Trends 2018: VR, AR and Mixed: new reality

Unser Smartphone ist das Fenster in eine neue Realität. Die Frage ist nur: Welche? Augmented Reality, 360-Grad, Virtual Reality, Mixed Reality. Vor lauter Realities wurde man 2018 ganz realitätsfremd. Keine Messe ohne VR-Brillenstand, kein Smartphone-Update ohne witzige AR-Sticker. Zeit also, Licht ins Dunkel der digital-analogen Mischwelten zu bringen und dabei die Chancen für PR und Marketing 2019 zu beleuchten.

Als reine Realität bezeichnet man die Welt, so wie wir sie wirklich wahrnehmen. So ganz ohne virtuelle Anreicherungen. Zugegeben, jahrtausendelang hat diese eine echte Welt genügt, um Botschaften zu platzieren. Doch wer will nun noch zurück in diese seltsam antiquierte Daseinsform ohne Displayhelm?

Dieser öffnet nämlich tatsächlich unzählige Möglichkeiten (sprich: Realitäten) für Spiel, Spaß und Eskapismus. Und für verkaufsfördernde Kommunikationsmaßnahmen. Nahe liegt der Urlaubsanbieter, der seine Kunden direkt an den gewünschten Strand beamen kann. Der Immobilienmakler, der seine Objekte direkt auf die Netzhäute der Interessenten strahlt. Oder eben der Kommunikator, der seine Empfänger direkt in die Unternehmensstory eintauchen lässt. Recruiting ist ebenso eine Einsatzmöglichkeit wie Event-Kommunikation oder die virtuelle Pressekonferenz. Marketingexperten profitieren von der Möglichkeit, auf virtuellem Wege verkaufsfördernde Zusatzinfos bereit zu stellen.

Zu unterscheiden ist hier zwischen 360-Grad-Videos, die mit entsprechender Kamera relativ schnell realisiert werden können, und virtuellen Realitäten, die erst am Rechner entstehen. Sicherlich ist die erste Variante schneller und einfacher umzusetzen und wahrscheinlich der sinnvolle erste Schritt in Richtung VR. Der zweite Schritt kann dann eine vollständig virtuelle Welt sein, in der Empfänger die Themenwelt nicht nur konsumieren, sondern aktiv erleben. Die VR muss jedoch von Grund auf konzipiert, konstruiert und programmiert werden. Das immersive Erlebnis ist dabei jedoch ungleich höher und birgt dadurch größeres Potenzial.

Die Realität war mal eine Analoge

Wer nicht gleich vollständig in die Computerwelt abtauchen möchte, kann erst einmal vorsichtig antesten. Mit unseren Smartphones tragen wir leistungsfähige Computer mit uns herum, die wir zur schnellen Realitätsflucht zwischendurch nutzen können. Denn Immersion funktioniert auch ganz ohne Brille. Augmented Reality ist einer der Trends des Jahres. Den Durchbruch erlangte die Technologie, die Kamerabilder des Handydisplays mit interaktiven Elementen anreichert, wahrscheinlich durch das Spiel Pokémon GO, das bis heute Menschen auf die Straße lockt, um virtuelle Pokémon in ihrer echten Nachbarschaft zu fangen. Aber die AR-Technik kann noch mehr. Mit der richtigen App können Unternehmen ihre Zielgruppen auf spielerische Art an ihre Inhalte heranführen und so stärker im Gedächtnis bleiben als durch eine herkömmliche mobile Webseite.

Welche Variante der Mixed Reality für die eigene Kommunikationsmaßnahme nun die richtige ist, hängt von der Zielsetzung ab. Storytelling ist besonders gut durch 360-Grad-Videos umsetzbar, während die VR prädestiniert ist, Erlebnisse zu schaffen. Die Mischform AR steigert Engagement und Interaktion.

Die digitale Wahrnehmungsverschiebung macht einfach zu viel Spaß, um wieder von der Bildfläche zu verschwinden. Klick um zu Tweeten

Sind die New Realities nun der kommunikative Heilsbringer, an dem keine Marketing- und PR-Abteilung mehr vorbei kommt? Es kommt darauf an. Denn gerade die VR gilt bereits seit Jahren als Trend, doch richtig im Mainstream zünden konnte sie bisher nicht. Der Erfolg ist nämlich eng an die technische Entwicklung der Abspielmedien geknüpft. Damit sich VR endgültig durchsetzt, müssen entsprechende Brillen günstig, verlässlich, einheitlich und verfügbar sein.

Gleichzeitig muss die Produktion entsprechender Inhalte nachvollziehbar und erschwinglich werden, damit der Markt sie annimmt. Aus einem futuristisch anmutenden Gimmick muss irgendwann eine im Hier und Jetzt verankerte Option werden. Und da können AR und 360-Grad wahrscheinlich einfacher punkten. Aber welche Form sich auch durchsetzen wird – um gänzlich von der Bildfläche zu verschwinden, macht die digitale Wahrnehmungsverschiebung einfach zu viel Spaß.

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in der aktuellen Ausgabe von treibstoff. Wir freuen uns über Ihr Feedback zu unserem Magazin unter treibstoff@newsaktuell.de.

Laden Sie sich gleich die aktuelle Print-Ausgabe herunter!

 

Schlagworte

treibstoff jetzt downloaden!

Anrede *

Ihre persönlichen Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.