shooting (denn man darf ja nicht vergessen, dass es auch ein Budget braucht, um die Bilder zu verbreiten). Die Frage, die sich jetzt stellt: Warum sollten sich die Kunden denn genau jetzt für mein Spa interessieren. Also: Habe ich neue Räume, neue Angebote, etwas verändert, mache ich Charity? Was ist mein Thema, meine Geschichte, was habe ich zu erzählen?

Regel Nummer 6: Finde Deinen Fotografen

Der richtige Fotograf ist wichtig. Er sollte zur Zielgruppe, zu Ihnen und auch zum Budget passen. Bei der Auswahl sollten Sie sich nicht alleine auf die Bilder auf einer Website verlassen. Ein guter Fotograf hat auch ein Portfolio, welches er Ihnen zuschicken kann. Sein Stil sollte zum Thema passen. Sie möchten Bilder für die Pressearbeit und wissen, dass diese Bilder von Zeitungen gedruckt werden sollen? Nehmen Sie einen Fotografen, der versteht, dass diese Bilder nicht zu gestellt aussehen dürfen. Es geht um eine Social- Media-Kampagne? Dann sollte der Fotograf zumindest ein gepflegtes Instagram-Profil haben. Wenn Sie sicher sein wollen, dann fragen Sie den Fotografen nach seinen Ideen für Ihr Thema. Ein guter Fotograf hat oft konkrete Bildwelten im Kopf und die sollten zu Ihnen passen.

Regel Nummer 7: Finde Deine Idee

Warum den Fotografen vor der Idee auswählen? Weil seine Inspiration und sein Input für die letzte Ausarbeitung der Idee eine Bereicherung sein können. Die konkrete Idee für das Foto ist entscheidend. Denn: Jeder möchte, dass das produzierte Bild auch gedruckt wird. Dabei ist es wichtig, dass die Zielgruppe die Idee versteht und mitgeht. Schaut man sich die prämierten PR-Bilder des vergangenen Jahres an, dann sieht man neben perfekt produzierten Fotos auch immer die Idee dahinter. Für mich ist das Bild mit der überzeugendsten Idee das von Udo Lindenberg in der Likörelle Bar. Er steht an einem von unten belichteten Tisch und erscheint wie eine Lichtfigur. Dazu ist er komplett in Schwarz gekleidet, was einen schönen Kontrast zum bunten Hintergrund bildet. Das Bild erzählt die komplette Geschichte von der Lichtfigur und seinen Likören. 

Regel Nummer 8: Verwalte Deine Fotos richtig

Das perfekte Foto ist gefunden, das Ziel ist erreicht, das Bild wird von den Medien genommen. Und dann? Das Bild liegt auf einer Festplatte und jeder kann es nutzen? Oder es liegt in einer Datenbank und wird zwei Jahre später noch einmal genutzt? Was ist mit den 25 anderen Bildern, die beim Shooting noch entstanden sind? Gar nicht nutzen? Bilder sollten inklusive der mit den Fotografen und auch den Modells vereinbarten Rechten gut verschlagwortet und wieder auffindbar abgelegt werden. Sonst hat man im Zweifel viel Geld ausgegeben und hätte viel mehr dafür bekommen können. 

Noch bis zum 12. Juni könnt ihr euch beim PR-Bild Award bewerben. Habt Ihr tolle Motive, die einen Preis verdient hätten? Dann hier lang.

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