Das neue Politikmagazin transform schickt sich an, die Gesellschaft zu verändern und unsere Leben nachhaltig zu verbessern. Kann das gelingen? Vielleicht nicht, aber versuchen kann man es ja mal. TREIBSTOFF hat sich die Neuerscheinung angeschaut. transform ist in der PR-Software zimpel gelistet. 

Neuerscheinung zimpel transform Magazin

Vor einigen Wochen haben wir das politische Indie-Magazin Kater Demos unter die Lupe genommen und festgestellt, dass Leidenschaft und Kompetenz gute Zutaten für eine Printzukunft sein können. Überhaupt scheint sich die klassischste aller Mediengattungen im Zuge der Veronlineung von Journalismus in einer kleinen Renaissance zu befinden. Eigenwillige, aber hochwertige Titel kommen auf einen Markt, der zunehmend von Liebhabern besucht wird. Die Neuerscheinung „transform – Magazin für das Gute Leben“ ist hierfür ein weiteres Fallbeispiel.

Ähnlich wie Kater Demos ist auch transform im Ehrenamt entstanden und muss daher wenig Kompromisse eingehen. Das werbefreie Heft strotzt vor Idealismus: Das Printmagazin kostet 10 Euro, kann digital jedoch zum halben Preis und in einer Open Source Edition sogar kostenfrei gelesen werden. Das Papier ist recyclet, fast alle Inhalte unterliegen der Creative-Commons-Lizenz und eine Gesinnung links der Mitte ist offenkundig.

Inhaltlich gibt sich transform aber keineswegs aggressiv, sondern bemüht sich um eine menschenfreundliche Weltanschauung. Und dieser Ansatz macht Sinn: Wenig schreckt potentielles Publikum so zuverlässig ab wie die rotzige Arroganz der Nische. In transform geht es um das Miteinander, das schöne Leben und eine bessere Welt für uns alle. Ein schöner Gemeinplatz, der jedoch Fragen aufwirft: Wer sind denn „alle“? In letzter Konsequenz gehören auch Nazis und Terroristen zur Allgemeinheit, stellt transform fest, und dürften daher nicht vom Diskurs ausgeschlossen werden. Diesen Fehler begeht transform folglich nicht, sondern legt den Finger in genau diese Wunde: Das Schwerpunktthema der Ausgabe fordert Empathie auch gegenüber politischen Feinden und Unsympathen.

Neuerscheinung zimpel Transform Magazin 02

Empathie zeigen: Das neue Politmagazin transform plädiert dafür, alle politischen Meinungsträger in die Diskussion einzubinden.

 

transform ist kein rein observierendes Magazin, sondern die Neuerscheinung wird selbst aktiv. So tritt Chefredakteur Richard Gasch in einen Briefwechsel mit dem “migrationskritischen” Internetnutzer Christian Fischer. Praxisbezug gibt es auch in den Randnotizen, welche das Heft spicken und konkrete Anlaufstellen nennen, um sich zu engagieren, zu beschweren, oder tiefer zu informieren. Umgang mit “Hate Speech” im Netz, Tipps zur Deeskalation der eigenen Wut und Vorschläge für bessere Nachbarschaft geben weitere Impulse zur direkten Anwendung. transform wird ihrem Namen gerecht und hat Veränderung zum Ziel.

Fazit: Wo kritische Stimmen leicht zu Mantras des Dauernörgelns werden, kommt transform entwaffnend konstruktiv daher. Die Gesellschaft von innen, sprich vom Einzelnen ausgehend zu ändern, ohne ihn zu radikalisieren, scheint der Auftrag zu sein. Ob die Bemühungen genügen, sei dahingestellt. Zumindest beschränkt transform sich nicht auf Theorien aus dem Elfenbeinturm, sondern wird selbst aktiv und gibt dem Leser konkrete Handlungsweisen mit.

Und das ist schon mal kein schlechter Versuch.

 

Redaktionsleitung:Richard Gasch, Jan Korte, Marius Hasenheit
Auflage:4.500
Heftpreis:10 Euro
Erscheinungsweise:etwa halbjährlich
Themen:Sozialaktivismus, Soziologie, Gesellschaft
Web: www.transform-magazin.de

 

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