Clutch bringt die Zukunft in die Gegenwart. Das neue Magazin der Hamburger PR-Agentur Frau Wenk untersucht, wie gewappnet wir als Gesellschaft für den digitalen Wandel sind und nimmt dabei vor allem uns Kommunikationsprofis ins Visier. TREIBSTOFF hat sich die Neuerscheinung angeschaut. Denn natürlich ist Clutch in unserer PR-Software zimpel gelistet.

Clutch zimpel Neuerscheinung

Handys, Smartwatches, Drohnen und VR-Brillen: Die Alltage technikaffiner Kommunikatoren bedürfen immer mehr Ladegeräte. Jede Errungenschaft in der Digitaltechnik bringt uns Freiheit, aber macht uns gleichzeitig abhängig von Geräten und lenkt uns als Gesellschaft ins Ungewisse. Die Erkenntnis über dieses Dilemma ist zwar nicht neu, aber nach wie vor ungelöst. Und so strahlen Abhandlungen über den digitalen Fortschritt eine ambivalente Faszination aus: Ja, wir möchten gerne in virtuellen Räumen umherwandern und jede Information der Welt in Reichweite unserer Fingerspitzen haben, aber etwas gruselig ist es doch.

Das Magazin Clutch untersucht diesen Konflikt mit einer spürbaren Begeisterung fürs Neue, wie sie aus der PR-Branche naturgemäß hervorgehen muss. In zahlreichen Gesprächen unter anderem mit Digitalchefs (HSV), Social Media Managern (NASA) und Geschäftsführern (Leica) werden die Vorzüge und Potenziale der digitalen Revolution hin und her gewälzt; es entsteht ein schillerndes Bild der Zukunft. Diesen progressiven Ansatz legt Clutch zwar zu keinem Zeitpunkt ab, versucht aber den Bezug zum analogen Raum zumindest nicht ganz zu verlieren und plädiert für ein ausgewogenes Verhältnis der beiden Gegenpole.

Im Zentrum aber stehen ganz klar die Chancen des Fortschritts – vor allem für die Kommunikations- und Werbebranche. Jedoch: Auch wenn Technologien wie Virtual und Augmented Reality bereits in der Gegenwart verankert sind, klingen Szenarien, wie Clutch sie kreiert, immer ein bisschen nach Science-Fiction-Roman und es bleibt die Frage, ob Konsumenten die komplette Einbettung in eine Markenwelt überhaupt wollen und annehmen würden.

Clutch: Unterhaltsame, leichte Lektüre Clutch dabei zwar nicht viel falsch, bleibt inhaltlich aber meist an der Oberfläche und sei daher vor allem jenen empfohlen

Das neue „Coffee Table Magazine“ Clutch: Unterhaltsame Lektüre, inhaltlich aber teilweise an der Oberfläche.

 

Clutch beäugt jedoch nicht bloß Entwicklungen aus der Wirtschaft und Kommunikation, sondern auch gesellschaftliche Aspekte und zeigt auf, wie jede Facette unseres Lebens – sei es die Kunst, die wir konsumieren, oder die Städte in denen wir leben – von der technologischen Entwicklung durchzogen wird. Hier gelingt Clutch übrigens ein schöner Layout-Kniff: Während der Rest des Magazins in Schwarzweiß mit roten Akzenten etwas eintönig daher kommt, sind die Seiten über Kunst in Vollfarbe gedruckt und sorgen inhaltlich und optisch für Abwechslung.

Fazit: Schriften über technischen Fortschritt sind immer auch eine Zeitkapsel: Welche digitalen Trends können im Jahr 2016 identifiziert werden? Clutch macht in seiner ersten Ausgabe eine schlaglichtartige Bestandsaufnahme des Status Quo und versteht sich dabei als “Coffee Table Magazine”, das vor allem Gleichgesinnte aus der Kommunikationsbranche ansprechen dürfte. Als unterhaltsame, leichte Lektüre macht Clutch dabei zwar nicht viel falsch, bleibt inhaltlich aber teilweise an der Oberfläche und sei daher vor allem jenen empfohlen, die selbst noch am Anfang ihrer technischen Evolution stehen – und sich beispielsweise Tipps zur Digitalisierung aus einem Printtitel holen.

Herausgeberin:Andrea Buzzi
Chefredakteur:Gerhard Buzzi
Auflage5.000
Heftpreis:9,80 Euro
Erscheinungsweise:etwa halbjährlich
Themen:Gesellschaft, Digitale Kommunikation, Technologie
Web: clutch.frauwenk.de

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