Täglich verbreiten wir für unsere Kunden Pressemitteilungen und andere PR-Inhalte: Sei es über das Netzwerk ots oder über die PR-Software zimpel. Doch wie arbeiten die Empfänger mit den Informationen? Was erwarten sie? In unserer neuen Reihe Wer liest eigentlich Pressemitteilungen kommen Journalisten und Influencer aus unterschiedlichsten Mediengattungen zu Wort. Im Blitzinterview wollen wir von ihnen wissen, wie sie mit Pressemeldungen umgehen und welche Anforderungen sie an PR-Content stellen.

Los geht’s mit einer Vertreterin der Tageszeitungen. Christina Petrick-Löhr ist Sonderthemen-Redakteurin bei der WELT und gibt uns einen Einblick in ihre Arbeit.

Christina Petrick-Loehr Pressemitteilungen

Absolutes No Go bei PR-Inhalten: „Durchsichtige Lobhudelei für ein Produkt oder eine Dienstleistung.“ Christina Petrick-Löhr ist Sonderthemen-Redakteurin bei der WELT.

TREIBSTOFF: Würden Sie uns in ein paar Sätzen Ihren Arbeitsalltag beschreiben?

PETRICK-LÖHR: Als Redakteurin der Redaktion „Sonderthemen“ habe ich die Möglichkeit, Artikel eher langfristig vorzubereiten. Wenn also beispielsweise zum Themenbereich „Master und Bachelor“, „Technische Berufe“ oder „Alterssicherung bei Mittelständlern“ Artikel gefragt sind, kann ich gezielt daraufhin nach aktuellen Neuigkeiten oder allgemein relevanten Aspekten suchen und dafür Verbände, Ministerien, Hochschulen, Arbeitgeber und so weiter ansprechen.

TREIBSTOFF: Wie recherchieren Sie neue Themen?

PETRICK-LÖHR: Grundsätzlich verfolge ich aufmerksam meine Themenschwerpunkte in Zeitungen oder in Publikationen etwa von Hochschulen und Verbänden oder Online-Diensten. Ist ein bestimmter Themenbereich gefragt, mache ich entsprechende detaillierte Themenvorschläge und suche dann gezielt nach weitergehenden Informationen und Ansprechpartnern in der jeweiligen Fachwelt.

Pressemitteilungen Journalisten

TREIBSTOFF: Greifen Sie dabei auch auf Pressemitteilungen von Unternehmen oder Institutionen zurück?

PETRICK-LÖHR: Ja, insbesondere dann, wenn die jeweilige Organisation Gegenstand meiner Recherche ist. Häufig entnehme ich auch Pressemitteilungen Neuigkeiten über Produkte, Dienstleistungen, Ausbildungen, Kooperationen, Umfragen oder Studien, die dann der Auslöser zu weiteren Recherchen sind. Allerdings übernehme ich grundsätzlich nicht ohne weitere Nachfragen die Inhalte von Unternehmens-Pressemitteilungen. Ähnliches gilt auch für ots und Pressedienste. Diese Services müssen aber – schon wegen der schieren Menge der täglichen Mails – auf den ersten Blick meinem „Jagdschema“ entsprechen.

TREIBSTOFF: Wie muss Pressematerial aussehen, mit dem Sie etwas anfangen können?

PETRICK-LÖHR: Es muss genau auf den Punkt bringen, worum es geht. Sachliche Informationen sind erforderlich, keine werblichen Beschreibungen von Produkten oder Dienstleistungen. Interessant sind beispielsweise wissenschaftlich fundierte Studien, Umfragen etwa zu Bildung oder Gehaltsentwicklungen.

TREIBSTOFF: Welche Fehler machen Absender von Pressemitteilungen immer wieder?

PETRICK-LÖHR: Durchsichtige Lobhudelei für ein Produkt oder eine Dienstleistung.

TREIBSTOFF: Wie möchten Sie angesprochen werden, wie nicht?

PETRICK-LÖHR: Mails sind in Ordnung – Telefonate nicht. Die kosten zu viel Zeit. Da täglich viel zu viele Mails eingehen, muss schon im Betreff klar sein, dass ein Thema potentiell interessant sein könnte.

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