Wenn es um den Stellenwert von Social-Media-Investitionen geht, haben Vorstände und Geschäftsführer eine gänzlich andere Wahrnehmung als ihre PR-Verantwortlichen. Erstaunlich, denn die PR sieht sich meistens als die Speerspitze der Kommunikation. So sagen fast drei Viertel der deutschen Chefs (72 Prozent), dass Social-Media-Kommunikation ein sehr wichtiger Investitionsschwerpunkt in ihren Unternehmen ist. Nur ein gutes Drittel (38 Prozent) der PR-Fachkräfte hat die gleiche Wahrnehmung. Was bedeuten diese Zahlen?

Wer bekommt wieviel bei den Social-Media-Investitionen?

Nur die HŠälfte der Social-Media-Budgets landen am Ende in der PR-Abteilung (53 Prozent). Das ergab eine Befragung der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor. 567 Topmanager und Fach- und FŸührungskrŠäfte aus Pressestellen haben Auskunft Ÿüber die Investitionsbereitschaft ihrer Unternehmen in Social Media gegeben.

 

Setzt man die Aussagen von Chefs und PR-Fachleuten in Beziehung zueinander, dann wird klar, dass nur gut die Hälfte der großen Social-Media-Investitionen in den PR-Abteilungen landen. Ist das nun viel oder wenig? Darüber lässt sich trefflich streiten. Allerdings ist zu bedenken, dass die PR sich traditionell in der kommunikativen Führungsrolle sieht. Hält man nur noch die Hälfte des Kuchens in den Händen, dann korrespondiert das kaum mit der Selbstwahrnehmung der PR.

Man kann es aber auch andersherum sehen. Der Stellenwert des direkten Dialogs mit Kunden und Influencern ist im Vergleich zu früher deutlich gewachsen. Die Folge: Mächtige Marketing-Abteilungen entstehen, die immer höhere Ansprüche an die Kommunikations-Budgets anmelden. Kommunikation und Vertrieb wachsen so enger zusammen. Und nutzt es dem Vertrieb, dann ist die Bewerbung um ein größeres Budget-Kuchenstück erfahrungsgemäß erfolgreicher. So gesehen kann es auch als Erfolg gewertet werden, wenn gut die Hälfte der Social-Media-Gelder heute an die PR gehen.

Ist das Glas also halb leer oder halb voll für die PR? Was denken Sie? Woher kommt diese so unterschiedliche Beurteilung von Chefetage und PR-Abteilung?

 

Quellen für diesen Beitrag:

Die Zahlen in diesem Beitrag basieren auf einer gemeinsame Befragung von news aktuell und Faktenkontor. 567 Topmanager und PR-Verantwortliche gaben Auskunft über die Investitionsbereitschaft ihrer Unternehmen in Social Media.

PR-Trendmonitor 2017, Zielgruppe: Mitarbeiter von Pressestellen, Befragungszeitraum: Januar / Februar 2017, Untersuchungsdesign: Internetbefragung, Teilnehmer: 367 Mitarbeiter aus Pressestellen verschiedener Unternehmen, Ergebnisdarstellung: Rundung auf ganze Zahlen

Führungskräfte 2017 Untersuchungsdesign: Internet-Befragung (Stichprobenziehung aus Online-Panel), Zielgruppe: Geschäftsführer, Vorstände, Führungskräfte, Befragungszeitraum: Februar 2017, Teilnehmer: 200 Zielpersonen aus Unternehmen aller Branchen und Größenklassen, Ergebnisdarstellung: Rundung auf ganze Zahlen

 

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