Ein Hackathon kann viele Bremsen lösen: Altes Silodenken fliegt über Bord, Quer- und Neudenken wird befeuert. Und nebenbei stärkt ein Hack die Identifikation mit dem Arbeitgeber. Ein Format, das alle voranbringt. Und zwar Teilnehmer und Veranstalter gleichermaßen. So lautete das Fazit des heutigen Future Talk auf dem Marken Summit in Frankfurt. news aktuell hat als Sponsor des Kongresses die Diskussionsrunde organisiert und veranstaltet im Februar 2018 den zweiten PR-Hackathon in Hamburg.

Aber was ist eigentlich ein Hackathon? Bei einem Hackathon ziehen Softwareentwickler, Strategen und Kommunikationsfachleute aus Unternehmen und Agenturen an einem Strang. Sie verfolgen gemeinsam Ideen und bauen erste Software-Prototypen. Immer unter einer zentralen Fragestellung. Wie können wir mit neuer Software die verschiedene Probleme einer Branche abmildern oder sogar lösen? „Bestehendes Silodenken wird über Bord geworfen und es werden Anknüpfungspunkte für eine innovative Zusammenarbeit geschaffen“, beschreibt Philipp Dieterich von fischerAppelt das Wesen eines Hackathons.

Bestehendes Silodenken wird über Bord geworfen - innovative Zusammenarbeit geschaffen #prhack Klick um zu Tweeten

Superinspirierender Höllenspaß – Wie Hackathons Marken in Bewegung setzen. Im Bild (v.l.n.r.): Felix Moese (HitRadio FFF), Bernd O. Engelien (Zurich Gruppe Deutschland), Martin Frommhold (OTTO) und Philipp Dieterich (fischerAppelt).

Meist wird über zwei bis drei Tage hinweg gehackt. Die Teilnehmer: meist eher jüngere Leute. Keine Konferenz nach traditionellem Muster. Alles spontan, locker und kreativ. Keine einschläfernde Berieselung mit Inhalten. Der Spaßfaktor ist wichtig. Ein „Superinspirierender Höllenspaß“ eben, wie der PR-Hack von news aktuell von einem Teilnehmer beschrieben wurde. Aber: Ein Hack bedeutet auch Arbeit. Jede Menge Arbeit sogar. Für die Ausrichter und auch für die Teilnehmer. Selten ist vor Mitternacht Schluss. Am Ende aber gibt es für die Gewinner meist ein schönes Preisgeld. „Vermeintlich langweilige Marken wie eine Versicherung können sich durch einen Hack ganz anders darstellen“, unterstreicht Bernd O. Engelien von Zurich.

„Hackathons setzen Kreativität frei, lassen ein WIR-Gefühl entstehen und verknüpfen individuelles Wissen“, berichtet Martin Frommhold von Otto über seine Hackathon-Erfahrungen. „Ziel eines Hacks ist es, aus den Prototypen eine hohe Umsetzungsquote zu generieren und nicht nur Theorie zu produzieren“, so Frommhold weiter. Ähnlich sieht es Bernd O. Engelien von der Versicherung Zurich, der darauf hinwies, dass die Ergebnisse eines Hacks nicht im luftleeren Raum ihre Wirkung entfalten können. Vielmehr sind Teilnehmer und Veranstalter aufgefordert, die Ergebnisse weiter zu verfolgen. „Hackathons sind keine Kulissenschieberei, das wird weiterbearbeitet im Haus“, ergänzte Bernd O. Engelien.

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Über den Erfolg eines Hackathons entscheiden meist schon das Setting und die Planung vorab. Es kommt darauf an, die richtige Mischung bei den Teilnehmern hinzubekommen. Der Spirit muss stimmen. „Ob lang gedienter Kommunikationsprofi oder Hochschulabsolvent und Digital Native – wichtig sind die unterschiedlichen Kompetenzen und Persönlichkeiten. Nur sie bringen unterschiedliche Herangehensweisen an ein Problem und entsprechende Lösungsstrategien hervor. Innovation entsteht durch Vielfalt“, beschreibt Philipp Dieterich das Zusammenwirken eines gelungenen Teilnehmerfeldes.

 

Der Future Talk beim Marken Summit. Eine Initiative von news aktuell.

Aber auch auf andere Dinge müssen die Organisatoren eines Hackathons achten. Ein ungewöhnliches räumliche Umfeld, oder ein inspirierendes Rahmenprogramm kann das sein. Außerdem muss die Frage nach der Kundenorientierung gestellt werden. Denn letztlich ist ein Hackathon eine Investition, die helfen soll, Probleme zu lösen. Auch kommunikativ muss alles richtig gemacht werden. „Ganz entscheidend ist zu vermitteln, dass gute Ideen wirklich die Chance haben, im Real-Betrieb umgesetzt zu werden. Denn daraus resultiert schließlich die Motivation der Teilnehmer“, rät Martin Frommhold.

Dass Hackathons auch außerhalb der eigentlichen Agenda positive Wirkungen erzeugen, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Ein Hack stärkt die Arbeitgebermarke des Veranstalters, indem Werte wie Innovationskraft und Teamgeist transportiert werden. Es wird dann sichtbar, dass das Unternehmen offen ist für ungewöhnliche Herangehensweisen „Darüber hinaus erprobt der Veranstalter neue Formen der Kollaboration, die die Art und Weise der künftigen Zusammenarbeit innerhalb der eigenen Organisation verändern kann“, fasst Philipp Dieterich von fischerAppelt zusammen.

Edith Stier-Thompson (Geschäftsführerin news aktuell und Initiatorin des PR-Hackathon), Bernd O. Engelien, Martin Frommhold, Susanne Marell, Philipp Dieterich auf dem Marken Summit in Frankfurt am 17.10.2017.

 

Klingt spannend?

Im Februar 2018 findet der zweite PR-Hackathon von news aktuell statt. „Reboot PR“ heißt es dann. Informationen unter:

www.newsaktuell.de/pr-hack-2018

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