Der Flughafen Frankfurt zählte im letzten Jahr über 64 Millionen Passagiere. Betrieben wird das größte deutsche Luftverkehrsdrehkreuz von der Fraport AG. Der Konzern gehört mit über 30 Flughäfen auf vier Kontinenten zu den international führenden Unternehmen im Airport-Business. Das Image einer solchen Megaeinrichtung steht und fällt mit der Kundenzufriedenheit. Kein Wunder, dass der Konzern bei seiner Bild-PR den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Jürgen Harrer leitet die Unternehmenskommunikation bei Fraport und ist in diesem Jahr erstmals in der Jury unseres PR-Bild Award. In TREIBSTOFF erzählt er, welche Rolle Visual Storytelling bei Fraport spielt.

TREIBSTOFF: Fotografieren Sie selbst?  

JŸuergen Harrer, Leiter Unternehmenskommunikation bei der Fraport AG. Foto: Fraport

HARRER: Ich fotografiere gerne, aber mehr im privaten Bereich. Gerade die Entwicklung meiner Kinder über die Jahre hinweg in Bildern festzuhalten, macht großen Spaß!

TREIBSTOFF: In Zeiten von permanenter Bildüberflutung im Netz: Was ist für Sie ein herausragendes PR-Bild?

HARRER: Wenn das PR-Bild mich in das Thema hineinzieht, mich also sowohl rational als auch emotional berührt und mich zum Nachdenken bringt.

TREIBSTOFF: Wie setzen Sie Fraport beziehungsweise die Dienstleistungen und Services Ihres Konzerns in Szene? 

HARRER: Mit unserem Leitbild „Gute Reise! Wir sorgen dafür“ fokussieren wir uns auf den Passagier und seine individuellen Bedürfnisse. Das kommt auch in unserer Bildsprache zum Ausdruck: Unsere Bilder erzählen in erster Linie die Geschichte unserer Gäste. Der Mensch steht im Zentrum der Betrachtung. Er oder sie erlebt während des Aufenthalts am Flughafen exzellenten Service und außergewöhnliche Einrichtungen – und diese sind ebenso vielfältig wie die ausgewählten Protagonisten. Da unsere Unternehmenskultur und unser Leitbild auf dem persönlichen Kontakt unserer Beschäftigten mit den Gästen basieren, stellen unsere Fotos häufig Interaktionsszenen dar. Bewegung ist wichtig – Reisen ist Bewegung, Luftverkehr bedeutet Bewegung. Das schwingt natürlich auch in vielen unserer Motive mit. Großen Flughäfen eilt ja oft der Ruf voraus, sie seien kalte, unpersönliche und teilweise auch recht unübersichtliche Infrastruktureinrichtungen. Daher setzen wir bei der Bildkomposition zu unseren Dienstleistungen und Services ganz bewusst auf Emotionen, das typisch Menschliche eben.

„Gute Reise, wir sorgen dafür“: Leitbild der Fraport AG. Foto: Fraport

TREIBSTOFF: Nach welchen Kriterien bewerten Sie Erfolg bei Ihrer Bild-PR im Social Web?

HARRER: Grundsätzlich sollte die Auswahl der Bilder am Netzwerk und den jeweiligen Nutzerinteressen angelehnt sein. Jedes Netzwerk hat spezielle Anforderungen und Erwartungen seitens der Nutzer. Wenn ein Bild visuell eine Geschichte transportiert – via Visual Storytelling etwa – und bestenfalls ein Erlebnis rund um das Unternehmen illustriert, ist das die halbe Miete. Hinzu kommen Elemente wie Relevanz und Wirkung. Menschen reagieren auf herausragende Bilder. Mehrere psychologische Faktoren wie beispielsweise Humor oder Inspiration spielen eine wichtige Rolle und entscheiden darüber, ob ein Nutzer ein Bild teilt, kommentiert oder liked. Jedes Bild, das beim Nutzer eine emotionale Resonanz erzeugt, bewerten wir als erfolgreich. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Bild der Obama-Kampagne nach dem Wahlsieg 2012. Es war mit 750.000 Retweets eines der am meisten geteilten Bilder aller Zeiten. Durch A / B-Tests ist es heute leicht herauszufinden, welche Arten von Bildern am besten bei der Zielgruppe funktionieren. Das Kriterium lautet: Wie kommt das Bild im Gegensatz zu einem anderen Bild bei der Community an?

Wenn ein Bild visuell eine Geschichte transportiert ist das schon die halbe Miete. Klick um zu Tweeten

Wenn die Bildgestaltung zum Branding passt, ist das ein weiterer Faktor für den Erfolg. Viele Unternehmen arbeiten mit bestimmten Farbpaletten, die dem Logo entsprechen und die Bildgestaltung bestimmen. So schafft man eine gute Wiedererkennbarkeit und eine einzigartige konsistente Bildsprache. Der Follower erkennt selbst beim blitzschnellen Durchscrollen auf welchem Profil er sich befindet. Dazu bedarf es bestenfalls noch nicht einmal dem Einsatz eines Logos. Auf Social Media mit Stock-Bildern arbeiten ist ein absolutes NoGo. Stattdessen ist es besser, mit benutzergenerierten Inhalte zu arbeiten und so bestenfalls auch die Zielgruppe zu erweitern.

TREIBSTOFF: Was sind für Sie die auffälligsten Trends in der aktuellen Fotografie?

HARRER: Die Weiterentwicklung der Smartphonefotografie und deren Möglichkeit, Fotos und Videos in Near- oder Real-Time auszuliefern, sowie die verstärkte Nutzung von 3D-Foto- und Videografie.

TREIBSTOFF: Was wünschen Sie sich als neues Jury-Mitglied für den diesjährigen PR-Bild Award?

HARRER: Ich bin neugierig auf überraschende Bilder mit neuen Perspektiven und kreativen Blickwinkeln.

 

Machen Sie mit! Noch bis zum 15. Juni können Sie Ihre besten PR-Bilder des letzten Jahres einreichen. Wir sind gespannt auf Ihre Bilder!

www.pr-bild-award.de

www.pr-bild-award.ch

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