Wer Selbstoptimierung betreibt, der braucht die richtigen Apps. Freeletics vereint weltweit bereits zehn Millionen Nutzer auf seinen Plattformen. Philipp Hagspiel ist Director Research & Development bei dem Münchner Unternehmen und erklärt in TREIBSTOFF, warum er den Begriff Selbstoptimierung eigentlich gar nicht mag.

Selbstoptimierung via App

Philipp Hagspiel ist Director Research & Development
beim Münchner Unternehmen Freeletics.

TREIBSTOFF: Herr Hagspiel, was bedeutet für Sie Selbstoptimierung?

HAGSPIEL: Ich mag den Ausdruck nicht. Er unterstellt, dass es ein von außen vorgegebenes Optimum gibt. Wir müssen schon im Arbeitsleben ständig ein Optimales abliefern, das sollten wir dann nicht auch noch auf die Freizeit übertragen. Wir bei Freeletics sprechen daher lieber von Selbstentwicklung, denn es geht immer um ein persönliches und damit sehr individuelles Wachstum der eigenen Fähigkeiten.

TREIBSTOFF: Woher kommt aus Ihrer Sicht der Trend zur Selbstoptimierung oder -entwicklung?

HAGSPIEL: Der menschliche Drang zur Weiterentwicklung ist nichts Neues, der ist uns einfach angeboren. Zudem gilt für die westliche Welt: Die Grundbedürfnisse sind in der Regel gedeckt. Das gibt Raum für Neues. Wenn man sich keine Sorgen um die Basics, also Wohnung, Ernährung und Sicherheit, machen muss, hat man die Ressourcen zur Selbstentwicklung. Ein zweiter wichtiger Faktor kommt zumindest bei vielen Jüngeren heutzutage dazu – nämlich die Angst, etwas zu verpassen. Oder wie es in der Szene heißt: Fomo – fear of missing out.

Per Selbstoptimierung via App: freeletics

Weltweit nutzen bereits rund zehn Millionen Menschen die Angebote von Freeletics. Dabei ist das Münchner Unternehmen erst seit drei Jahren am Markt. (Foto: Freeletics)

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TREIBSTOFF: Freeletics setzt durch seine Angebote bei der Selbstentwicklung ganz klar auf das sportliche Weiterkommen. Geht Selbstentwicklung aber nicht viel weiter?

HAGSPIEL: Das mag auf den ersten Blick so ausschauen. Freeletics fordert und fördert zunächst die körperliche Fitness. Wir geben den Athleten also die nötigen Werkzeuge an die Hand, physisch seine persönlichen Ziele zu erreichen. Etwas Interessantes passiert aber automatisch: Wer mit unserem Programm übt, trainiert gleichzeitig seine mentale Willensstärke und gewinnt Selbstvertrauen. Und das ist aus meiner Sicht die Basis für die erfolgreiche Gestaltung des ganzen Lebens nach den eigenen Wünschen und Zielen. Workouts mit Freeletics stärken die Willenskraft, die man wie einen Muskel trainieren kann. Und diese Willenskraft hilft mir auch in allen anderen Bereichen des Lebens.

TREIBSTOFF: Selbstentwicklung ist ja eigentlich etwas sehr Persönliches. Über Ihre App vernetzen sich jedoch Millionen Menschen und tauschen Daten aus. Was sind die Gründe dafür?

HAGSPIEL: Es geht dabei einerseits sicherlich auch um das Präsentieren von Erfolgen, andererseits steht aus meiner Sicht an erster Stelle der Gemeinschaftsgedanke. Schließlich bin ich Teil einer weltweiten Community. Wir geben Tipps und Ratschläge für Einsteiger und schließen auch Freundschaften. Es sind ja nicht nur virtuelle Treffen. Viele unserer User verabreden sich in Parks oder auf dem Bolzplatz, um gemeinsam zu trainieren. In Paris und München haben die jeweiligen Facebook-Gruppen mehr als 12.000 Mitglieder.

Über Freeletics:

Das junge Sport- und Lifestyleunternehmen Freeletics hat in den vergangenen drei Jahren seit Unternehmensgründung bereits zehn Millionen Nutzer weltweit gefunden. Per App können persönliche Trainingspläne abgerufen oder auch eine individuelle Betreuung durch einen Coach gebucht werden. Zudem ermöglichen die verschiedenen Freeletics-Programme, sich mit anderen Usern zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. In vielen Städten auf der ganzen Welt gibt es sogenannte Free Athletes, die sich in Parks, auf dem Sportplatz oder der Laufstrecke zum gemeinsamen Training treffen. 

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