Das Radio gehört noch immer zu den meist konsumierten Medien in Deutschland. Auch Social Media und Spotify haben daran bisher nichts ändern können. Die aktuellen Ergebnisse aus der Media-Analyse (ma 2016 Radio I) bestätigen die ungebrochene Popularität. Wir haben unseren Radio-Experten Michael Tiebeck gebeten, die neuen Zahlen genauer einzuordnen, und zu erklären, was sie für die Radio-PR bedeuten.

TREIBSTOFF: Was fällt auf an den aktuellen Ergebnissen der Media-Analyse?

Michael Tiebeck ist Produktmanager studio bei news aktuell. Er berät Unternehmen und Agenturen zum Thema Radio-PR.

Michael Tiebeck ist Produktmanager von studio, dem Produktionsservice von news aktuell. Seine Spezialität: Radio-PR. Er berät und betreut seit über acht Jahren die Audio-Projekte unserer Kunden.

TIEBECK: Die Deutschen hören nach wie vor intensiv Radio. Das Medium muss sich vor keiner Konkurrenz verstecken. Vier von fünf Menschen schalten wochentags das Radio ein. Die Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr weitgehend konstant geblieben. Von einem Bedeutungsverlust des guten alten Radios kann also keine Rede sein – auch wenn die öffentliche Wahrnehmung von Social Media und anderen Online-Medien das oft suggeriert. Die Hörerbindung ist dabei nach wie vor wahnsinnig hoch. Mehr als vier Stunden täglich nach den neuesten Daten. Alle Kommunikationsverantwortlichen sollten bei diesen Zahlen aufhorchen und aktiv werden.

TREIBSTOFF: Hat das Radio trotz der digitalen Konkurrenz also an Bedeutung gewonnen?

TIEBECK: Ich denke, das kann man so nicht sagen. Radio und Social Media stehen nicht unbedingt in einem Konkurrenzverhältnis. Es ist möglich, Radio zu hören und gleichzeitig den Facebook-Account zu checken. Andererseits sollten wir aber die Macht des Internets nicht kleinreden. Insbesondere bei jüngeren Menschen. Die neue Media-Analyse zeigt, dass Reichweite und Hördauer bei den zehn bis 29-Jährigen am niedrigsten sind. Sie beträgt allerdings von Montag bis Freitag noch immer 68,5 Prozent und 123 Minuten täglich. Es ist aber nicht unbedingt zu erwarten, dass bei dieser Generation mit steigendem Alter plötzlich auch die Nutzung steigt. Diese Hoffnung ist bei Zeitungen und Zeitschriften ja auch kaum eingetreten. Da muss man realistisch bleiben.

Radio-Trends und Radio-PR

Bei Radio-PR unbedingt mitdenken: Webradios haben ein großes Potential für PR und Kommunikation.

 

TREIBSTOFF: Sind Webradios wichtiger geworden?

TIEBECK: Die neuen Zahlen zeigen, dass die Bedeutung von Webradios immens angestiegen ist. Damit einher geht erfreulicherweise auch ein höherer Grad an Professionalität. Klar, nicht jedes kleine Webangebot ist für die werbetreibende Wirtschaft relevant. Aber in der neuen Media-Analyse hat sich die Anzahl der ausgewerteten Publisher nahezu verdreifacht. Wenn auch auf recht niedrigem Gesamtniveau. Knapp 70 Internetsender werden jetzt geprüft. Diese Sender wurden pro Monat mehr als 200 Millionen mal aufgerufen. Hier schlummert also ein riesiges Potenzial für PR und Kommunikation.

TREIBSTOFF: Worauf muss ein Kommunikationsprofi besonders achten, wenn er sich heute mit Radio-PR beschäftigt?

TIEBECK: Zuerst gilt einmal, dass jeder Kommunikator seine Hausaufgaben machen muss. Und die sind im Wesentlichen gleich geblieben. Es geht darum, Geschichten zu erzählen, die schnell und unkompliziert den Hörer ansprechen oder ein klares Informationsbedürfnis befriedigen. Das können Umfragen sein, Servicethemen oder auch die guten alten Jahrestage. Auch ein Tag der Jogginghose bietet schöne Gelegenheiten. Radiosendungen und Moderatoren brauchen Tag für Tag jede Menge Anstöße, um ihre Sendezeit zu füllen. Nur wer mit seinen Angeboten den richtigen Nerv trifft, landet am Ende auch erfolgreich im Radio.

Webinar „Radio-PR- Ihre Themen On Air“ – Mit Michael Tiebeck

Wollen Sie wissen wie Radio-PR funktioniert? Melden Sie sich zu unserem Webinar am 21. April um 14:00 Uhr an. In dem 30-minütigen Online-Seminar machen wir Sie fit für die Anforderungen der Hörfunk-Redaktionen. Unsere Radio-Experten geben Ihnen nützliche Praxis-Tipps und veranschaulichen anhand von Beispielen, wie Sie Ihre Themen „On Air“ bringen.

Melden Sie sich hier zum Webinar „Radio-PR – Ihre Themen On Air“ an.

 

Schlagworte