Die Millennials sind für viele Medienmanager ein Rätsel. Welche Inhalte akzeptieren junge Menschen von klassischen und neuen Medienmarken im Netz? Und für welche Inhalte wären sie eventuell sogar bereit zu zahlen? Wir haben mit Stephan Weichert von der Hamburg Media School gesprochen, der den journalistischen Nachwuchs ausbildet. Fazit: Junge Journalisten müssen sich „zum Teil vom klassischen Berufsideal verabschieden“, wenn sie die Millennials erreichen wollen.

Kreative Darstellungsformen und kreatives Storytelling ist Pflicht. Junge Journalisten müssen ein digitales Mindset mitbringen, um die unterschiedlichen Plattformen im Netz zu verstehen, wo sich die Millennials bevorzugt aufhalten. Außerdem, so Weichert, ist eine spürbare Bereitschaft notwendig, sich mit dem schnellen und permanenten technischen Wandel konstruktiv auseinanderzusetzen. Am Ende bedeutet das sogar, dass sich der Nachwuchs „zum Teil vom klassischen Berufsideal verabschieden muss“.

 

Gleiches gelte übrigens für PR-Fachleute. Im Prinzip stehen beide Berufsgruppen vor den gleichen Herausforderungen. „Auch PR-Leute sind heute Distributoren von Inhalten“, so Weichert. Content Marketing, digitales Storytelling und auch das klassische Corporate Publishing erfordern das selbe Mindset. Nur wer die digitalen Informationsströme versteht, kann sie auch tatsächlich gewinnbringend für sich einsetzen.

Eine besondere Rolle kommt dabei der Virtual Reality zu. Die Technologie, die heute noch weitgehend in den Kinderschuhen steckt, ist mehr als nur ein vorübergehender Hype, ist Weichert überzeugt. „Virtual Reality wird wahrscheinlich die gesamte Medienwelt nachhaltig revolutionieren. VR ist eine starke Zäsur bei unseren Rezeptionsgewohnheiten, also ein Bruch mit dem, wie wir andere Welten erleben.“ Die komplette Art und Weise, wie zukünftig Inhalte und Informationen übermittelt werden, kann sich verändern. Zwar räumt der Medienwissenschaftler ein, dass man mit Prognosen sehr vorsichtig sein muss, trotzdem glaubt er aber an das riesige Potenzial, dass in Virtual Reality steckt. „In fünf Jahren werden wir uns rückblickend fragen, wie wir unser Medienverhalten überhaupt ohne VR denken konnten.“

 

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