Jury Arbeit Edith Stier-Thompson Interview

Über 600 Konzerte und 300 Sessions, Networking-Events, Showcases und Award-Shows rund um die digitale Musik- und Kreativwirtschaft: Das Reeperbahnfestival ist mit einem umfangreichen Festival- und Konferenzprogramm eine Institution in Hamburg. Beim Startups@Reeperbahn Pitch, der seit sechs Jahren von Hamburg Startups initiiert und ausgerichtet wird, durften dort gestern Startups ihre Innovationen vor einer Jury aus Experten der deutschen Digital- und Medienbranche präsentieren. In der Jury war auch unsere Geschäftsführerin Edith Stier-Thompson.

news aktuell: Gestern haben bei Startups@Reeperbahn junge Unternehmen aus den Bereichen Musikwirtschaft, AI, Mobility, Health und Medien ihre Ideen gepitcht. Du hast als Jurorin die Medien-Startups bewertet. Welches hat dich am meisten begeistert?

Stier-Thompson: Am überzeugendsten fand ich Exponenta. Das Tool sagt quasi voraus, welcher Content im Web funktioniert und zu welchem Zeitpunkt man ihn am besten auf Social Media verbreiten sollte. Dafür nutzt das Tool Machine Learning, also KI, und NLP, also die Prinzipien des neurolinguistischen Programmierens. Publisher erhalten dann von dem Tool Vorschläge, welchen Content sie als nächstes veröffentlichen sollten, um im besten Fall einen viralen Hit zu erzeugen.

Jury Startups@Reeperbahn

Über den eigenen Tellerrand blicken und neue Perspektiven bekommen: news aktuell Geschäftsführerin Edith Stier-Thompson (2.v.r.) in der Jury der Startups@Reeperbahn im Hamburger Grünspan.

news aktuell: Welche aktuellen Kommunikationstrends spiegeln sich in den Ideen der Medien-Startups, die gestern gepitcht haben?

Stier-Thompson: Einige der Ideen setzen auf den schon länger anhaltenden Trend des Content Marketings. Die Tools von Exponenta zum Beispiel unterstützen sowohl PRler als auch Marketeers bei der Creation, aber helfen auch bei Optimierung und Evaluation von Inhalten. Ebenso das Startup Cutnut – eine Art Story-Content Editor für Storyformate auf Instagram, Facebook oder Snapchat. Das zeigt: Auch die Startups sehen Storytelling weiterhin als ein Erfolgskriterium für Reichweite und Relevanz – und richten ihre Features entsprechend darauf ab .

news aktuell: Du hast dich schon in einigen Jurys engagiert, unter anderem beim Integrated Communication Award, den Superbrands oder den besten dpa-Bildern des Jahres. Warum machst du immer wieder mit?

Stier-Thompson: Es gibt mir die Möglichkeit, über den eigenen Tellerrand zu blicken und meine eigene Sichtweise mit ganz anderen Standpunkten und Perspektiven abzugleichen. Dabei lerne ich unglaublich viel dazu. Ich beschäftige mich ja in kürzester Zeit sehr intensiv mit Themen und Menschen aus ganz verschiedenen Branchen.

Der Blick über den Tellerrand bereichert mich nicht nur persönlich, sondern ist auch für unser eigenes Unternehmen wertvoll. Als Geschäftsführerin von news aktuell trage ich viel Inspiration aus der Juryarbeit zurück in unseren Arbeitsalltag – sei es für unsere Produkte und Services, unsere eigenen Prozesse oder für unsere Unternehmenskultur.

Juryarbeit ist aber auch immer die einzigartige Chance, tolle Arbeit von anderen zu würdigen und zu fördern. Auch wenn es Zeit in Anspruch nimmt: Ich will mir die Möglichkeit nicht entgehen lassen, mitzuentscheiden, welche Leistung besonders gewürdigt werden soll – ob von einem Unternehmen, einem Team oder einer Einzelperson.

Jury Reeperbahnfestival Edith Stier-Thompson und Christoph Huening von nma

Intensiver Austausch mit dem Kollegen des next media accelerators (nma): Managing Partner Christoph Hüning und news aktuell-Chefin Edith Stier-Thompson.

news aktuell: In einer Jury kommen in der Regel Experten aus unterschiedlichen Gebieten zusammen. Und im besten Fall auch mit unterschiedlichen Ansichten. Was sind die größten Herausforderungen bei der Arbeit in einer Jury?

Stier-Thompson: Entscheidungen zu treffen, wenn es viele herausragende Bewerbungen gibt. Und sich beim Voting nicht ausschließlich von dem eigenen Geschmack leiten zu lassen. Als Jury-Mitglied sollte man sich intensiv in die einzelnen Themen und Projekte reindenken und erst danach seine Bewertung abgeben. Man sollte auch die Meinung der anderen Jury-Mitglieder immer respektieren, selbst wenn man selbst anderer Ansicht ist. Gerade die Meinungsvielfalt macht ja eine lebendige Juryarbeit aus – „Diversity bereichert“ gilt auch hier.

news aktuell: Du bist zwar als eigene Person mit deiner ganz persönlichen Meinung Jurorin, stehst aber natürlich gleichzeitig für dein Unternehmen news aktuell, das du repräsentierst. Inwiefern verbindet news aktuell mit Jurorentätigkeiten auch eine soziale Verantwortung?

Stier-Thompson: news aktuell ist schon lange eine Größe in der PR- und Kommunikationsbranche. Und schon seit vielen Jahren erfolgreich am Markt. Daher fühlen wir uns auch in der Verantwortung, innovative Ideen durch unsere Jurytätigkeit zu fördern und die Menschen dahinter zu würdigen, die unserer Branche mit ihren Ideen neue Impulse geben.

 

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