Gigantische Federhüte, eine Leder-Lady und eine Band im Pausen-Modus. Gleich drei Fotos des Berliner Friedrichstadt-Palastes haben es auf die Shortlist des PR-Bild Awards 2017 geschafft. Das Show-Haus aus der Hauptstadt ist für innovative Kommunikations-Initiativen bekannt. So werden regelmäßig Instagrammer eingeladen, den Backstage-Bereich zu erkunden. Sogar Mode-Legende Jean Paul Gaultier wollte für den Friedrichstadt-Palast arbeiten. In TREIBSTOFF erzählt PR-Chef André Puchta, wie er das bunte Treiben inszeniert.

TREIBSTOFF: Was sehen wir auf den Fotos, die Sie für den PR-Bild Award eingereicht haben?

Probenpause im Friedrichstadt-Palast

Gaultiers Beauty

PUCHTA: Auf dem einen Foto sehen wir Théa Hart Barnwell im Kostüm von Jean Paul Gaultier. Sie ist Mitglied unseres internationalen Ballettensemble. ‚Gaultiers Beauty‘ lautet der Titel des Bildes. Geshootet wurde es von Franziska Köhler. Das zweite zeigt Azama Bashir als ‚Leder Lady‘, wie sie den riesigen, 24 Meter langen Lastenaufzug zum Leben erweckt, mit dem früher Bühnenbilder und Plakate transportiert wurden. Festgehalten wurde dieser Moment von Influencer Tommy Halfter. Beim dritten Bild heißt es dann  ‚Wat muss, dat muss‘. Auch die Show-Band des Palastes, eine der größten weltweit im Ensuite-Bereich, braucht mal eine Probenpause und chillt zwischen zwei Vorstellungen – gemeinsam mit Fotograf Dennis Weinbörner.

TREIBSTOFF: Können Sie uns erzählen, wann und wo diese Bilder entstanden sind?

Beliebigkeit und Effekthascherei. Das beste Bild geht unter, wenn die Optik der Kampagne den… Klick um zu Tweeten

PUCHTA: Das Umfeld für professionelle Kommunikation hat sich in den letzten Jahren ja rasant verändert. Die Möglichkeit, dass jeder öffentlich kommuniziert und zum virtuellen Multiplikator werden kann, eröffnete auch uns neue Zielgruppen. Bilder spielen in der gesamten Kommunikation eine immer größere Rolle und haben inzwischen ein fast ebenso starkes Gewicht wie das geschriebene Wort. Manchmal sagt es sogar mehr aus. So laden wir regelmäßig Instagram-Blogger ein, den Friedrichstadt-Palast backstage zu erkunden. Im Juni 2017 besuchten uns wieder mehr als 20 wirklich kreativ denkende Influencer mit einem Motivfokus auf Architektur und Porträt.

TREIBSTOFF: Wie haben Sie es geschafft, Gaultier für Ihre Show zu gewinnen? Oder war es gar andersherum …?

Leder Lady

PUCHTA: Schon als kleiner Junge träumte Jean Paul Gaultier davon, an einer Revue mitzuarbeiten. Er sah bei seiner Großmutter im Fernsehen die Premiere von ‚Folies Bergère‘. Am nächsten Tag bekam er Ärger in der Schule, weil er die Mädchen mit Federn und Netzstrümpfen zeichnete. Er merkte aber auch, dass er für seine Zeichnungen bewundert wurde, denn plötzlich war er bei seinen Klassenkameraden sehr beliebt. Jean Paul Gaultier besuchte im November 2014 unsere damalige Grand Show THE WYLD und traf unseren Intendanten Dr. Berndt Schmidt. Gaultier war so beeindruckt von der Inszenierung, dass er auf der Stelle den Wunsch äußerte, die nächste Produktion auszustatten. Er entwarf 500 gewagte, extravagante Kostüme für THE ONE Grand Show, die noch bis Sommer 2018 am Palast läuft.

TREIBSTOFF: Was war die besondere Herausforderung bei der Produktion des Pausen-Fotos?

PUCHTA: Unser Drummer Jan ließ sich ziemlich hängen, Kollege Rudi grüßte mit E-Gitarre im Anschlag vom Schrank aus, Tobias flirtete intensiv mit seinem Cello und bei den Blasinstrumentalisten rauchten die Köpfe. Da wurde gezockt und auf der Trommel gehüpft. Unser Fotograf musste nur noch auf den Auslöser drücken. Es war nicht ganz leicht, die Kolleginnen und Kollegen entgegen ihrer sonstigen Natur für einige Sekunden zur absoluten Bewegungslosigkeit zu verdammen.

TREIBSTOFF: Wie haben Sie die Bilder für Ihre PR eingesetzt?

André Puchta

André Puchta, Direktor Kommunikation am Friedrichstadt-Palast Berlin. Foto: Kathleen Springer

PUCHTA: Die drei Bildmotive erreichten auf Facebook seit Sommer über 400.000 Menschen, wurden bislang mehr als 43.000 Mal angeklickt und auch bei Instagram vielfach geteilt.

TREIBSTOFF: Was sollten Unternehmen bei Bild-PR unbedingt vermeiden?

PUCHTA: Beliebigkeit und Effekthascherei. Das beste Bild geht unter, wenn die Optik der Kampagne den Gegenüber kalt lässt. Es sollte nicht zu offensichtlich und platt wirken, aber dennoch verstanden werden, dem Betrachter Einblicke ermöglichen, die er sonst nicht hätte und eventuell auch mit Kontrasten spielen.

 

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