Von personalisierten E-Mails bis zu Produktvorschlägen passend zum Browserverlauf – Personalisierung ist ein Megatrend im Marketing und ein mächtiges Tool im Kommunikationsmix. Und das ist kein Wunder: Unternehmen machen sich Webaktivitäten eines potenziellen Kunden zunutze, um ihm das perfekte Angebot in der perfekten Form zu unterbreiten. Doch wie funktioniert Personalisierung eigentlich genau und in welchen Bereichen lohnt es sich, sie einzusetzen?

So funktioniert Personalisierung

Jede Nutzung vernetzter Geräte und Konten hinterlässt Spuren in Form von Daten. Diese Daten können analysiert und zur Personalisierung von Marketingmaßnahmen genutzt werden.

Im Grunde genommen beinhaltet der Begriff der Personalisierung die userspezifischen Anpassungen einer Internetseite durch die Auswertung von Informationen über Nutzerverhalten und Präferenzen im Netz. Personalisierung wird in den meisten Fällen durch Künstliche Intelligenz, Algorithmen und Automatisierung realisiert.

Warum sollte man Personalisierung eigentlich nutzen?

Basierend auf dem bisherigen Userverhalten können Unternehmen auf die Wünsche einzelner Kunden eingehen und ganz genau bestimmen, welcher Nutzer welchen Content zugespielt bekommen soll. Personalisierung senkt so die Absprungrate auf der Unternehmenswebseite und generiert im besten Fall neue Leads. User erhalten weniger irrelevante Marketingbotschaften, die Bindung zur Marke wird gestärkt, Conversion Rates erhöht. Künstliche Intelligenz vereinfacht inzwischen vielfach den Prozess der Personalisierung. KI wird immer ausgefeilter und setzt neue Maßstäbe im personalisierten Marketing.

Der Versand von E-Mails mit personalisierten Inhalten ist noch wirkungsvoller als eine persönliche Anrede, denn individueller Content begleitet den Leser durch den gesamten Text. Klick um zu Tweeten

In welchen Bereichen lohnt es sich, Personalisierung einzusetzen?

Die einfachste Form der Personalisierung ist die persönliche Anrede eines E-Mail-Empfängers. Soll der Kunde mit Vor- und/oder Zuname angesprochen werden? Welche Anrede wird gewählt? Von „Moin Moin“ bis hin zu „Sehr geehrter Herr/Sehr geehrte Frau“ bieten sich viele Möglichkeiten. Der Nutzer fühlt sich auf jeden Fall mit einer persönlichen Ansprache eher angesprochen und wird den Inhalt der Mail eher lesen, wenn sie persönlich an ihn gerichtet ist und eine angemessene Form der Anrede gewählt wurde.

Der Versand von E-Mails mit personalisierten Inhalten ist noch wirkungsvoller als eine persönliche Anrede allein, denn so erhält der Leser durch den gesamten Text individuellen Content, der für seine Interessen maßgeschneidert zusammengestellt wurde. Unternehmen können unterschiedliche Kundengruppen individuell einteilen, beispielsweise mit Hilfe von demographischen, umsatzbezogenen oder segmentbezogenen Kriterien.

Personalisierte Kaufvorschläge in Werbeanzeigen oder Online-Shops können das Kaufverhalten des Nutzers ebenso maßgeblich beeinflussen. Google nutzt hierfür die Benutzerdaten des Users, die entweder über das Google-Konto (z.B. bei YouTube und google.de) oder Cookies gesammelt werden. Diese Daten wertet Google aus und nutzt sie für personalisierte Anzeigen. So landet auf einer News-Seite auch mal Werbung für eine Jacke, welche zuvor in einem Onlineshop angeklickt wurde.

Auch über das sogenannte Geofancing lassen sich personalisierte Angebote machen: Beim Geofancing wird durch das Überschreiten eines virtuellen Zauns eine standortbezogene Marketing-Aktion ausgelöst und in Echtzeit an das Smartphone des „Eindringlings“ gesendet. Über sogenannte Beacons können Unternehmen kontext- und ortsrelevante Angebote am Point of Sale machen. Beacons sind winzig kleine Bluetooth-Sender, die in einem Umkreis von etwa 30 Metern das Signal eines Handys aufgreifen. Per Push-Benachrichtigung über eine App kann der lokalisierte User dann – so er Bluetooth aktiviert hat – über Angebote, Rabattaktionen und Ähnliches informiert werden.

Last but not least sollten Unternehmen ihre Webseiten personalisieren. Online-Shops machen es vor – ganz gezielt leiten sie Kunden direkt über die Startseite zu bestimmten Produkten. Personalisierung kann die Customer Experience auf einer Webseite signifikant verbessern. Informationen wie zum Beispiel der Standort des Users (über die IP-Adresse), das Gerät, womit er die Seite abruft (Mobil oder Desktop) oder die Info, ob er ein neuer Besucher oder Wiederkehrer ist, können für das individualisierte Ausspielen der Webseiteninfos genutzt werden.

 

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