Wenn man sie sieht, will man sie am liebsten knuddeln: Berta zieht uns in ihren Bann, denn sie ist süss und gleichzeitig irgendwie geheimnisvoll. Das Schwarznasenschaf aus dem Wallis stand Modell für das beste PR-Bild des Jahres aus der Schweiz. Marco Schnyder fotografierte sie im Auftrag des Kantons Wallis und der „Schweizer Illustrierten“. Berta wurde in der Folge von zahlreichen Medien gecovert. Warum hat es Berta zu solcher Berühmtheit geschafft? In TREIBSTOFF erzählt Marco Schnyder die Geschichte des Fotos und verrät, wie er bei Tieraufnahmen vorgeht.

TREIBSTOFF: Wie ist das Bild von Berta entstanden? Welche Geschichte erzählt es?

SCHNYDER: Berta ist ein Walliser Schwarznasenschaf und ist eine Urrasse aus dem Wallis. Gleichzeitig ist es auch das Schaf von meiner Familie. Das Bild wurde bei der jährlichen Prämierung der Schafe aufgenommen. Für diese Prämierung bekommen die Schafe eine «Wellness Woche». Sie werden gewaschen, gekämmt und für die Prämierung vorbereitet. Dann kommen Experten ins Dorf und punktieren die Schafe nach verschiedenen Kriterien. Unsere Berta hat auch noch die volle Punktzahl erhalten und danach stand sie ziemlich stolz da und glücklicherweise konnte ich das mit meiner Kamera einfangen.

TREIBSTOFF: Warum glauben Sie wurde «Berta» so ein grosser medialer Erfolg?

SCHNYDER: Das weiss ich gar nicht so richtig. Aber genauso wie vielleicht Berta mich in ihren Bann gezogen hat und ich im richtigen Moment abdrücken konnte, zieht sie vielleicht auch die Betrachter des Bildes in ihren Bann. Auf eine Art und Weise sieht sie wunderschön und knuffig aus und zugleich auch irgendwie furchterregend.

Beim PR-Bild-Award 2017: Im Hamburger Grünspan wurden am 23.11.2017 die besten PR-Bilder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet. Bestes PR-Bild des Jahres in der Schweiz wurde „Berta, das Schwarznasenschaft“, eingereicht von Schnyder Werbung. Im Bild: Moderator Jens Petersen (l.), Kai Gerwig (Geschäftsführer von news aktuell Schweiz AG), die Gewinner von Schnyder Werbung; Moderatorin Jule Gölsdorf (rechts). Foto: news aktuell (Schweiz) AG/Frank May“

TREIBSTOFF: Man sagt ja immer, Tiere und Kinder sind schwer zu fotografieren. Was waren die besonderen Herausforderungen?

SCHNYDER: Am liebsten fotografiere ich Tiere und eigentlich ist es für mich gar nicht so schwierig. Ich versuche einfach ganz ruhig zu bleiben und mich ganz normal an die Tiere anzunähern. Ich sitze eine Weile dort, bis sie mich akzeptieren und plötzlich suchen sie dann sogar die Aufmerksamkeit von mir und der Kamera. So richtig kann ich es mir aber nicht erklären.

TREIBSTOFF: Wie ist die Idee zu dem Projekt „Walliser Tierwelt“ entstanden?

SCHNYDER: Seit Beginn meiner Lehre bei Schnyder Werbung habe ich leidenschaftlich fotografiert und so konnte ich auch schon einige Projekte für Wallis Tourismus umsetzen. Zweimal im Jahr wird von Wallis Tourismus ein Magazin herausgegeben, das immerhin eine Auflage von einer Million hat. Eines Tages wurde ich angefragt, ob ich Interesse an einer Reportage über mich und Walliser Tiere hätte. Vorab haben wir ein paar Tierrassen besprochen, die es unbedingt zu fotografieren galt. Man hat mir bezüglich meiner Arbeit völlig vertraut und ich konnte meiner Kreativität freien Lauf lassen. Ich habe über ein Jahr Tiere dokumentiert und konnte ein paar sehr schöne und spannende Momente einfangen.

TREIBSTOFF: Was sollte man Ihrer Meinung nach bei PR-Bildern unbedingt vermeiden?

SCHNYDER: Ich denke, es gibt nichts, was man bei PR-Bildern vermeiden sollte. Einfach das machen wobei man ein gutes Gefühl hat und authentisch bleiben, denn Bilder sagen bekanntlich mehr als 1000 Worte.

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