Von Trendforschung zu Innovationsmanagement Gastbeitrag Ulrich Koehler im na Blog

Influencer Marketing, KI, Podcasts und Mixed Reality: In den letzten Tagen haben wir uns hier im Blog die großen Hypebeasts 2018 angeschaut und festgestellt, dass sie auch in diesem Jahr weiterhin „hot“ sind. Doch was sind eigentlich Trends und wann wird etwas zum Megatrend? Ulrich Köhler ist Trendforscher. Wie er arbeitet und was Trendforschung für Unternehmen leistet, erklärt der Geschäftsführer von TRENDBÜRO in unserem Gastbeitrag.

Von Ulrich Köhler

Ob Einhörner, Craft Beer oder Blockchain: Wann immer ein neues Phänomen den öffentlichen Diskurs bestimmt, ist der Ruf nach Trendforschung nicht weit. Dabei herrscht oft die Meinung vor, Trendforscher und –forscherinnen blickten in eine mehr oder minder genaue Kristallkugel, um Modeerscheinungen auf Jahre hinweg vorherzusagen. Hatte sie schon früher nur wenig mit dieser Vorstellung gemein, hat Trendforschung sich in den vergangenen Jahren immer weiter in Richtung Innovationsberatung weiterentwickelt. Denn immer häufiger ist es nicht nur der verpasste Trend, der Unternehmen beschäftigt, sondern die fehlende Kultur, Innovationen schnell voranzutreiben.

Seit 25 Jahren ist die Trendforschung auch in Deutschland populär. Ihre Grundlagen sind seitdem konstant: langfristige gesellschaftlich relevante Treiber – sogenannte Megatrends – identifizieren, ihren Einfluss auf den Wertewandel beobachten und daraus Schlüsse für unterschiedliche Branchen, Märkte und Zielgruppen ziehen. Ein Trend schließlich beschreibt dabei die Reaktion auf den beobachtbaren Wertewandel und damit verbundenen veränderten Bedürfnissen. Ein Trend manifestiert sich schon in frühen Phasen in neuen Produkt-/Serviceangeboten oder Geschäftsmodellen. Diese Trends basieren stets auf beobachtbaren Bedürfnissen und bieten daher gerade auch im Gegensatz zu bloßen Hypes oder Modeerscheinungen langfristige Planungssicherheit.

Von Trendforschung zu Innovationsmanagement

In der Praxis des Trendbüros zeigt sich, dass die Unsicherheit vieler etablierter Unternehmen gegenüber sich immer rascher verändernden Marktbedingungen, beispielsweise aufgrund von Digitalisierung und Globalisierung, zu einem hohen Innovationsdruck innerhalb dieser Organisationen führt. Oft mangelt es im Innovationsprozess aber neben den Impulsen für neue Ideen (dem klassischen Metier der Trendforschung) auch an ausreichender Geschwindigkeit in der Implementierung sowie disruptiven Ansätzen jenseits der Produktverbesserung. Zur Trendforschung gehören daher neben dem klassischen „Desk Research“ sowie die Befragung von Branchenexperten und Konsumenten mittlerweile auch Werkzeuge wie die Vermittlung agiler Arbeitsmethoden, Social Media Listening, das gezielte Screening der Startup-Szene und selbst der Aufbau von Innovation-Hubs.

Letztlich sind es diese Tools und die Beratungsleistung der Trendforschung, die Unternehmen über die bloße Inspiration hinaus klare Handlungsempfehlungen geben und Methoden aufzeigen, die richtigen Trends zu erkennen, zu implementieren und darauf basierende Innovation schnell an den Markt zu bringen. Trendforschung, die sich als zeitgemäße Innovationsberatung versteht, weiß kurzfristige Hypes von richtungsweisenden Veränderungen zu unterscheiden und Unternehmen den Weg zu mehr Innovationskraft zu zeigen.

Trendbuero Ulrich Koehler

Ulrich Köhler ist seit 2016 Geschäftsführer von TRENDBÜRO, das sich als strategischer Think Thank mit gesellschaftlichen Trends, Konsumenten und Marken beschäftigt. Der Experte für Customer Centricity, Digitalisierung und disruptiven Wandel leitet Studienprojekte, Workshops und Innovationsprozesse für Unternehmen und Organisationen unterschiedlicher Branchen. Foto: Jonathan Gordon

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in der aktuellen Ausgabe von treibstoff. Wir freuen uns über Ihr Feedback zu unserem Magazin unter treibstoff@newsaktuell.de.

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