Dream Big - Mini Molars Cambodia e.V.

Ein „One in a Million shot“: Das ist das Bild von Mini Molars Cambodia. Darauf zu sehen: Zwei Jungen, der eine, auf den Schultern des anderen stehend, vor einer Grafitti-Wand mit der Aufschrift: DREAM BIG. Das Foto ist in einem der kambodianischen Slums in Phnom Penh entstanden und erzählt die Geschichte von Autonomie und Selbstbestimmung, erklärt Ulf Zuschlag. Mit dem Verein Mini Molars Cambodia unterstützt der Hamburger Zahnarzt die dentale Versorgung von bedürftigen Kindern in Cambodia. DREAM BIG hat es auf die Shortlist des diesjährigen PR-Bild Award geschafft (Kategorie NGO).

news aktuell: Wo ist das Bild entstanden? Wer und was genau ist darauf zu sehen?

Zuschlag: Das Bild ist in einem Hilfsprojekt in Kambodscha in Phnom Penh entstanden. Dort wird Englisch- und Khmerunterricht für die Kinder aus den Slums angeboten. Außerdem gibt es eine Bibliothek und Nachmittagsbetreuung für die Kinder. Regelmäßig besuchen wir das Hilfsprojekt mit mobilen Behandlungseinheiten, um die Kinder zahnmedizinisch zu betreuen.

news aktuell: Welche Geschichte erzählt das Bild?

Zuschlag: Das Hilfsprojekt versucht die Autonomie und Selbstbestimmung der Kinder zu stärken. Dieses gelingt auch im großen Maße. Auf dem Bild sehen wir, wie die Initiatoren des Projekts dieses Thema auch bei der Gestaltung der Räume und des Außenbereichs aufnehmen.

news aktuell: Was waren die besonderen Herausforderungen bei der Produktion des Bildes?

Zuschlag: Ich würde dieses Bild als ein „One in a million“-Foto bezeichnen. Das Foto wurde im richtigen Moment von Anton Bass, einem Kieferorthopäden aus London, gemacht und er war im rechten Moment dort, um dieses Bild zu schießen.

news aktuell: Kinderfotografie im NGO-Bereich steht nicht selten in der Kritik, das Elend für Spendenzwecke zu instrumentalisieren. Wie schafft man es, auf Missstände hinzuweisen, ohne die Betroffenen zu entwürdigen, aber gleichzeitig die Brisanz ihrer Situation zu verdeutlichen?

Zuschlag: Das ist eine Gratwanderung. Natürlich müssen wir auch die schlechte Mundgesundheit unserer kleinen Patienten abbilden, um ein realistisches Bild darzustellen. Wir veröffentlichen Bilder nur mit der Zustimmung der abgebildeten Kinder beziehungsweise der Eltern oder Betreuer. Die Spenden, die wir erhalten, kommen leider fast ausschließlich von Zahnärzten, da diese die Not erkennen, auch wenn wir größtenteils darauf verzichten, großes Elend darzustellen.

news aktuell: Wo haben Sie das Bild veröffentlicht und welche Resonanz hat es gegeben? Wie haben die Medien reagiert, wie die Öffentlichkeit?

Zuschlag: Das Bild haben wir auf unserer Webseite und auf Facebook veröffentlicht. Hier war die Resonanz durchweg positiv, da das Bild Hoffnung und Zuversicht vermittelt.

news aktuell: Wie messen Sie den Erfolg für das Bild? 

Zuschlag: Messbar ist der Erfolg des Bildes für uns nicht wirklich. Bei Facebook gab es viele „Likes“, aber dieses ist mehr „digitaler Erfolg“ und hilft uns nicht messbar bei unserer Arbeit.

news aktuell: Auf was sollten NGOs bei Bild-PR unbedingt achten? Was geht Ihrer Meinung nach gar nicht?

Zuschlag: Die Persönlichkeitsrechte sollten gewahrt werden. Der Betrachter sollte nicht das Gefühl haben, dass man dieses Bild nicht hätte veröffentlichen dürfen.

Sombo ud Ulf Zuschlag, Vorstandsvorsitzende von Mini Molars Cambodia e.V.

2012 besuchte der Hamburger Zahnarzt Ulf Zuschlag das erste Mal Kambodscha und arbeitete dort für zwei Monate in einem zahnärztlichen Hilfsprojekt. Die Arbeit in Kambodscha machte ihm so viel Spaß und Sombo, die Direktorin und Zahnärztin des Hilfsprojekts und Ulf Zuschlag waren sich so sympathisch, dass aus der Sympathie Liebe wurde – inzwischen ist Ulf Zuschlag mit der Zahnärztin aus Kambodscha verheiratet. Seit 2014 lebt Sombo Zuschlag in Hamburg, aber ist ihrem Heimatland noch immer sehr verbunden. Daher gründeten Sombo und Ulf Zuschlag im August 2015 das Hilfsprojekt „Mini Molars Cambodia e.V.“, um bedürftigen Kindern in Kambodscha zu helfen. Foto: Ulf Zuschlag 

 

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